Baden-Baden will Reisebusverkehr steuern

Baden-Baden (hez) – Der Bauausschuss der Stadt Baden-Baden beschäftigt sich am Donnerstag, 21. Januar, mit dem Thema Reisebussen in der Innenstadt Ausweisung von Halte- und Parkbereichen ist geplant.

Haltepunkte für Reisebusse sollen auch in der Bertholdstraße zwischen den Einmündungen Ludwig-Wilhelm- und Maria-Viktoria-Straße eingerichtet werden. Foto: Henning Zorn

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Haltepunkte für Reisebusse sollen auch in der Bertholdstraße zwischen den Einmündungen Ludwig-Wilhelm- und Maria-Viktoria-Straße eingerichtet werden. Foto: Henning Zorn

Die Stadt will die Einfahrt von Reisebussen in die Innenstadt verstärkt steuern und für verkraftbare Belastungen durch haltende und parkende Busse sorgen. Deshalb wurde ein Konzept entwickelt, mit dem sich am nächsten Donnerstag der Bauausschuss beschäftigen wird.

Obwohl der Fremdenverkehr in der Kurstadt eine große Rolle spielt, sehen die Tourismus-Verantwortlichen Reisebusse und ihre Insassen hier nicht immer so besonders gern. Nur wenige Stunden in der Stadt bleibende Tagestouristen lassen hier nicht so viel Geld, wie man sich das wünscht, während die Busse das automobile Blechaufkommen im Zentrum erhöhen.

Durch das wachsende Reisebusaufkommen in den vergangenen Jahren bis zum Stopp durch die Pandemie hat sich herausgestellt, dass nicht genügend Stellplätze für die großen Gefährte vorhanden sind. Besonders gern parken die Busse am Ludwig-Wilhelm-Platz – manchmal auch mit laufenden Motoren, was besonders bei Anliegern nicht gerade für große Freude sorgt.

Viele Ausnahmen werden gemacht

Grundsätzlich ist die Einfahrt von Reisebussen in die Innenstadt untersagt, es werden aber viele Ausnahmen gemacht. So hat man 2019 insgesamt 1.587 Einfahrtsgenehmigungen erteilt. 647 kamen von der Baden-Baden Tourismus GmbH und bezogen sich hauptsächlich auf Stadtführungen. Die anderen Genehmigungen verteilten sich auf das Museum Frieder Burda, Casino, Theater, Gruppen von mobilitätseingeschränkten Personen sowie Gruppen mit Restaurantreservierung.

Hinzu komme aber noch eine Dunkelziffer von nicht angemeldeten Fahrten, heißt es in der Sitzungsvorlage. Diese Busse halten oft bei der Caracalla-Therme.

Die Stadtverwaltung hat nun ein Konzept ausgearbeitet, das genau regelt, wo Reisebusse parken beziehungsweise ihre Fahrgäste ein- und aussteigen lassen können. Nur zum kurzfristigen Aussteigen sollen die Busse künftig an vier Haltepunkten stoppen dürfen, die den Reiseunternehmen zuvor von der Stadt zugewiesen werden.

Dazu zählt nicht mehr der Ludwig-Wilhelm-Platz an der evangelischen Stadtkirche, denn hier stehen im Rahmen des Sanierungsgebiets Südliche Neustadt Umgestaltungsarbeiten an. Stattdessen soll ein Haltepunkt in der Bertholdstraße beim Bonhoeffersaal eingerichtet werden.

Der zweite Haltebereich ist in der Rotenbachtalstraße nahe der Einmündung der Zähringer Straße (Schlossbergtangente) vorgesehen. Der Vorteil dieses Standorts ist, dass die Bus-Fahrgäste dann schnell über die Seufzerallee ins Bäderviertel gelangen können. Für diese Haltestelle in einem sensiblen Bereich muss allerdings in die bestehende Grünfläche eingegriffen werden.

Waldseeplatz wieder für Reisebusse nutzen

Den dritten Haltebereich wird es weiterhin beim Festspielhaus geben. Schließlich will man noch eine Reisebushaltestelle am Klosterplatz in Lichtental ausweisen – unmittelbar hinter dem bestehenden Haltepunkt der Verkehrsbetriebe. Von hier können die Baden-Baden-Besucher über die Lichtentaler Allee in die Innenstadt spazieren.

Nach dem kurzen Halt zum Ein- und Aussteigen sollen die Reisebusse dann in einem von drei Parkbereichen am Rande der Innenstadt abgestellt werden. Dazu gehört zunächst einmal die Eisenbahnstraße, wo sich auch jetzt schon der Reisebus-Parkplatz befindet. Weiter will man den Waldseeplatz wieder für Reisebusse nutzen. Und als dritten Standort für Busparkplätze hat die Verwaltung die ehemaligen Tennisplätze an der Leopoldstraße ausgewählt.

Insgesamt will die Stadt laut Sitzungsvorlage die Zahl der in der Innenstadt zirkulierenden Reisebusse in Zukunft deutlich reduzieren.

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Erstellt:
15. Januar 2021, 20:00 Uhr
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