Baden-Baden wird als Gastgeber-Stadt Teil der Weltspiele

Baden-Baden (nof) – Im Juni 2023 soll es so weit sein: Baden-Baden wurde als „Host Town“ für die Special Olympics World Games ausgewählt und empfängt dann internationale Delegation.

Ausgewählt: Juliana Rößler vom Athletenrat der Special Olympics Berlin freut sich auf die Gäste aus aller Welt. Foto: LOC Special Olympics World Games Berlin 2023/Camera 4/Tilo Wiedensohler

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Ausgewählt: Juliana Rößler vom Athletenrat der Special Olympics Berlin freut sich auf die Gäste aus aller Welt. Foto: LOC Special Olympics World Games Berlin 2023/Camera 4/Tilo Wiedensohler

Es ist zwar noch ein bisschen hin bis zum großen Ereignis, aber die Vorfreude ist schon riesig. Baden-Baden wird „Host Town“ für die Special Olympics World Games, die im Juni 2023 in Berlin stattfinden. Im Vorfeld des weltweit größten Sportereignisses für Menschen mit geistiger Behinderung wird die Kurstadt eine internationale Athleten-Delegation empfangen und ihr ein mehrtägiges, individuelles Gästeprogramm bieten.

Als eine von 216 Kommunen aus ganz Deutschland ist Baden-Baden am Mittwochmorgen aus dem Kreise der Bewerberinnen von der Auswahl-Kommission zur „Host Town“, zur Gastgeber-Stadt, gekürt worden. Die Gemeinde Elchesheim-Illingen, die sich zusammen mit ihrem rührigen Judo-Club ebenfalls als Gastgeberin beworben hatte, kam nicht zum Zuge.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen begrüßt laut einer Pressemitteilung die einmalige Chance, die Baden-Baden erhalte: „Unsere Stadt ist sehr weltoffen und trägt nicht umsonst den Titel Olympische Stadt. Wir freuen uns, Teil der Special-Olympics-Bewegung zu werden und auf den Austausch mit unseren Gästen.“

Buntes Rahmenprogramm vom 12. bis 15. Juni

Auch Bürgermeister Roland Kaiser, der im Dezember den Sportausschuss über die Bewerbung Baden-Badens informiert und den eigens gedrehten Imagefilm präsentiert hatte, zeigt sich zufrieden: „Die Stadt Baden-Baden hat mit der Sportschule Steinbach und vielen sportbegeisterten Ehrenamtlichen hervorragende Möglichkeiten, eine richtig gute Gastgeberin für die Delegation zu werden. Diese Chance wollen wir nutzen.“

Die Special Olympics verstehen sich als inklusive Bewegung, die Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft verhelfen möchte. Im Jahr 1968 wurde die Bewegung von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen. Heute ist Special Olympics mit 5,2 Millionen Athletinnen und Athleten in 174 Ländern vertreten.

Als „Host Towns“ bieten die ausgewählten Kommunen vom 12. bis 15. Juni 2023 den Sportlern und ihren Angehörigen ein buntes Rahmenprogramm. „Die Delegationen lernen Land und Leute kennen. Aus der Nähe erfahren sie die regionalen Besonderheiten und Einzigartigkeiten in allen Bundesländern“, schreiben die Veranstalter. Die Gastgeber-Kommunen „werden das Bild Deutschlands in der Welt formen“. Inklusion werde zur Inspiration.

Armin Zeitvogel, Präsident des Sportausschuss Baden-Baden, freut sich laut Mitteilung ebenso über die erfolgreiche Bewerbung der Kurstadt und den bevorstehenden Besuch der Sportler wie Iska Dürr, zuständig für den Bereich Jugend, Sport und Inklusion bei der Stadt Baden-Baden. Sie sieht die Chance, „viele Menschen unabhängig von persönlichen Einschränkungen für sportliche Leistungen zu begeistern und Begegnungen zu ermöglichen“. Das Vorbereitungsteam der Stadt Baden-Baden habe ein Jahr lang Gespräche geführt, Vorschläge mit Vereinen und Kooperationspartnern abgestimmt und drei inklusive Projektideen mitsamt Bewerbungsvideo eingereicht.

Olympischer Fackellauf vorgesehen

Nora Welsch, kommunale Behindertenbeauftragte und Leiterin des Bewerbungs-Vorbereitungsteams, sieht die Auswahl der Stadt Baden-Baden „als Chance weit über die vier Tage des Delegationsbesuchs hinaus“. Man sei aufgefordert, sich „intensiv mit der Frage zu beschäftigen, was Menschen mit geistigen Behinderungen und Mehrfachbehinderungen benötigen, um in dieser Stadt gut leben zu können“. Die inklusiven Projekte, die in den nächsten Jahren im Rahmen der Special Olympics vor Ort umgesetzt würden, „sollen mehr Sichtbarkeit dieser Personengruppe erreichen und ihr sportliches und kreatives Talent über mehrere Jahre nachhaltig fördern“. Konkrete Informationen zu den inklusiven Projekten sollen laut Pressestelle im Frühjahr vorgestellt werden. Für den Besuch der Delegation sei auch ein olympischer Fackellauf vorgesehen.

Den Ausschlag zur Auswahl als „Host Town“ haben vor allem die Konzepte für die inklusiven Projekte vor Ort gegeben, so die Organisatoren. Eine Rolle spielten ebenso praktische Gründe wie die Reisezeiten und -wege.

Zum Thema

Die Special Olympics World Games sind laut Veranstaltern die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung. Sie finden alle zwei Jahre statt. Tausende Athleten mit geistiger und mehrfacher Behinderung treten miteinander in 26 Sportarten und zwei Demonstrationssportarten an. Die nächsten Spiele finden vom 17. bis 25. Juni 2023 in Berlin statt – und damit erstmals in Deutschland. Sie stehen unter dem Motto „Zusammen Unschlagbar“. Das Miteinander und das gemeinsame Überwinden von Grenzen spielen dabei eine große Rolle. „Zusammen können wir etwas Großes bewegen, zusammen sind wir stark“, heißt es auf der Homepage der Special Olympics in Berlin.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
26. Januar 2022, 20:30 Uhr
Lesedauer:
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