Baden-Baden zeigt Flagge für Tibet

Baden-Baden (sga) – Für mehr Solidarität und weniger Unterdrückung: Oberbürgermeisterin Margret Mergen übernimmt für zwei Jahre die Schirmherrschaft der Kampagne „Flagge zeigen für Tibet“.

Auch dieses Jahr ist Hausmeister Rémy Dossmann am 10. März im Einsatz, um die tibetische Flagge auf dem Rathaus zu hissen. Foto: Roland Seiter

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Auch dieses Jahr ist Hausmeister Rémy Dossmann am 10. März im Einsatz, um die tibetische Flagge auf dem Rathaus zu hissen. Foto: Roland Seiter

Seit die chinesische Volksarmee Tibet 1950 besetzt hat, setzen sich die Tibeter für ihre Unabhängigkeit ein. Um ein klares Zeichen gegen Unterdrückung in dem Land zu setzen, hissen am 10. März eines jeden Jahres deutschlandweit Hunderte von Kommunen die tibetische Flagge. Auch Baden-Baden ist wieder dabei – diesmal hat Oberbürgermeisterin sogar Margret Mergen die Schirmherrschaft für die Kampagne „Flagge zeigen für Tibet“ übernommen.

„Damit positionieren wir uns in aller Deutlichkeit für die Tibeter und gegen die Unterdrückung von Menschen und ihren Rechten“, machte die OB in einer Onlineveranstaltung auf die Situation aufmerksam. Jeder habe das Recht, für seine Freiheit einzustehen. „Uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Deshalb ist es definitiv unsere Aufgabe, für die dort lebenden Menschen mitzukämpfen.“ Als beeindruckend empfinde sie, wie das tibetische Volk seit Jahrzehnten derartige Drangsalierungen durch die chinesische Regierung ertrage und insbesondere der Dalai Lama gewaltfrei verloren gegangenen Rechte einfordere: „Das zeugt von großer Stärke.“

Über 2.000 Mitglieder

Verantwortlich für die landesweite Kampagne „Flagge zeigen für Tibet“ ist die Tibet-Initiative, die sich seit 1989 für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und die Wahrung der Menschenrechte einsetzt. Bundesweit unterstützen rund 2.000 Mitglieder und über

50 ehrenamtliche Regionalgruppen und Kontaktstellen diese Arbeit. Jedes Jahr ruft die Tibet-Initiative dazu auf, am 10. März – dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes von 1959 – die tibetische Flagge an öffentlichen Orten zu hissen. In ganz Deutschland beteiligen sich unzählige Städte, Gemeinden und Landkreise an der Aktion, im vergangenen Jahr wehten an über 1.000 Orten die Flaggen im Wind.

„In Tibet wird schon der Besitz der Fahne mit Haft bestraft“, berichtete Tenzyn Zöchbauer als Geschäftsführerin der Initiative. Die Übergabe der Schirmherrschaft der Kampagne sei daher auch für alle in Deutschland lebenden Tibeter ein bedeutungsvoller Tag im Kampf für Menschenrechte.

„Wir dürfen nicht nachlassen“

In den vergangnen zwei Jahren stand die Kampagne unter der Schirmherrschaft von Sven-Georg Adenauer (CDU). „Wir dürfen im Kampf um Tibet nicht nachlassen“, appellierte der Landrat des Kreises Gütersloh. Vor allem während der aktuellen Corona-Krise werde den Menschen sehr deutlich vor Augen geführt, was die Einschränkung der eigenen Freiheit bedeutet, „und da sprechen wir nur von notwendigen Maßnahmen, die uns vor einem Virus schützen sollen. Wie geht es diesen armen Menschen, die Tag für Tag mit diesen Einschränkungen leben müssen?“

Als langjähriger Freund des Dalai Lama ist es auch das Anliegen des Baden-Badeners Franz Alt, am 10. März in aller Deutlichkeit zu zeigen: „Wir brauchen eine Weltrevolution des Mitgefühls.“ An dem Durchhaltevermögen des tibetischen Volks zweifelt der Autor keineswegs. 1989 habe er mit dem buddhistischen Mönch an der Berliner Mauer gestanden: „Damals hatte er eine brennende Kerze in der Hand und sagte: ‚So sicher, wie diese Mauer fallen wird, wird Tibet eines Tages frei sein.‘ Und an diesem Gedanken hält das Volk bis heute fest.“ Deshalb sei die Unterstützung anderer Länder unabdingbar. „Wir wollen die Chinesen damit auch nicht ärgern. Wir wollen nur für die Rechte des tibetischen Volks kämpfen.“ Denn, und da ist sich Alt sicher: „Solange Tibet unterdrückt wird, sind wir alle nicht wirklich frei.“

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Erstellt:
13. Januar 2021, 11:30 Uhr
Lesedauer:
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