Baden-Badener Bürgermeister nicht mehr in der CDU

Baden-Baden (hol) – Der Baden-Badener Bürgermeister Alexander Uhlig ist nicht mehr Mitglied in der CDU. Als Gründe hat er im Gespräch mit dem BT „Entfremdung und Unzufriedenheit“ genannt.

Hat der CDU die Mitgliedschaft gekündigt: Alexander Uhlig. Foto: Stadtpressestelle

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Hat der CDU die Mitgliedschaft gekündigt: Alexander Uhlig. Foto: Stadtpressestelle

Baubürgermeister Alexander Uhlig, zweiter Mann an der Spitze der Verwaltung, ist aus der CDU ausgetreten. Das hat er dem BT am Mittwoch auf Nachfrage bestätigt. Nach eigenen Angaben war er über 20 Jahre lang Mitglied der Union.

„Eigentlich ist es ja eine Privatangelegenheit, ob man Mitglied in einer Partei ist oder nicht“, sagte Uhlig am Mittwoch. Das gilt für einen Bürgermeister aber nur bedingt. Schließlich ist Uhlig im Oktober 2016 als Kandidat der CDU vom Gemeinderat in sein jetziges Amt gewählt worden. Zuvor war der 56-Jährige in der Finanzverwaltung des Landes, im Staatsministerium und zuletzt mehr als 15 Jahre lang als Bau-, Planungs- und Umweltdezernent der Stadt Pforzheim tätig gewesen.

Die CDU ist für den gebürtigen Regensburger, der seine Zelte privat mittlerweile im Baden-Badener Stadtteil Balg aufgeschlagen hat, nun Vergangenheit. „Ich bin vor einigen Wochen ausgetreten“, so Uhlig am Mittwoch. Es herrsche bei ihm bezüglich der Union und speziell der CDU in Baden-Baden schon seit längerer Zeit „eine gewisse Entfremdung und Unzufriedenheit“.

Uneinigkeit über Fieserbrücke gibt Ausschlag

Das „Tröpfchen, das das Fass zum Überlaufen brachte“, so Uhlig weiter, sei eine Nachfrage von Reinhilde Kailbach-Siegle in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 28. Juni gewesen. Damals wollte die CDU-Stadträtin wissen, ob es denn stimme, dass Uhlig gemeinsam mit einer Bürgerinitiative aufgetreten sei und Unterschriften gesammelt habe, um auf der Fieserbrücke eine Fußgängerzone einzurichten und so einen anderslautenden Ratsbeschluss „zu hinterlaufen“. Uhlig bejahte das und sagte, dass er die Initiative „als Bürger dieser Stadt“ unterstützt habe. Das brachte ihm Kritik aus der CDU-Fraktion und auch von Oberbürgermeisterin Margret Mergen ein. Das habe ihn getroffen. „Da habe ich eine Nacht darüber geschlafen und bin dann aus der Partei ausgetreten“, schilderte Uhlig jetzt.

Sein Schritt kommt für Kenner der Baden-Badener Politikszene nicht ganz unerwartet. Ein tiefer Riss klafft schließlich nicht nur zwischen Alexander Uhlig und der Baden-Badener CDU. Auch die Chemie zwischen ihm und der Oberbürgermeisterin Margret Mergen stimmt seit langer Zeit nicht mehr.

Viele Konflikte mit OB Mergen

Eine Bebauung des Segelflugplatzes und des Areals Eberts Garten in Oos oder die Nutzung des Vogel-Hartweg-Areals, die mögliche Verlegung des Busbetriebshofes aus Lichtental nach Oos, die Fahrradbrücke am Verfassungsplatz, allgemein die Verkehrspolitik und die Zukunft der Fieserbrücke: Die CDU-Politikerin an der Spitze der Verwaltung, die nicht unbedingt als Teamplayerin gilt, liegt bei vielen wichtigen Themen mit ihrem Kollegen über Kreuz. Die Folge: Man macht sich gegenseitig das Leben schwer, bremst politische Initiativen aus und informiert sich nicht über geplante Vorhaben. Das macht das Regieren in Baden-Baden mitunter schwierig. Im Gemeinderat ist das Gegeneinander der beiden führenden Personen im Rathaus schon mehr als einmal klar zutage getreten. Die Fraktionen hatten öfters die Wahl, ob sie eher der OB oder eher der Linie des Baudezernenten folgen sollten. Die CDU-Fraktion vertrat in diesen Fällen meist die gleiche Meinung wie OB Mergen.

Die Oberbürgermeisterin, die kürzlich ihren 60. Geburtstag feierte, will im kommenden Jahr bei der nächsten OB-Wahl wieder antreten. In der Kurstadt wird schon seit längerer Zeit darüber spekuliert, ob auch Alexander Uhlig seinen Hut in den Ring wirft. Dazu wollte er sich aber auch am Mittwoch nicht äußern. Ihm sei es wichtig, nun „völlig unabhängig, nach meiner Überzeugung und mit den Fach- und Sachkenntnissen meines hervorragenden Teams im Rathaus“ für die Kurstadt arbeiten zu können.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
8. September 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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