Baden-Badener Forst hat die Sicherheit im Blick

Baden-Baden (nie) – Eine große Aufgabe des Teams um Forstamtsleiter Thomas Hauck ist es, die Verkehrssicherheit auf Waldwegen und in den zahlreichen Waldspielbereichen zu gewährleisten.

Hier lässt es sich gut aushalten: Der Waldspielbereich des Kindergartens Arche Noah wird vom städtischen Forstamt hergerichtet und kontrolliert. Foto: Nina Ernst

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Hier lässt es sich gut aushalten: Der Waldspielbereich des Kindergartens Arche Noah wird vom städtischen Forstamt hergerichtet und kontrolliert. Foto: Nina Ernst

„Wir freuen uns sehr, wenn schon kleine Kinder in den Wald kommen“, blickt Thomas Hauck auf die große Bandbreite an Besuchern, die sich gern draußen aufhalten. Für den Forstamtsleiter und sein Team bringt dieser Trend mit der Freude aber auch Arbeit mit sich.
So gebe es im Baden-Badener Wald etwa 20 sogenannte Waldspielbereiche – und die müssen natürlich alle gepflegt werden. Zwar besteht laut Hauck normalerweise keine erhöhte Verkehrssicherungspflicht im Wald, aber eben bei speziellen Plätzen oder wenn Veranstaltungen stattfinden, dann doch wieder. Und so eben auch bei den Waldspielbereichen. Dort finden die kleinen (und großen) Waldbesucher einen Ort zum Verweilen, der mit natürlichen Materialien gestaltet ist, man findet dort beispielsweise Tischchen, Sitzgelegenheiten, Spielmöglichkeiten, und die Bäume sind zum Kennenlernen mit deren Namen beschriftet. Ein solcher Platz findet sich oberhalb des am Fuße des Merkurs gelegenen Arboretums und ist dem Kindergarten Arche Noah zugeordnet. Hauck weiß, dass umso mehr die Ganztagsbetreuung in Betreuungseinrichtungen komme, dass die Erzieher mit den Kindern auch an die frische Luft und in den Wald möchten.

Waldpädagogik wird angeboten

Hauck und seine Mannschaft sind durch die Verkehrssicherungspflicht dazu angehalten, diese bestimmten Bereiche zwei Mal im Jahr zu kontrollieren – ob eben Gefahr in Verzug ist durch beispielsweise morsche Äste. Und auch nach „Schadereignissen“, so wie das Gewitter der vergangenen Tage, sei der Forst angehalten die Plätze punktuell zu kontrollieren und auch nach den Zuwegen zu schauen. „Die Kontrolle ist ein Riesenaufwand“, fasst Hauck zusammen. Rund 100.000 Euro seien im Haushalt dafür vorgesehen, die Stadt als Waldbesitzer komme dafür auf.

Und das Forstamt kümmere sich nicht nur um die Waldbereiche an sich, sondern auch um das Lernen dort vor Ort. Thomas Hauck erläutert, dass sein Fachgebiet auch Waldpädagogik für die Kleinen anbiete und man in normalen Jahren, also wenn nicht gerade Corona einen Strich durch die Rechnung macht, mit jeder Grundschulklasse aus Baden-Baden einmal im Jahr im Wald unterwegs sei.

Doch nicht nur an den schön hergerichteten Stellen lässt es sich gut aushalten, sondern auch auf anderen Wegen. Und dass die Menschen generell sicher im Wald unterwegs sein können, das ist auch Madeleine Fitterer, der Leiterin des Reviers Merkur, wichtig. Klar habe man auch wirtschaftliche Interessen im kurstädtischen Wald, aber ein „Hauptaugenmerk liegt auch auf der Naherholung“.

Diese Weißtanne stirbt ab und wird zur Sicherheit gefällt. Foto: Nina Ernst

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Diese Weißtanne stirbt ab und wird zur Sicherheit gefällt. Foto: Nina Ernst

„Ich kann persönlich besser schlafen, wenn wir den Baum entfernen“, sagt sie beispielsweise über eine Weißtanne, die sie mit greller roter Farbe markiert hat. Die Tanne steht direkt am Wegesrand, die oberen Nadeln sind schon rot verfärbt, der Baum sterbe ab, erläutert Fitterer. Und damit eben keiner Schaden nehme, soll die große stattliche Tanne sicherheitshalber entfernt werden. An anderen Stellen aber wiederum lasse man die Holzgewächse stehen, denn „im Totholz ist ganz viel Leben drin“.

Baumarten-Vielfalt wird angesterbt

„Das Risiko minimieren, ist unsere Leitlinie“, fasst Fitterer die Vorgehensweise des Forsts zusammen. Zum einen eben das Risiko, dass Waldbesucher oder auch die Mitarbeiter selbst zu Schaden kommen, zum anderen aber auch das Risiko, dass der Wald durch Umwelteinflüsse wie Orkane, eine Borkenkäferplage oder Ähnliches in Mitleidenschaft gezogen wird. Fitterer sagt mit herzlicher Überzeugung: „Wir generieren starke Wälder mit Naturverjüngung.“ „Baumarten-Vielfalt statt Dauerwald“ laute die Devise. Alte, junge, große und kleine Bäume nebeneinander, ein Gemisch verschiedener Baumarten – solche Strukturen möchte man fördern.

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Erstellt:
6. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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