Baden-Badener Friedrichsbad muss wieder schließen

Baden-Baden (nof) – Die neue Corona-Landesverordnung untersagt den Betrieb von Dampfbädern – so muss das Friedrichsbad in der Kurstadt nach nur 26 Tagen wieder schließen.

Auf unbestimmte Zeit bleibt das Dampfbadvergnügen untersagt und das Friedrichsbad geschlossen. Foto: Nico Fricke

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Auf unbestimmte Zeit bleibt das Dampfbadvergnügen untersagt und das Friedrichsbad geschlossen. Foto: Nico Fricke

Das Vergnügen war nur von kurzer Dauer: Nach nur 26 Tagen muss das Baden-Badener Friedrichsbad schon wieder schließen. Grund ist die seit Montag gültige Corona-Landesverordnung: „In den Alarmstufen müssen Anlagen mit Aerosolbildung wie insbesondere Dampfbäder, Dampfsaunen und Warmlufträume schließen.“

Davon ist das Irisch-Römische Bad in der Kurstadt besonders betroffen, das seit Montag keine Besucher mehr hineinlassen darf. „Das ist äußerst unglücklich“, sagt Cornelia Buchmüller, die bei der Carasana Bäderbetriebe GmbH für den Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Auch weil das Friedrichsbad nach rund 20-monatigem Corona-Lockdown erst am 1. Dezember wieder aus dem Dornröschenschlaf aufgeweckt werden konnte und man sich wieder sehr über Besucher freute. Doch diese Freude währte nun nicht lange.

„Wir haben mit Blick auf die Corona-Zahlen schon eine Verschärfung der Landesverordnung erwartet“, sagt Buchmüller. „Wir haben auch gebangt, ob es einen generellen Lockdown für uns geben wird.“ Das ist nun nicht der Fall. Bedeutet: „Die Caracalla-Therme ist von der Schließung nicht betroffen“, erklärt Buchmüller. Nur die dortigen Dampfbadareale dürfen nicht betreten werden. Saunen und Schwimmbereiche seien aber weiterhin in Betrieb. Für die Therme gilt die 2G-plus-Zutrittsregelung.

Mitarbeiter werden gesucht

Das Friedrichsbad stehe nun aber wieder vor dem Problem, dass nicht absehbar sei, wie lange die Dampfbad-Verbotsregelung in Kraft bleibt. Davon hängt aber auch ab, in welchem Betriebszustand der historische und sensible Badetempel gehalten wird. Denn ein Wiederhochfahren der Technik wäre aufwendig und langwierig, so Buchmüller.

„Wir wollen die Situation jetzt erst mal aussitzen und abwarten – in der Hoffnung, dass die Schließung nicht allzu lange dauern wird.“ Ganz kann die historische und unter Denkmalschutz stehende Einrichtung ohnehin nicht runtergefahren werden – zu groß wäre das Risiko, dass zum Beispiel der Majolika-Fliesenspiegel Schaden nimmt. So wurde das Bad auch während der zurückliegenden Schließung mittels Heißluftanlage teilweise beheizt, was hohe Kosten verursacht, ohne das Einnahmen dem gegenüberstehen. Von 20.000 Euro pro Monat war damals die Rede.

Krisenerprobt blicken die Bäderbetriebe nun ins kommende Jahr. „Es gibt keine Entlassungen und keine Kurzarbeit“, sagt Buchmüller. Das Personal werde in der Caracalla-Therme und nach Bedarf eingesetzt. „Wir suchen derzeit eher noch Mitarbeiter“, verweist Buchmüller darauf, dass man noch mit einer „Sparflammenbesetzung“ unterwegs sei. „Aber wir wollen gewappnet sein für die Zeit nach Corona.“

Der Besucherrückgang sei deutlich spürbar. Im Friedrichsbad habe das Gästeaufkommen im Dezember um 50 Prozent niedriger gelegen als im Vor-Corona-Vergleichsmonat des Jahres 2019, ähnlich sei es in der Caracalla-Therme. In normalen Zeiten zählt das Friedrichsbad rund 60.000 Besucher jährlich.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
27. Dezember 2021, 18:30 Uhr
Lesedauer:
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