Baden-Badener Händler vom Zustrom überrascht

Baden-Baden (agdp) – Gewusel in der Shopping Cité, ruhiger in der Innenstadt: Am Wochenende ist doch einiges los in Baden-Baden. Die neue 3G-Zutrittsregel und der Winterschlussverkauf trugen dazu bei.

3G statt 2G: Auch die gelockerte Zutrittsregel wirkt sich am Samstag positiv auf die Kauflaune in der Cité und der Innenstadt aus. Foto: Christiane Krause-Dimmock

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3G statt 2G: Auch die gelockerte Zutrittsregel wirkt sich am Samstag positiv auf die Kauflaune in der Cité und der Innenstadt aus. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Die gesetzliche Grundlage für den Sommer- und den Winterschlussverkauf ist zwar 2004 weggefallen. Doch Handel und Kunden haben sich davon nicht beirren lassen. Der 31. Januar ist der Tag, an dem die Zeit der Reduzierungen formell beginnt. Aber schon am vergangenen Samstag war ein Run auf Schnäppchen festzustellen, der vielleicht auch von der Rückkehr zur 3G-Regel angestachelt wurde.

Dass auf einem der Parkdecks in der Shopping Cité die Stellplätze knapp werden, erinnert ein wenig an das Finale der Weihnachtseinkäufe. Kennzeichen aus der ganzen Region sind dort zu sehen, von Bühl über Rastatt bis Karlsruhe und vor allem aus Frankreich. Die Staus vor den Aufzügen sprechen ebenfalls Bände. Nur zwei Personen pro Kabine, so fordern es die Hinweisschilder. Da kann sich eine Warteschlange schon mal bis aufs Parkdeck hinaus ausdehnen.

Auch innen zeigt man sich gut gerüstet für die Winterschlussverkauf-Fans. Resterampe auf der Aktionsfläche und plakatierte Rabattschlacht an den Schaufenstern, begleitet von den gedruckten Hygienehinweisen, können bei vielen Kunden punkten. Manch ein Unternehmen hat diese Resonanz jedoch offenbar unterschätzt. Während bei den größeren Geschäften ein Dauerkontrolldienst im Eingangsbereich bereitsteht, um den 3G-Status zu verifizieren, haben die kleinen Boutiquen ihre Not. „Ich bin ganz alleine“, läuft eine Verkäuferin zwischen Eingangstür und Kasse auf und ab, um den Kundenzustrom im Fluss zu halten. Ihren Namen, den mag sie lieber nicht sagen. „Ich bin nicht die Inhaberin.“ Möglichen Ärger möchte sie sich gerne ersparen, bittet sie um Verständnis.

Auch Gastronomie gut besucht

Während sie die Impfnachweise auf den Smartphones abscannt, bildet sich eine kleine Schlange an der Kasse. Doch die Kunden nehmen es offenbar gelassen. Man hat Verständnis. Die Mitarbeiterin entschuldigt sich, sieht mit Erleichterung, dass ihre Kollegin naht, die die zweite Schicht übernehmen wird. Auch sie will lieber nichts sagen, ist aber von dem Zustrom der Kunden, der völlig unvermittelt wieder eingesetzt habe, auch überrascht. Denn in den vergangenen Wochen sei das Geschäft eher zäh gelaufen.

Die Besucher in der Shopping-Mall geben sich gut gelaunt, scheinen sich auch an der FFP2-Maskenpflicht nicht mehr zu stören. Wer in der Gastronomie Platz nimmt, der darf den Mund- und Nasenschutz abnehmen. Es wird reichlich Gebrauch davon gemacht. Die Tische sind genau wie die Angebote gut nachgefragt. Die vollen Einkaufstüten sprechen eine deutliche Sprache.

Kaufen oder nur gucken?: Claudine Martin ist mit Ehemann und Freunden aus dem französischen Hagenau nach Baden-Baden zum Bummeln gekommen. Foto: Christiane Krause-Dimmock

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Kaufen oder nur gucken?: Claudine Martin ist mit Ehemann und Freunden aus dem französischen Hagenau nach Baden-Baden zum Bummeln gekommen. Foto: Christiane Krause-Dimmock

In der Innenstadt wirkt die Stimmung anders, ruhiger, wenngleich auch hier mit verschiedenen, verlockenden Angeboten geworben wird. „Nous sommes de Hagenau“, erklärt Claudine Martin ihre französische Herkunft, als sie mit Ehemann und Freunden vor einem ganz im Zeichen reduzierter Kochtöpfe gestalteten Schaufenster steht und diskutiert. Tatsächlich hätten sie die 2G- und 3G-Sache nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Auch vom Schlussverkauf in den Startlöchern haben sie nichts gewusst, wollten einfach einen Samstag in der Stadt bummeln. Dafür ist Baden-Baden immer gut, schwärmt Claudine Martin und geht noch mal in sich, ob die „Casseroles“ aus dem Schaufenster eine kleine Kaufsünde wert seien.

Die Stimmung ist entspannt. Auch wenige Meter weiter, wo die Außengastronomie mit warmen Fliesdecken lockt. Es wird gebummelt und flaniert, doch der Schnäppchenrausch, der scheint in der Innenstadt nicht ganz so hektisch zu sein, wie in der Shopping Cité, wo viel Niedrigpreisware auf den Kleiderständern hängt und Käufer anlockt.

Doch der ganz große Run kann schließlich noch kommen. Ab diesem Montag geht es zwei Wochen lang formell zur Sache.

Ihr Autor

Christiane Krause-Dimmock

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Erstellt:
30. Januar 2022, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 45sec

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