Baden-Badener Jugendclub U22 präsentiert Kurzfilm

Baden-Baden (sga) – Der Spielclub U22 hat sich umentschieden: Aus einem Abend auf der Freilichtbühne ist kurzerhand der Film „Mädchen wie die“ geworden.

Nehmen das Thema Emanzipation sehr ernst: Amy-Joy Exner und Isabell Dachsteiner (vorne, von links) sowie Miriam Fehlker und Rüdiger Lorth (von links).  Foto: Sarah Gallenberger

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Nehmen das Thema Emanzipation sehr ernst: Amy-Joy Exner und Isabell Dachsteiner (vorne, von links) sowie Miriam Fehlker und Rüdiger Lorth (von links). Foto: Sarah Gallenberger

Aus einem Bühnenstück ein Drehbuch schreiben? Kein Problem für Isabell Dachsteiner. Gemeinsam mit Dramaturgin Miriam Fehlker formulierte sie die Sätze um, die von einer Schülerin auf einem Mädcheninternat erzählen. Dort sind es soziale Strukturen, die das Leben der jungen Scarlett erschweren. Rollenklischees, die von klein auf wirken, extreme Gruppendynamik und eine strenge Hackordnung sind nur wenige der Dinge, mit denen sich die Schülerin täglich auseinandersetzen muss.

„So ist es doch heute in vielen Bereichen immer noch“, weiß Amy-Joy Exner. Die Rolle habe sie mit viel Leidenschaft und Freude erfüllt. Ein bisschen Wut war allerdings auch dabei, vor allem dann, wenn Scarlett mal wieder die strengen Regeln des Mädcheninternats befolgen soll.

Dort wird es alles andere als gemütlich, als von ihr ein Nacktfoto auftaucht und in Windeseile über die sozialen Medien nicht nur bei ihren Mitschülerinnen und den Jungs landet. Scarlett wird ausgegrenzt, beschimpft und gedemütigt – und schließlich als vermisst gemeldet.

Historische Rückblenden vertiefen Thematik

Es sind die sexistischen Strukturen, die laut Miriam Fehlker die junge Scarlett in eine Geschichte der Emanzipation werfen. Vertieft werde die Thematik mit historischen Rückblenden von bedeutenden Momenten aus den 20er-, 60er- und 80er-Jahren, als Frauen um ihre Rechte kämpfen mussten – alles mit der Kamera an verschiedenen Locations in der Stadt aufgenommen.

Insgesamt 14 Tage hat der Dreh nach Auskunft von Isabell Dachsteiner gedauert. Der rund 30 Minuten lange Film wurde aus Material zusammengeschnitten, das aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt wurde: Von einem Videochat, Videotagebuch und den Szenen aus der Rückblende sei alles dabei.

Für Schauspielerin Exner und ihre Kollegen sei die Vorbereitung eine „große Herausforderung“ gewesen, denn „ohne einen direkten Spielplaner“ sei die Sache gar nicht so einfach gewesen. Die Aufnahmen für das Tagebuch habe sie alleine in ihrem eigenen Zimmer aufnehmen müssen.

Als Material für Schulunterricht

Alles in allem sei „Mädchen wie die“ allerdings eine Erfahrung gewesen, die keiner aus dem Produktionsteam missen möchte. Und auch die Bürgerstiftung Baden-Baden freut sich in Vertretung von Vorstandsmitglied Rüdiger Lorth über das Projekt, das am kommenden Freitagabend um 20 Uhr im Haus am Goetheplatz gezeigt wird.

Was mit dem Film danach passiert, steht übrigens noch in den Sternen. Doch eins ist für Fehlker und Dachsteiner bereits klar: „In der Mottenkiste soll das Stück definitiv nicht landen.“ Vielleicht eigne er sich künftig als Material für den Schulunterricht.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
7. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

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