Baden-Badener OB-Wahlkampf kommt in Fahrt

Von BT-Redakteurin Sarah Reith

Baden-Baden (sre) – Der OB-Wahlkampf in Baden-Baden nimmt Fahrt auf: Laut Stadtverwaltung ist bereits „mehr als eine Bewerbung“ eingegangen. Zu den Bewerbern zählt Amtsinhaberin Margret Mergen.

Baden-Badener OB-Wahlkampf kommt in Fahrt

Pünktlich um Mitternacht zum Start der Frist wirft Margret Mergen, begleitet von Ehemann Wolfgang Pöter, ihre Bewerbung ein. Foto: Geburgis Mergen

In drei Monaten wählen die Baden-Badener ihr Stadtoberhaupt – und so langsam kommt der Wahlkampf in Fahrt: Laut Verwaltung ist bereits „mehr als eine Bewerbung“ um das Amt eingegangen. Oberbürgermeisterin Margret Mergen hat ihre Unterlagen zum frühestmöglichen Zeitpunkt in der Nacht zum Samstag in den Rathaus-Briefkasten geworfen. Am Montag informierte die Amtsinhaberin über ihre Pläne für die nächsten Monate.

Die Bewerbungsfrist startete am 11. Dezember, direkt nach Mitternacht. Mergen ließ es sich nicht nehmen, noch in der allerersten Minute und in Begleitung ihres Ehemannes die Unterlagen einzuwerfen – und das Ganze mit einem kleinen Video zu dokumentieren, das sie in den sozialen Netzwerken teilte. Doch sie blieb offenbar nicht lange die einzige Bewerberin: Laut Bürgermeister Alexander Uhlig, der den Gemeindewahlausschuss leiten wird, lag am Montagmorgen um 7.30 Uhr „nicht nur ein Briefumschlag“ im Kasten. Wie viele Umschläge es genau waren, wollte er allerdings nicht verraten. Auch Namen darf man von Rathausseite aus nicht nennen: Es obliegt den Kandidaten selbst, ihre Bewerbung öffentlich zu machen. Und das hat bisher nur die Amtsinhaberin getan.

Doch auch, wenn noch nicht klar ist, gegen wen Mergen antritt: Allein der Eingangszeitpunkt der Bewerbungen spielt schon eine Rolle. Denn in dieser Reihenfolge werden die Kandidaten später auf dem Wahlzettel aufgeführt. Alle Bewerbungen, die ab dem Start der Frist bis zum nächsten Werktag, 7.30 Uhr, eingetroffen sind, werden laut Uhlig allerdings als „zeitgleich eingegangen“ angesehen. In solchen Fällen entscheide das Losverfahren, welcher dieser Namen oben auf dem Wahlzettel erscheint. Dass Mergen die Erste war, sichert ihr demnach noch nicht unbedingt die oberste Position auf dem Wahlzettel.

Mergen lässt vergangene Jahre Revue passieren

Zumindest, was das Tempo ihres Wahlkampfes angeht, ist Mergen ihren noch unbekannten Kontrahenten momentan aber weit voraus: Am Montag lud sie bereits zu einem Pressegespräch ein. Sie wolle über Themenbereiche sprechen, „die mir wichtig waren und wichtig sind“, sagte sie. Mergen lies die vergangenen Jahre in der Kurstadt Revue passieren und verwies auf Verbesserungen, die in ihrer Amtszeit erreicht worden seien.

So sei Baden-Baden eine prosperierende Stadt, die Einwohnerzahl sei seit 2014 um fünf Prozent nach oben geschnellt auf 56.222 Einwohner. Das wäre laut Mergen nicht möglich gewesen ohne die Schaffung von Wohnraum: 1.100 Wohnungen seien entstanden, weitere sollen folgen, sagte sie mit Verweis auf geplante Baugebiete.

Zudem sei es ihr ein Anliegen gewesen, die Stadt für Kinder und Familien attraktiver zu machen: 17 Millionen Euro seien in Bau, Erweiterung und Modernisierung von Kitas gesteckt worden. Unter anderem auch auf Investitionen im Sportbereich, die Unterstützung des Ehrenamtes, die Eröffnung des Obstguts Leisberg und die Verlängerung der BKV-Verträge mit dem Land verwies Mergen als besondere Errungenschaften. Auch Erfolge in der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes zählte sie auf: So habe sich Oos-West weiterentwickelt, neue Gewerbegebiete seien erschlossen worden. Die verschiedenen Sanierungsgebiete, die „Gesundheitsstadt“ mit dem Ziel eines Zentralklinikums und die „dienstleistungsfreundliche Verwaltung“ sprach Mergen ebenfalls an. Insgesamt seien es „erfolgreiche Jahre mit vielen großartigen Begegnungen“ gewesen, betonte sie. Sie erinnerte auch an einen privaten Schicksalsschlag: 2019 war ihr Mann Wolfgang Pöter bei einem Motorradunfall schwer verletzt worden und verlor ein Bein. Die Anteilnahme vieler Baden-Badener hätten ihr damals sehr geholfen. „Die Stadt hat uns durch diese schwere Zeit getragen.“

Wahlkampf teilweise online

Ihren Wahlkampf in Corona-Zeiten will sie unter anderem online führen, wie sie erläuterte. So wolle sie in jeder Woche einen anderen Themenkomplex vom Klimaschutz bis hin zur Kulturstadt auf ihrer Homepage beleuchten, kündigte sie an. Auch ihre Whatsapp-Sprechstunde werde es weiter geben. Ansonsten müsse man schauen, was möglich sei. So werde sie sicher auf Märkten und in der Fußgängerzone präsent sein und Stadtteilrundgänge durchführen. Zusammenkünfte in Ortsteilhallen werde es aber nicht geben.

Auch ein Wahlprogramm werde sie später vorlegen, kündigte Mergen an. Dafür wolle sie aber zunächst Gespräche führen, um herauszufinden, welche Themen den Menschen wichtig seien.