Baden-Badener Philharmoniker: Mit Kammermusik durch die Corona-Krise

Baden-Baden (dü) – Die Musiker der Baden-Badener Philharmonie gestalten abwechslungsreiche Konzerte im Weinbrennersaal.

Cynthia Oppermann, Malte Rettberg, Thomas Fink und Tobias Kiedaisch (von links) sind nur einige der Musiker, die in unterschiedlichen Besetzungen auftreten.  Foto: Bongartz

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Cynthia Oppermann, Malte Rettberg, Thomas Fink und Tobias Kiedaisch (von links) sind nur einige der Musiker, die in unterschiedlichen Besetzungen auftreten. Foto: Bongartz

„Wir sind bisher ganz gut durch die Corona-Krise gekommen“, sagt Pavel Baleff, Chefdirigent der Baden-Badener Philharmonie, auf BT-Nachfrage. Seit Juni bietet der Klangkörper allwöchentlich mehrere Kammerkonzerte in der Reihe „Soirée musicale“ im Weinbrennersaal des Kurhauses an, bei denen die Musiker des Orchesters in verschiedenen Besetzungen zu erleben sind. „Inzwischen sind diese Konzerte jeweils ausverkauft“, stellt Baleff erfreut fest.

Ausverkauft klingt nach viel, doch aufgrund des angesichts der Corona-Pandemie geforderten Mindestabstands können im Weinbrennersaal zurzeit nur 60 Musikfreunde den Klängen lauschen. „Unser technischer Leiter hat zuvor den Saal mit dem Metermaß genauestens ausgemessen. Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir die vorsichtigste Variante mit den 60 Plätzen gewählt. Nichts wäre schlimmer, als wenn wir einen Corona-Fall hätten“, erläutert Baleff das Prozedere. Er würdigt in diesem Zusammenhang besonders auch die Mitarbeiter, die sich vor Ort bei der Organisation und den Eingangskontrollen engagieren, darunter auch Musiker des Orchesters.

Ein Septett für Trompete, Klavier und Streicher von Camille Saint-Saëns, ein Duett für Cello und Kontrabass von Giaccomo Rossini, ein Oboenquartett von Georg Philipp Telemann, ein Flötenquartett oder eine Serenade für Flöte, Bratsche und Cello von Mozart, eine Sonate für Horn, Trompete und Posaune von Francis Poulenc, ein Percussionduett und und und: Große Achtung hat der Chefdirigent vor den Musikerinnen und Musikern des Klangkörpers für die große Bandbreite ihrer künstlerischen Vorschläge für die Kammerkonzerte, deren Zahl sich auf 16 im Juni und 15 im Juli beläuft.

„Als städtische Einrichtung dürfen wir kein Risiko eingehen“

„Die Musiker unterbreiten mehr Vorschläge und Ideen, als wir bei der Programmgestaltung umsetzen können“, stellt der Chefdirigent erfreut fest. Bis 1. August sind die Kammerkonzerte jeweils mittwochs, freitags und samstags – Beginn ist stets um 18 Uhr – bereits terminiert. Und nach der Sommerpause der Philharmonie soll es am 4., 5. und 6. September weitere Auftritte der Kammermusikensembles geben.

„Wir sind froh, auf diese Weise auch in diesen schwierigen Zeiten unser Publikum erfreuen zu können“, sagt Baleff. Überlegungen, Konzerte mit dem kompletten Klangkörper im Freien zu veranstalten, haben die Verantwortlichen verworfen, weil dann manche Vorschrift wie etwa die Kontrolle des vorgeschriebenen Mindestabstands der Besucher nicht habe gewährleistet werden können. Baleff: „Als städtische Einrichtung dürfen wir kein Risiko eingehen.“ Auch die finanziellen Kosten gelte es dabei im Auge zu behalten: „Eine größere Bühne sowie mehr Personal kostet gleich viel mehr Geld.“

Und das Publikum: „Wir sehen immer sehr viele glückliche Menschen im Publikum“, freut sich Baleff, der es sich nicht nehmen lässt, hin und wieder bei den Konzerten die Besucher am Eingang selbst zu begrüßen. „Dabei äußern sich die Menschen dankbar über dieses Musikangebot und anerkennend für die Leistungen der Musiker. Das Publikum will Kultur.“

Weitere Infos zu dem Kammermusikangebot im Internet unter www.philharmonie.baden-baden.de.

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Erstellt:
24. Juli 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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