Baden-Badener Weingut Knapp baut neuen Zentralstandort

Baden-Baden (hez) – In der Hildastraße in Lichtental sollen ein zum Weingut Knapp gehörender Weinkeller und Gastronomie entstehen. Der städtische Gestaltungsbeirat zeigt sich begeistert.

Alte Weinlage: Auf diesem Grundstück an der Hildastraße soll das neue Weingut Knapp entstehen.  Foto: Henning Zorn

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Alte Weinlage: Auf diesem Grundstück an der Hildastraße soll das neue Weingut Knapp entstehen. Foto: Henning Zorn

„Ein wirklich schönes Vorhaben“, sagte Bürgermeister Alexander Uhlig am Mittwoch – und dies ist in einer Sitzung des städtischen Gestaltungsbeirats nicht allzu oft von ihm zu hören. Doch Beirat und Verwaltung zeigten sich angetan von den Plänen des renommierten Baden-Badener Weinguts Knapp, sich in Lichtental an der Hildastraße einen neuen zentralen Standort zu schaffen.

Auf einem großen, unbebauten Wiesen-Grundstück zwischen Hildastraße, Brahmsstraße und Franz-Fehringer-Weg wollen Winzer und Architekt Heinz Knapp, der unter anderem auch die städtischen Rebflächen bei Lichtental pflegt, und sein Sohn Urban ein neues Weingut erbauen – die übrige Fläche soll mit Reben neu bepflanzt werden. Urban Knapp, der das Projekt gestern dem Gestaltungsbeirat vorstellte, verwies in seiner Begründung für das Vorhaben darauf, dass man momentan vier Betriebsstandorte habe.

Probierstube mit Außenterrasse

Diese wolle man nun an einem Platz zusammenführen, um sich so vor allem Fahrtstrecken zu sparen. Hier sei man auch genau am richtigen Standort, denn bei dem Hang-Grundstück handele es sich um eine historische Weinlage: „Es ist dokumentiert, dass hier schon im 14. Jahrhundert Wein angebaut wurde“, betonte Knapp. Das mit einer Natursteinmauer zur Straße hin abgegrenzte Weingut soll aus zwei Teilen bestehen.

Im Basisgeschoss (Keller) wird die Lagerung der edlen Tropfen erfolgen, während sich im oberen Stockwerk die Besucher mit den Produkten vertraut machen können. So soll es dort die Möglichkeit zur Degustation ebenso geben wie eine Wein-Boutique und eine kleine Gastronomie mit Außenterrasse. Über verglaste Öffnungen sollen Besucher die Gelegenheit bekommen, in den Keller zu schauen und gegebenenfalls die gerade dort stattfindenden Arbeiten zu verfolgen. Der neu angelegte Baden-Badener Weinwanderweg soll direkt am neuen Weingut Knapp enden. Der Standort, so betont die Verwaltung, verlange ein „sehr sensibles Vorgehen bei der Konzeptentwicklung“.

Lehrgarten für alte Obst- und Rebsorten

Das Grundstück liege nämlich nicht nur im Außenbereich, sondern auch im Thermalquellenschutzgebiet Zone II, im Naturpark sowie innerhalb der Unesco-Pufferzone (Welterbe). Gleichzeitig grenze es an vorhandene Wohnbebauung und beinhalte auch noch naturschutzfachliche Herausforderungen. Daraus ergebe sich eine sehr anspruchsvolle Bauaufgabe.

Dies sieht auch der Gestaltungsbeirat so, der sich im vergangenen November mit einer ersten vorgelegten Planung für das Projekt beschäftigte. Damals zeigte man sich noch nicht so recht zufrieden, der „Fußabdruck“ der Bebauung und der sonstigen versiegelten Flächen wurde als viel zu groß angesehen. Gefordert wurde ein Zugang von Besuchern des Weinguts von Süden her. Damit, so hieß es damals, solle auch erreicht werden, dass „die Bewohner und Bewohnerinnen der angrenzenden Wohnbebauung durch die Gäste, die zur Verkostung wollen oder sich für den Lehrgarten der alten Reb- und Obstsorten interessieren, nicht gestört werden“. Die beiden zunächst separat geplanten Gebäudeteile, so schlug der Beirat vor, sollten übereinander geschoben werden.

„Ambitioniertes Vorhaben“

Dies sei bei der aktuellen Planung nun geschehen, betonte Urban Knapp. Das stieß bei der Sprecherin des Gremiums, Stefanie Eberding, auf große Begeisterung: „Unsere Hinweise wurden eingearbeitet, und das macht uns glücklich.“ Uta Stock-Gruber bestätigte, dass „die Richtung stimmt“ und bescheinigte den Knapps ein „ambitioniertes Vorhaben“.

Urban Knapp freute sich über die Zustimmung des kritischen Gremiums und wies auch darauf hin, dass man für das Projekt mittlerweile eine Bauvoranfrage eingereicht habe. Gleichzeitig werde momentan ein ökologisches Gutachten erarbeitet. Ebenso habe man eine Überprüfung von Schallschutzfragen in Auftrag gegeben. Bislang liege nur ein Vorentwurf vor, es werde aber jetzt eine Detailplanung erarbeitet.

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Erstellt:
17. Februar 2022, 06:30 Uhr
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