Baden-Badener Wörthböschel für alle Generationen

Baden-Baden (sga) – Die Umgestaltung hat begonnen: Im Wörthböschelpark entstehen ein „Wilder Westen“, ein Fitnesspfad und ein Bereich für „Chillen und Grillen“ – Wohlfühlzonen für alle Generationen.

Freuen sich auf das Projekt: Bernd Angstenberger und Markus Brunsing (von links). Foto: Sarah Gallenberger

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Freuen sich auf das Projekt: Bernd Angstenberger und Markus Brunsing (von links). Foto: Sarah Gallenberger

Es ist eines der größten landschaftsarchitektonischen Projekte Baden-Badens, das am Ende viel Platz für Groß und Klein bietet: Bis November soll der Wörthböschelpark in Oos umgestaltet werden. Für Oberbürgermeisterin Margret Mergen ist klar: „Hiermit schreiben wir ein weiteres schönes Kapitel in unserer Stadt.“

Denn bisher haben die Gestaltungen des Parks, der vor allem für die kleine Runde mit dem Hund bekannt ist, lange auf sich warten lassen. Bereits 2011 hatte die strategische Entwicklungsplanung Baden-Baden sich das Ziel gesetzt, den Wörthböschel attraktiver werden zu lassen. 2017 folgte dann ein Förderantrag beim Regierungspräsidium, der vom Fachgebiet Park und Garten und der Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung (GSE) im Rahmen des erweiterten Sanierungsgebiets Oos gestellt wurde.

Park gibt es seit 40 Jahren

Und nun soll es endlich so weit sein: Pünktlich „zum 40. Geburtstag des Parks“, wie Markus Brunsing als Leiter des Fachgebiets Park und Garten weiß, stehen attraktive Spielangebote und Aufenthaltsbereiche für alle Generationen auf der Agenda. Vom Land gibt es für das 856.000 Euro schwere Projekt, das auch die Realisierung des Grünen Bands entlang der Oos vorsieht, eine Förderung von 60 Prozent. In dem rund fünf Hektar großen Wörthböschelpark wird bereits seit vergangenem Dienstag gearbeitet – während der Umgestaltung soll der Park für alle zugänglich bleiben.

Spielplatz „Wilder Westen“: Wie bereits an vielen anderen Spielplätzen auch hat Bernd Angstenberger als Abteilungsleiter Planung im Fachgebiet Park und Garten wieder seiner Kreativität freien Lauf gelassen. Auf rund 3.000 Quadratmetern Spielfläche soll ein „Wilder Westen“ entstehen: Neben hölzernen Tipies im Indianerdorf, einem Trockenbach mit wackeligen Seerosen, schwingenden Kanus und einem wippendem Silberpfeil ist sogar noch genug Platz für eine Seilbahn sowie eine Vogelnest- und Partnerschaukel. Umgeben von Gräsern und einer vom nordamerikanischen „Indian-Summer“ inspirierten Baumpflanzung können die kleinen Indianer auf einem Spielhügel ihre Fantasie ausleben – und ihren Feinden, den Cowboys, auflauern. Als typisches Holz der Rocky Mountains wird hierfür der obere Teil des im März 2020 in der Lichtentaler Allee abgebauten Mammutbaums dienen. Sobald der „Wilde Westen“ fertiggestellt ist, wird der alte Spielplatz – der bisher direkt an der Straße und für Brunsing „sowieso nicht vorteilhaft platziert“ worden ist, weichen.

Fitnesspfad und Pumptrack-Bahn

Jugendbereich und Pumptrack: Auch die etwas Älteren sollen künftig im Wörthböschelpark viel Platz bekommen. „Gemeinsam mit Vertretern der Baden-Badener Jugendinitiative wurde ein entsprechender Bereich geplant, an dem zwei Grillplätze, eine Streetball-Fläche sowie weitere ‚Chill-Möglichkeiten‘ entstehen sollen“, klärt Brunsing auf. In diesem Bereich soll auch die Pumptrack-Bahn entstehen – eine speziell geschaffene Fahrradstrecke, auf der durch das Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufgenommen wird.

Fitnesspfad: Entlang eines Rindenmulchwegs als Verbindung des Spielplatzes mit dem Grünen Band im Bereich des Tausendfüßlers entstehen zwei Fitnesszonen für ein zeitgemäßes Outdoor-Sportangebot. Reckstange, Rudertrainer und eine Platte zur Gleichgewichtsübung kann von allen Generationen zu vielfältigen Bewegungsabläufen und zum Training von Kraft, Koordination und Balance genutzt werden.

Spielwiese und Wegeergänzung: Parallel zu dem gemeinsamen Fahrrad- und Fußweg der Grünen Einfahrt wird ein zusätzlicher reiner Fußweg angelegt. Die zentrale Spielwiese soll so als offene Fläche erhalten bleiben und durch zwei Bolzplatztore ergänzt werden

Rückzugsort für die Bürger im Westen

Mergen freut sich auch deshalb besonders über den neuen zentralen Bürgerpark im Westen der Stadt, weil sie bereits vor sieben Jahren das erste Mal den Bereich im Visier gehabt und schon damals nach einer anschaulichen Lösung gesucht habe. „Auch, weil wir somit endlich ein Verbindungsstück der einzelnen Stadtteile entwickeln können, das noch dazu hübsch aussieht und zum beliebten Rückzugsort der Bürger werden könnte.“ Zwar gebe es davon schon reichlich in Baden-Baden – doch diese seien meist im Bereich der Lichtentaler Allee zu finden, „wo wir doch noch genügend andere Plätzchen haben, die genauso einen Besuch wert sind“.

Auch Brunsing ist der Meinung, dass sich nicht immer alles an den altbekannten Orten abspielen muss. Unabhängig davon lasse sich auch nicht alles in der Allee umsetzen – weil es entweder gar nicht geht oder gewollt ist. Und schließlich stehe ja auch schon seit Jahren die Frage im Raum, wo denn Jugendliche endlich ihren Platz zum entspannen finden könnten „ohne sich ausgegrenzt zu fühlen“. Alles in allem, so Brunsing, sei das Konzept für den Wörthböschelpark vor allem eines: Ein Beweis dafür, dass nicht immer alles neu gestaltet werden muss – „sondern einfach durch neue Ideen zu einem wunderbaren Ort werden kann“.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
11. April 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 18sec

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