Baden-Badener hilft blinden Kindern

Baden-Baden (co) – Dutzenden Kindern in Nepal hat Michael Bauer aus Baden-Baden durch sein Hilfsprojekt wieder zum Augenlicht verholfen. Doch Corona wirkt sich negativ auf das Spendenkonto aus.

Szene im mobilen „Eye-Camp“: Häufig kommen ganze Familien mit zur Untersuchung durch die nepalesischen Augenärzte. Foto: Michael Bauer

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Szene im mobilen „Eye-Camp“: Häufig kommen ganze Familien mit zur Untersuchung durch die nepalesischen Augenärzte. Foto: Michael Bauer

Das soziale Engagement von Michel Bauer in Nepal, insbesondere für erblindete Kinder und Erwachsene, wird immer umfangreicher. Da er wegen Corona keine Bildvorträge mehr halten kann, brechen ihm jetzt die Spenden weg, die ohne Abzüge in das Projekt fließen.

Seit bald zwei Jahrzehnten pflegt Michael Bauer Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung Nepals, die sich über unzählige Besuche festigten. Immer wieder engagierte sich der Weltenbummler auch sozial, ohne viel Aufhebens davon zu machen – wobei sein Augenmerk besonders auf der Hilfe zur Selbsthilfe liegt, weshalb die Projekte, die er ins Leben rief, immer umfangreicher werden.

Michael Bauer engagiert sich seit vielen Jahren. Foto: Privat

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Michael Bauer engagiert sich seit vielen Jahren. Foto: Privat

So überwies Bauer direkt nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 dank gesammelter Spenden 6 000 Euro für Desinfektions-, Narkose- und Verbandsmaterial, wodurch innerhalb von 24 Stunden in vielen Gebieten Soforthilfe geleistet werden konnte. 2006 konnte er einem erblindeten Kind durch eine Operation wieder zum Augenlicht verhelfen, durch die Vermittlung seiner Sherpa-Freunde folgten weitere. Seitdem konzentriert sich Bauer auf dieses Projekt.

Kooperation mit Frauen vor Ort

Anfangs wurden erblindete Kinder oder solche mit Augenkrankheiten in dem Land noch stigmatisiert oder gar versteckt. Heute ist das anders. Denn seit 2016 klinken sich die „Business Women“ aus Pokhara mit ein. Bauer schwärmt von einer Win-Win-Situation für beide Seiten. Die einheimischen Frauen übernehmen vor Ort die perfekte Organisation der mobilen „Eye-Camps“, in denen zwei bis drei Augenärzte unterwegs sind und teils wie am Fließband operieren. Überwog anfangs noch die Angst, haben sich die Erfolge des mobilen Ärzteteams inzwischen herumgesprochen, und wo immer sie ihr Camp aufschlagen, stehen die Menschen Schlange für eine Behandlung. Häufig sind die Beschwerden bedingt durch eine bakterielle Infektion, die gut behandelt werden kann.

Die „Business Women“ wiederum erfahren durch ihre Tätigkeit eine spürbare Aufwertung von Frauen in der Gesellschaft. Seit sich 2018 auch das renommierte Himalaya Eye Hospital eingeschaltet hat und sich engagiert, können immer weitere Teile der nepalesischen Bevölkerung erreicht werden. Eine großzügige finanzielle Zuwendung der Damen des Bastelkreises von St. Bonifatius ermöglichte im vergangenen Jahr den Kauf eines transportablen Gerätes zur Augenuntersuchung, wodurch die Eye Camps und ihre ambulanten Eingriffe noch mehr ausgeweitet wurden. „Bis Februar 2020 wurden 47 Kinder von ihrer Erblindung befreit. Die Anzahl Sehbehinderter, denen geholfen wurde, kann ich nicht mehr überschauen“, bilanziert Bauer das erfolgreiche Projekt.

„Predigt“ brachte viele Spenden ein

Dankbar ist er Pfarrer Michael Teipel für die „Ersatzpredigt“, die er an seiner Stelle in St. Bonifatius im November 2019 mit Leinwand und Beamer halten durfte. Das vorgegebene Thema war „Wie ist dir Gott begegnet“. Nach einigen Fotos, passend zur Schöpfungsgeschichte, schilderte Bauer die Begegnung mit einem erfolgreich operierten Jungen und dessen Staunen, als er aus seinem bisherigen ewigen Dunkel heraus die Welt entdeckte und zum ersten Mal seine Eltern sah. Der daraufhin eingegangene, erhebliche Spendenbeitrag wurde in medizinisches Gerät investiert.

Doch dass seine Bildvorträge über Nepal und das „Eye-Projekt“ coronabedingt ausfallen müssen, hat Auswirkungen auf den Stand des Spendenkontos. Zudem hat die Pandemie auch Nepal erreicht, die Grenzen sind geschlossen. Bauer möchte so bald wie möglich (auf eigene Kosten selbstverständlich) dorthin reisen, um zu prüfen, wie Familien von unheilbar Blinden durch ein Selbsthilfeprogramm nachhaltig unterstützt werden können. Wer das Hilfsprogramm unterstützen möchte, kann sich telefonisch an Bauer wenden unter (0 72 21) 7 34 38.

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Erstellt:
6. Dezember 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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