Baden-Badener produzieren mehr Müll

Baden-Baden/Rastatt (ans) – Die Kurstadt ist weiterhin Spitzenreiter bei den Bioabfällen. Die Corona-Pandemie schlägt sich in der Abfallbilanz nieder.

Die hohe Hoteldichte in Baden-Baden sorgt für zusätzlichen Müll. Foto: Arno Burgi/dpa

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Die hohe Hoteldichte in Baden-Baden sorgt für zusätzlichen Müll. Foto: Arno Burgi/dpa

Die Baden-Württemberger haben 2020 mehr Müll produziert als im Jahr zuvor. Auch im Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden landete mehr Unrat in den Abfallbehältern. Insgesamt 12,74 Millionen Tonnen beseitigten die öffentlich-rechtlichen Entsorger. Im Vorjahr waren es 12,24 Millionen Tonnen im Land.

Insgesamt 4,088 Millionen Tonnen fielen im vergangenen Jahr an häuslichen Abfällen an. Pro-Kopf gerechnet, verursachte in 2020 jeder Einwohner im Land rund 368 Kilogramm Rest- und Sperrmüll, Bioabfälle sowie wertstoffhaltige Abfälle. „Das ist zwar ein Anstieg von 13,5 Kilo pro Person, aber wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass 2020 mit der Corona-Pandemie ein Ausnahmejahr war – auch für die Abfallwirtschaft“, ordnete der Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) die gestiegenen Mengen an Haushaltsabfällen ein.

„Das ist zwar ein Anstieg von 13,5 Kilo pro Person, aber wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass 2020 mit der Corona-Pandemie ein Ausnahmejahr war – auch für die Abfallwirtschaft“, ordnete der Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) die gestiegenen Mengen an Haushaltsabfällen ein.

Mehr Müll in Baden-Baden

Auch im Stadtkreis Baden-Baden ist das Müllaufkommen gestiegen. Im Jahr 2019 lag dieses noch bei 8.654 Tonnen. 2020 produzierten die Baden-Badener 8.692 Tonnen Abfall. Außerdem ist das Aufkommen an Biomüll in der Kurstadt besonders hoch: 126 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Nirgendwo sonst landeten mehr Essensreste in der Tonne. Damit liegt Baden-Baden, wie bereits 2019, an der Tabellenspitze in der landesweiten Abfallbilanz. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt lag im Jahr 2020 bei 55 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Pressesprecher Roland Seiter führte das auf die hohe Dichte an Hotels in der Kurstadt zurück. „In Baden-Baden werden pro Jahr über eine Million Übernachtungen gebucht“, so Seiter. Mehr Gäste, die in Hotels und Restaurants speisen, bedeuteten folglich ein höheres Aufkommen an Bioabfällen.

Im Landkreis Rastatt fiel ebenfalls mehr Müll als 2019 an. Die Haus- und Geschäftsmüllmenge im Abfuhrgebiet des Landkreises stieg um 595 Tonnen und im Abfuhrgebiet der Stadt Bühl um 65 Tonnen. Die Sperrmüllmenge stieg ebenfalls. 2019 wurden 3.611 Tonnen Sperrmüll entsorgt. 2020 waren es dagegen 4.461 Tonnen. Insgesamt lag die Hausmüllmenge bei 17.797 Tonnen. Die Mengensteigerung um 660 Tonnen, also 3,85 Prozent, ist auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Homeoffice, Kurzarbeit und weniger Freizeitaktivitäten – viele verbrachten mehr Zeit zu Hause. Zum anderen setzte sich der Trend einer steigenden Einwohnerzahl fort, welche im Vergleich zum 30. Juni 2019 um 268 auf 231.948 Einwohner gestiegen ist. Trotz erhöhter Abfallmenge gebe es bei der Entsorgung bislang keine Probleme, ließ Kreissprecher Michael Janke wissen.

Gebühren im Landkreis gestiegen

Die Gebühren, die ein Vier-Personen-Haushalt aktuell für die Abfallentsorgung zahlen muss, liegen bei gut 171 Euro. Damit haben sich die Abfallgebühren zu Beginn dieses Jahres erhöht – im Landesdurchschnitt um 3,8 Prozent. Auch im Landkreis Rastatt sind die Abfallgebühren gestiegen und liegen derzeit bei 59,10 Euro. Damit ist der Preis ähnlich hoch wie 2015, als noch 57,90 Euro anfielen. „Insgesamt liegt der Landkreis Rastatt nach wie vor im unteren Bereich bei den Abfallentsorgungsgebühren in Baden-Württemberg“, betonte Janke. Die Abgaben seien erstmals seit 2012 gestiegen. „Aktuell sind noch ausreichende Kapazitäten auf unseren Deponien im Land vorhanden“, sagte Baumann mit Blick auf die Entsorgungsinfrastruktur im Land. „Bis 2028 reichen die Kapazitäten der Deponie in Oberweier aus, darüber hinaus muss mehr Kapazität geschaffen werden“, so Janke.

Weitere Informationen zur Abfallbilanz 2020 finden Sie hier.

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
3. August 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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