Baden-Badenerin Kristina Hammer neue Salzburger Festspielpräsidentin

Baden-Baden (cl) – Die neue Salzburger Festspielpräsidentin Kristina Hammer aus Baden-Baden soll das Festival in eine neue Ära führen. Diese besondere Marke gelte es, „vorsichtig weiterzuentwickeln“.

Marketingspezialistin an der Spitze der Salzburger Festspiele: Die promovierte Juristin Kristina Hammer aus Baden-Baden ist mit dem Festival seit ihrer Kindheit vertraut.  Foto: Anne Zeuner/Salzburger Festspiele

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Marketingspezialistin an der Spitze der Salzburger Festspiele: Die promovierte Juristin Kristina Hammer aus Baden-Baden ist mit dem Festival seit ihrer Kindheit vertraut. Foto: Anne Zeuner/Salzburger Festspiele

Für die Salzburger Festspiele beginnt nach den beiden Jubiläumsausgaben zum 100-jährigen Bestehen nun eine neue Ära mit einer Baden-Badenerin an der Spitze. Die Juristin und Marketingspezialistin Kristina Hammer aus der kleineren Festspielstadt ist die zehnte Präsidentin der großen Salzburger Festspiele – und reiht sich dort ein unter so berühmten präsidialen Festivalrepräsentanten wie Mitbegründer Richard Strauss. Ihre Vorgängerin, die gebürtige Salzburgerin Helga Rabl-Stadler, hat sich nach 27-jähriger Amtszeit als eine der erfolgreichsten Präsidentinnen verabschiedet.

Das Weltereignis der klassischen Musik und des Theaters höchster Güte verzeichnet Jahr für Jahr einen überwältigenden Besucheransturm und einen Jetset-Rummel. Diese herausragende Stellung muss immer wieder behauptet und finanziert werden. Eine der Hauptaufgaben der Festspielpräsidentin wird es sein, für die Vorhaben die Sponsoring-Kontakte hochzuhalten und zu erweitern. Zudem steht das Festival vor einer baulichen Großinvestition, der Generalsanierung und Erweiterung der beiden Festspielhäuser.

„Wir müssen ein neues Kapitel aufschlagen“, betonte der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Vorstellung von Festspielpräsidentin Kristina Hammer Ende November. Vordringlichen Entwicklungsbedarf sieht er sowohl bei den Formaten als auch der Digitalisierung. Wie alle Kulturveranstalter müssen auch die Salzburger vermehrt jüngeres Publikum begeistern, auch, um „Zeichen der Lebendigkeit zu setzen“, wie ihr Intendant Markus Hinterhäuser bemerkte, und sie wollen als politisch-kulturelle Brückenbauer Vorreiter bleiben. Das Kuratorium der Festspiele hat für diese gewaltigen Aufgaben des Festspieldirektoriums die Badenerin mit langjähriger internationaler Markenerfahrung aus einem Kreis von sechs herausragenden Bewerbern hinzugeholt, wie es hieß in einer einstimmigen Entscheidung.

„Ich bin von Demut erfüllt – stolz und dankbar“, erklärte Hammer im Großen Festspielhaus von Salzburg nach ihrer Inthronisierung. Die 53-jährige gebürtige Karlsruherin, Tochter des früheren IHK-Präsidenten Hans-Jürgen Ganß, und aufgewachsen bis zum Abitur in Baden-Baden, betonte, dass sie mit Salzburg seit ihrer Kindheit eng verbunden sei. „Ich durfte an Proben von Herbert von Karajan teilnehmen und das Debüt von Anne-Sophie Mutter miterleben. Ich habe die Bilder noch heute vor mir“, schwärmte sie. „Die Festspielbesuche gehörten bereits fest zu meiner Jugend.“

„Lassen Sie mich ankommen, lassen Sie mich den Menschen in Salzburg zuhören“

Diese besondere Marke gelte es „zu schützen und ganz vorsichtig weiterzuentwickeln im Laufe der Zeit und der Jahre“, so Hammer. Es dürfe aber nicht nur ein Festival für die Reichen und Schönen sein, erklärte die Präsidentin zu ihrer zukünftigen Aufgabe, mit der sie ihre langjährige Managementkarriere nun krönt. Hammer hat nicht nur das Luxuskaufhaus „Steffl“ in Wien als Geschäftsführerin auf den Weg gebracht, sie war in der Marketing-Kommunikation von Premium-Marken der Automobilindustrie wie Daimler und Ford tätig oder für das Modelabel S. Oliver. 2006 gründete Hammer ihr eigenes Beratungsunternehmen für Marketingstrategien von Großunternehmen in Zürich. Nun also ist sie zuständig für die Premium-Marke „Salzburger Festspiele“ – ihr Vertrag ist auf fünf Jahre angelegt.

Inzwischen ist Kristina Hammer, mit einem Österreicher verheiratet und Mutter zweier Kinder, auch mit ihrer Familie von der Schweiz nach Salzburg übergesiedelt. Von den Kunden ihres 2006 gegründeten Beratungsunternehmens „Hammer Solutions“ hat sie sich bereits zum Jahresende verabschiedet. Hammer wird sich nun voll und ganz auf Salzburg konzentrieren und setzt zunächst auf das Kommunikative, mit Mitarbeitern und den Bürgern vor Ort.

Seit Januar ist sie im Amt – und will es langsam angehen lassen. „Es wäre falsch, wenn ich an dieser Stelle bereits einen Zehn-Punkte-Plan vorstellen würde“, verkündete Hammer mit strahlendem Lächeln, „lassen Sie mich ankommen, lassen Sie mich den Menschen in Salzburg zuhören.“ Konkreter zu ihren Veränderungsideen wolle sie sich erst später im Jahr in Interviews äußern, wie es bei den Salzburger Festspielen hieß. Im Direktorium der Festspiele wird Kristina Hammer neben dem künstlerischen Intendanten Markus Hinterhäuser und dem Kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz für die Vernetzung des Festivals und die engen Kontakte zum Sponsoring zuständig sein. Wie ihre Vorgängerin Rabl-Stadler ist Hammer Juristin, studiert hat sie in Mainz und promoviert in Wien.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
4. Januar 2022, 20:00 Uhr
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