Baden-Badenerin trägt japanischen Lolita-Style

Baden-Baden (co) – Ulrike Kalisch bringt mit dem japanischen Lolita-Style ihre Persönlichkeit zum Ausdruck. Eine Präsentation ist im Café König geplant.

Ulrike Kalisch präsentiert den japanischen Lolita-Style im blühenden Kurgarten. Foto: Conny Hecker-Stock

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Ulrike Kalisch präsentiert den japanischen Lolita-Style im blühenden Kurgarten. Foto: Conny Hecker-Stock

Wenn Ulrike Kalisch durch die Stadt läuft, zieht sie ganz selbstverständlich alle Blicke auf sich. Bewundernd, amüsiert oder neugierig, die ganze Palette ist sie gewöhnt, seit sie einen speziellen Modestil für sich entdeckt hat: Lolita-Fashion japanischen Ursprungs. Von Kindheit an zeigte sie Interesse an diesem Stil, ausgelöst durch Animes, Trickfilmserien japanischer Mangas. Mit 14 Jahren entdeckte sie dann die Mode der japanischen Lolitas für sich „das war Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt sie im BT-Gespräch. Einen ganz ähnlichen Weg schlug ihre heutige Freundin ein, die in der Kurstadt geborene Lisa Notaro. Beide lernten sich beim Studium der Japanologie in Heidelberg kennen und entdeckten sehr rasch ihre gemeinsame Leidenschaft. Diese japanische Lolita-Fashion orientiert sich an der Eleganz des Rokokos und des viktorianischen Zeitalters und verbindet diese mit einer prinzessinnenhaften Niedlichkeit.

Details spielen große Rolle

Ulrike Kalisch geht es nach eigenen Worten nicht darum, Aufmerksamkeit zu erregen, daran hat sie sich längst gewöhnt. Sie möchte mit dem Lolita-Style vielmehr ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleihen „in einem schlichten Shirt würde ich mich niemals wohlfühlen“, sagt sie selbstbewusst. Sie fühle sich durch diese Mode sehr gut repräsentiert, da sie sich allgemein zu Menschen hingezogen fühlt, die sich etwas ausgefallener kleiden. Bei den japanischen Lolitas wirken viele „süße“ Details wie zur verspielten Bluse und Rock passende Strümpfe und Schuhe, Haardekoration und Schmuck, ebenso wie ihre Frisur, Mimik und Gestik. Es ist ein teurer Spaß, sich so exquisit zu kleiden, da alles direkt aus Japan importiert wird, wo der Stil Mitte der 70er Jahre in Tokio entwickelt wurde, erzählt Ulrike Kalisch. Diese frühen Marken seien bis heute etabliert, ihre Garderobe vervollständigt sie meist vor Ort.

Gemeinsam mit Lisa Notaro, die seit Januar eine Vollzeitstelle in Tokio hat und einige Jahre dort verbringen möchte, hat sie jetzt die Idee einer Lolita-Fashion Tea-Party in der Kurstadt entwickelt. Diese seien in Japan total angesagt, um diesen Modestil einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen. Über ihren Bekanntenkreis konnten sie jetzt sieben Freundinnen gewinnen, die gemeinsam mit ihnen diese Lolita-Mode am 8. September während einer Tea-Party im Café König präsentieren werden. Ohne Laufsteg oder Ähnliches, sie haben einfach einen großen Tisch reserviert und werden allein schon durch ihr Auftreten für Furore sorgen. Lisa Notaro und Ulrike Kalisch verleihen den Freundinnen für diesen Tag Modelle aus ihrem eigenen Fundus. „Wir wollen mit der Aktion Mut machen, zu einem individuellen Lebensstil zu stehen und diesen auch über alternative Mode zum Ausdruck zu bringen“ sagt Ulrike Kalisch.

Vor allem ältere Leute sind häufig begeistert

Morgens lassen sich die neun jungen Frauen das Make-up stylen und die Haare frisieren, es wird dauern, bis dann alle Rüschen und Schleifchen richtig sitzen. Lolita sei kein „fast Fashion Trend“, sondern orientiere sich an heute eher als altmodisch abgestempelten Prinzipien wie langen Röcken, Strumpfhosen und bedeckter Haut, erklärt Kalisch. Weshalb sich häufig gerade ältere Leute begeistert zeigten von ihrem Anblick. Und wer freundlich fragt, darf sie auch gerne fotografieren.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
25. August 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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