Baden-Racing-Chef Jacobs gibt sich optimistisch

Iffezheim (kgö) – „Kein typischer Profisport, sondern Leistungsprüfungen“: Baden Racing hofft auf Zuschauer bei der Großen Woche. Man setze auf die Vernunft und möchte aktuell vom Rechtsweg absehen.

Noch scheint nicht endgültig abgemachte Sache, ob auch die Große Woche ohne Zuschauer stattfinden wird. Foto: Frank Sorge

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Noch scheint nicht endgültig abgemachte Sache, ob auch die Große Woche ohne Zuschauer stattfinden wird. Foto: Frank Sorge

Die Baden-Racing-Gesellschaft hat ihre Hoffnungen auf die Zulassung von mehr als 500 Zuschauern bei der zweigeteilten Großen Woche an den beiden ersten September-Wochenenden mit insgesamt fünf Renntagen noch nicht aufgegeben. „Das Glas ist mehr als halb voll. Es kann einfach nicht sein, das wir auf unserem großen Areal unter Einhaltung aller Abstands- und Hygiene-Regeln keine Zuschauer auf die Bahn lassen dürfen. Wir haben beim Frühjahrs-Meeting bewiesen, dass es funktioniert“, sagte Andreas Jacobs, der Mehrheitsgesellschafter des Veranstalters der Rennen, gestern gegenüber dem BT.
Jacobs argumentiert weiter: „Wir sind auch kein typischer Profisport, sondern wir veranstalten Leistungsprüfungen zur Erhaltung der Vollblutzucht im Rahmen des Tierzuchtgesetztes.“ Mit dieser Begründung hatte Galopper-Verbandspräsident Michael Vesper die Behörden schon zu Beginn der Corona-Pandemie überzeugt und es war gelungen, bereits am 7. Mai in Hannover – und damit vor der Fußball-Bundesliga – Wettbewerbe ohne Besucher zu veranstalten. Vesper ist auch jetzt eng in den Kampf um die Zuschauer-Zulassung eingebunden, einen direkten Kontakt zum Parteifreund und Grünen-Gründungsmitglied Winfried Kretschmann in Stuttgart gibt es aber nicht.

„Herr Vesper wird zunächst noch einmal den Weg durch die Institutionen gehen, um zu überzeugen, bei der Großen Woche eine angemessene Anzahl von Besuchern zuzulassen“, gab Jacobs gestern den Stand der Dinge wieder. Der in Hamburg lebende Unternehmer räumt aber auch ein: „Es gibt jetzt die Entscheidung der zuständigen Kultus-Ministerin. Deshalb auch unser Weg an die Öffentlichkeit.“ Die Baden-Racing-Gesellschaft will im Moment allerdings von einem Rechtsweg absehen und setzt auf eine Lösung der Vernunft.

Gesamtschaden lässt sich noch nicht beziffern

Ob mit ohne Zuschauer – die Auswirkungen der Pandemie sind für den führenden deutschen Rennveranstalter heftig. „Wir haben einen Ausfall von 40 Prozent unserer Sponsoren-Einnahmen. Sehr viele Partner haben allerdings großes Verständnis gezeigt und sind sogar mit Gästen dabei. Longines wird auch den Großen Preis von Baden sponsern“, sagt Jacobs. Die Rennpreise und Züchterprämien sind bis zu 50 Prozent reduziert, in einigen Fällen auch zu 70 Prozent. Jacobs: „Wie hoch unser Gesamtschaden ist, lässt sich heute noch nicht beziffern.“

Ein weiteres Problem könnte sich für das Oktober-Meeting anbahnen. Hoppegartens Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh hat angedeutet, das Europa-Gruppe-I-Rennen um den Großen Preis von Berlin am 18. Oktober zeitgleich mit dem Finale in Iffezheim zu veranstalten. „Dann wird es bei uns keine Rennen geben“ sagt Jacobs unmissverständlich. Verbandspräsident Vesper hatte allerdings zuvor schon erklärt, dass der Berlin Grand Prix in keinem Fall ausfallen werde. Der 3. Oktober ist dafür im Gespräch.

Ihr Autor

Klaus Göntzsche

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Erstellt:
25. Juli 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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