Baden Racing: Wie geht es weiter?

Iffezheim (fk/kgö) – Bei der ersten Gesprächsrunde zwischen der Gemeinde Iffezheim und Baden-Racing sei die Stimmung positiv gewesen. Wie soll es in Zukunft weiter gehen?

Wie es auf dem Iffezheimer Turfgelände weitergeht und mit welchen Konzepten, ist weiter offen.Foto: Florian Krekel

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Wie es auf dem Iffezheimer Turfgelände weitergeht und mit welchen Konzepten, ist weiter offen.Foto: Florian Krekel

Positiv sei die Stimmung gewesen. Es herrsche Einigkeit, dass es in Iffezheim auch zukünftig Galopprennen geben solle. Das berichten Iffezheims Bürgermeister Christian Schmid und Baden-Racing-Geschäftsführerin Jutta Hofmeister am Dienstag unisono gegenüber dem BT über eine erste Gesprächsrunde von Interessensvertretern und Politik zur Zukunft von Baden-Racing und der Iffezheimer Rennen. Doch eines wird dabei auch klar: Eine Lösung kam bei dem Gespräch nicht auf den Tisch.
Es sei zunächst darum gegangen, alle auf den gleichen Stand zu bringen, Zahlen vorzulegen und so eine Basis für die weiteren Diskussionen und ein gemeinsames Verständnis zu legen, so Hofmeister.

Allerdings: Viel Zeit bleibt nicht. Zum Ende des Jahres hat Baden-Racing den Pachtvertrag für das Gelände gekündigt – gepflegt wird es danach nicht mehr. Michael Vesper, Präsident des Deutschen Galopp, sagte am Dienstag, man habe in der Gesprächsrunde viel Verständnis für die Situation der Rennbahn und eine sehr große Bereitschaft zu deren Unterstützung gespürt. „Ohne einen Schulterschluss mit der Politik in der Region und im Land bis hin zum Bund wird es nicht gehen. Deshalb umfasste der Kreis der Teilnehmer an diesem Runden Tisch auch bewusst alle Ebenen. Keiner sollte auf den anderen zeigen, jeder sich fragen, wo man selber helfen kann“, sagte Vesper dem BT auf Nachfrage. „Natürlich gilt das auch für uns: Deutscher Galopp ist bereit und interessiert, diese herausragende Rennbahn zu erhalten und dort Galopprennen auf höchstem Niveau zu veranstalten. Aber das strukturelle Defizit ist für den Rennsport nicht länger verkraftbar.“

Zum Thema der möglichen Mehrheitsbeteiligung Gerhard Schöningh, dem Eigner der Galopprennbahn Hoppegarten (der am Runden Tisch teilnahm), erklärte Vesper: „Herr Schöningh beschäftigt sich intensiv mit den Chancen und Risiken der Bahn. Eine Entscheidung, ob und wie es in Iffezheim weitergeht, muss sehr bald fallen, möglichst noch in diesem November:“

Beteiligung von Gerhard Schöningh?

Auch zur Frage des Rollenspiels der regionalen Unternehmer und Besitzer im Zukunftskonzept äußerte sich Vesper gegenüber dem BT: „Natürlich wäre es zu begrüßen, wenn sich vor Ort ein starker Rennverein zusammenfindet, der die Region noch intensiver an die Bahn bindet. Auch dafür wird sich Deutscher Galopp einsetzen.“

Für den Einstieg von Schöningh spricht momentan vor allem eine damit verbundene sechsstellige Einsparung von Personal- und Verwaltungskosten durch vorhandene Strukturen in Hoppegarten. Die Rede ist von etwa 300000 Euro.

Iffezheims Rathauschef Schmid hegt zwar die Hoffnung, dass bis zum 1. Januar eine Lösung gefunden werde, gesteht aber ein, dass das ein sehr ambitionierter Zeitplan sei. Gleichzeitig unterstrich er, dass allen die Bedeutung des „Leuchtturms Rennbahn“ bewusst sei und es durchaus positive Signale gebe, dass sich weitere Gesellschafter für Baden-Racing neben Andreas Jacobs und Paul von Schubert finden könnten. Die beiden Baden-Racing-Hauptgesellschafter hatten schon seit Längerem mehrfach angekündigt, das finanzielle Engagement nicht mehr alleine stemmen zu wollen. Tue sich ein weiterer Investor oder ein Konsortium auf, könnten beide aber auch zukünftig mit im Boot bleiben – nur nicht mehr im Steuerhaus, sondern eher in den Passagierräumen, so Hofmeister.

Ob das alle finanziellen Probleme löst, bleibt indes fraglich. Schmid betonte am Dienstag erneut, dass die Kommune nicht auf die Erhebung einer Pachtzahlung verzichten könne. Allerdings seien alle Seiten kompromissbereit, gegenseitiges Entgegenkommen sei unabdingbar. „Wie das konkret aussehen könnte und aus welchen Richtungen Subventionen kommen könnten, ist Gegenstand der aktuellen und kommenden Gespräche“, so Schmid.

Sowohl er als auch Hofmeister hoffen auf mögliche Fördertöpfe von Bund und Land. Die gibt es allerdings im Normalfall nur für Investitionen, und nicht in Form einer unterjährigen regelmäßigen Unterstützung. Ob sich andere Investoren auftun, ist unklar – die Hoffnungen ruhen wohl auch auf anderen regionalen Profiteuren, etwa der Stadt Baden-Baden oder auch dem Landkreis Rastatt. Baden-Baden unterstützt Baden-Racing bereits in Form eines Rennpatronats. Mit der Sanierung der Sandtrainingsbahn durch die Besitzer hat Baden-Racing zumindest schonmal eine finanzielle Herausforderung weniger.

Neben den Interessensvertretern aus Sport und kommunaler Politik waren an dem Runden Tisch auch Vertreter der Bundes- und Landespolitik beteiligt. Ende November soll es weitere Gespräche geben.


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