Badener drücken SC Freiburg die Daumen

Mit Werner Bartenbach würden viele Fußball-Fans gerne tauschen: Er ist beim DFB-Pokalendspiel im Olympiastadion in Berlin live dabei

Schwärmt für den SC Freiburg: Anja Möbs aus Baden-Baden hofft auf den Pokalsieg. Foto: Bernd Kamleitner

Schwärmt für den SC Freiburg: Anja Möbs aus Baden-Baden hofft auf den Pokalsieg. Foto: Bernd Kamleitner

Ganz Baden-Baden im Fußball Fieber? Das wäre zu dick aufgetragen. Die Bäderstadt ist keine Fußballhochburg (mehr). Dem Endspiel um den DFB-Pokal in Berlin fiebern aber auch Fußball-Fans in Baden-Baden entgegen. Die von der Redaktion Befragten drücken dem Sportclub Freiburg gegen RB Leipzig die Daumen: Badener für das Team aus Baden.

Anja Möbs hat sich für das Foto des Zeitungsreporters ihren SC-Schal umgelegt. „Der Sportclub Freiburg ist eine Mannschaft der Herzen“, schwärmt sie vom Überraschungs-Finalisten. In Freiburg, so ihr Eindruck, steht der Kommerz nicht so im Vordergrund wie bei anderen Profi-Vereinen. Das ist Möbs sympathisch. Jetzt hofft sie, dass der SC an diesem Samstag seinen ersten Titel holt.

Für den Wahl-Baden-Badener und Sportmanager Ronny Zeller ist das Team aus Freiburg „der Hammer der Saison“. Der ehemalige KSC-Manager und Berater des KSC-Trainers Christian Eichner ist in der Szene bestens vernetzt. Bei der Hochzeit von Rudi Völler, einst Nationalstürmer, Ex-Nationaltrainer und bis vor kurzen Sportdirektor von Bayer Leverkusen, war er Trauzeuge und ist ein Duz-Freund von Ex-Nationaltrainer Jogi Löw. Zellers Wertschätzung der Arbeit des SCF ist groß. „Ich bewundere den Verein und was dort geleistet wird!“ Ob das für den Pokalsieg reichen wird? Auf dem Papier sieht Zeller Leipzig favorisiert, aber einen 2:1-Erfolg für das Breisgau-Team hält er für möglich. „Ich wünsche mir, dass Freiburg gewinnt!“.

Damit steht er nicht alleine da. Werner Bartenbach, Schriftführer des Fußballvereins im Stadtteil Sandweier, hat ein Privileg, um das ihn jeder Fußball-Fan beneidet: Er wird an diesem Samstagabend im Olympia-Stadion in Berlin sitzen. Der mittlerweile 70-jährige Ex-KSC-Spieler, in der Region von Trainerstationen beim VfB Gaggenau und dem SV Sinzheim bekannt, profitiert von Verbindungen seines Sohnes. „Superklasse“ kommentiert er die Tatsache, dass es Freiburg bis ins Endspiel geschafft hat. Gemessen nach den Einzelspielern sieht er Leipzig im Vorteil. Aber der Pokal hat eigene Gesetze. Wie Zeller tippt Bartenbach auf einen 2:1-Sieg der Streich-Elf.

Hans-Reinhard Scheu outet sich als SC-Fan

Das ist auch der Tipp der weiteren Gesprächspartner. „Baden hält zusammen“, sagt Thomas Fritz, Sportvorstand beim Bezirksligisten FV Baden-Oos. Eine Pokal-Fete seines Vereins im Clubhaus ist am Abend aber nicht geplant. Der Club bangt noch um den Klassenerhalt und spielt am Sonntag gegen den FV Muggensturm.

Hans-Reinhard Scheu hat alle Saisonspiele der Freiburger im Fernsehen mitverfolgt. Aus seiner Vorliebe zum SC macht der 80-Jährige keinen Hehl. „Auf die alten Tage darf ich die Nähe zu einem Verein haben“, betont der weit über Baden-Baden hinaus bekannte Fußball-Experte. In seinem Job als Hörfunk-Sporteporter und TV-Sportmoderator musste er sich dagegen in Zurückhaltung üben und Neutralität walten lassen. Scheu analysiert im Ruhestand die Stärken und Schwächen der beiden Pokalfinalisten nach wie vor messerscharf. In der Freizeit kickt er auch selbst noch. Das Endspiel wird Scheu am Bildschirm verfolgen – „mit Gänsehaut und Schwitzehändchen“, wie er verrät.

Wie es sich anfühlt, einen Pokal zu gewinnen, das kennt Thomas Volz aus seiner aktiven Zeit. Der Chef des in die Kreisliga B abgestürzten einstigen regionalen Top-Vereins SC Baden-Baden gewann als Spielertrainer mit dem SV Ulm 1948 gegen DJK Rastatt den Bezirkspokal – nach Verlängerung und Elfmeterschießen. Das war am 27. Mai 1996. Für Volz, der einst auch für den FC Rastatt 04 und den SC Baden-Baden spielte, ist der Erfolg nach wie vor präsent: „Ein Pokalsieg ist für jeden Spieler ein Highlight.“ Nach Verlängerung könnte das auch dem SC gelingen, glaubt Volz.

Entspannt verfolgt Sabine Murza das Pokalendspiel. Das Fußballherz der Wahl-Baden-Badenerin aus Gelsenkirchen schlägt Blau-Weiss – nicht KSC, sondern Schalke. Eine ihrer drei Puppen, denen sie die Stimme leiht, ist die Kanalratte Kalle – leidenschaftlicher Schalke-Fan. Mit dem Bundesliga-Aufstieg der Schalker gab es bereits Grund zum Feiern. „Kalle hat so viel Bier getrunken, dass er sich vom Dosenpfand einen Mallorca-Urlaub leisten kann“, scherzt die Künstlerin. Dennoch: Auch sie drückt dem SC Freiburg ganz fest die Daumen.

Nach der Shownach Berlin

Die Pokal-Stimmung in der Hauptstadt wird ihr nicht entgehen. Nach der Show in der „klag“-Bühne in Gaggenau am Freitagabend startet Murza mit ihrem Mann an diesem Samstag nach Berlin. Ziel ist nicht das Olympia-Stadion, sondern Verwandtschaft. Kalle sowie die weiteren Figuren – Frau Adelheid und Kakadu Dudu – fahren übrigens mit: Die Heimfahrt wird für einen Murzarella-Auftritt in Krefeld unterbrochen.

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Im Fußball-Fieber: Fans des SC Freiburg hoffen auf den Pokalsieg der Mannschaft von Christian Streich. Foto: Patrick Seeger/dpa

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Im Fußball-Fieber: Fans des SC Freiburg hoffen auf den Pokalsieg der Mannschaft von Christian Streich. Foto: Patrick Seeger/dpa


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