Badestelle in Leiberstung verzögert sich

Sinzheim (nie) – Die geplante Badestelle in Leiberstung wird wohl erst später als erhofft Realität werden: Ein Start im Jahr 2022 erscheint mittlerweile wenig wahrscheinlich.

Still ruht der See - und das wird wohl auch noch etwas länger so bleiben: Die Einrichtung einer Badestelle dauert länger als geplant. Foto: Kieswerk/av

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Still ruht der See - und das wird wohl auch noch etwas länger so bleiben: Die Einrichtung einer Badestelle dauert länger als geplant. Foto: Kieswerk/av

„Wenn wir nicht dem Bergrecht unterliegen würden, könnten wir starten“, hatte Hauptamtsleiter Ronald Pfefferle im Prinzip gute Nachrichten für die Gemeinderäte dabei. Er präsentierte dem Gremium den aktuellen Sachstand zur geplanten Badestelle in Leiberstung. Erfahrungsgemäß dauere die Bearbeitung beim Bergamt lange, führte Pfefferle in der jüngsten Sitzung aus, sodass die vormals angepeilte Inbetriebnahme der Badestelle im Jahr 2022 mittlerweile als recht ambitioniert angesehen werde. Das Bergamt hat die Aufgabe, den sogenannten Teilabschlussbetriebsplan zu prüfen, erst nach dieser Genehmigung kann die Gemeinde mit der Ausführungsplanung und der Umsetzung weitermachen.

Konkretere Aussagen zum Zeitplan könnten erst nach der Antwort des Bergamts gemacht werden. „Diese Genehmigung durch die Bergbehörde ist erforderlich, weil aus dem Baggersee in Leiberstung Quarzsand gewonnen wird. Dieser Rohstoff unterliegt dem Bergrecht (im Gegensatz zum Beispiel zum Baggersee Weitenung)“, erläutert die Verwaltung dazu. Vorgesehen ist, dass der Kieswerkbetreiber Ende Juni seinen Entwurf des Teilabschlussplans der Gemeinde verlegt und diese ihn prüft. Dann geht er weiter an die Bergbehörde.

So sieht der Entwurf aus, der jetzt umgesetzt werden soll. Repro: BT

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So sieht der Entwurf aus, der jetzt umgesetzt werden soll. Repro: BT

In anderen Teilbereichen könne man dagegen schon Definitives vermelden. Pfefferle zählte auf: Am 7. Juni sei vom Landratsamt die Baugenehmigung erteilt worden; mikrobiologische Untersuchungen des Badewassers seien unbedenklich ausgefallen; zwar ist das Wasser laut Gesundheitsamt mit PFC belastet, eine Gefährdung beim Baden sehe das Amt aber nicht; die Seeböschungen im Bereich der geplanten Badestelle seien standsicher. Hinsichtlich dieses letzten Punktes habe der Kieswerkbetreiber ein Standsicherungsverfahren für die Böschungen erarbeiten lassen. Dabei habe sich eben zum einen die ausreichende Standsicherheit gezeigt, zum anderen sei empfohlen worden, das Ufer im Bereich der sogenannten Wasserwechselzone abzuflachen.

Aber Ronald Pfefferle erläuterte, dass die Recherchen der Gemeinde ergeben hätten, dass es keine Vorgaben hinsichtlich der Neigung von Uferböschungen an Badestellen gebe. Darum wolle man von einer Abflachung eher Abstand nehmen, auch vor dem Hintergrund, dass sich dann die anvisierte Liegefläche (3.500 Quadratmeter groß) derart verkleinern würde, „dass die Ausweisung einer Badestelle aus unserer Sicht keinen Sinn mehr machen würde“, wird in den Unterlagen konkretisiert.

Die Verwaltung rechnet mit Kosten von etwa 475.000 Euro für das Projekt. Während Josef Rees (CDU) für den Ortschaftsrat Leiberstung seine Freude über den Fortschritt kundtat, wies Kurt Rohner zum wiederholten Mal darauf hin, dass vonseiten der Verwaltung noch immer keine laufenden Kosten aufgeführt seien.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
28. Juni 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
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