Badische Industrie ist zuversichtlicher

Baden-Baden/Freiburg (tas) – Die Lage könnte besser sein, doch die Industriebetriebe entlang des Oberrheins erwarten wieder bessere Geschäfte. Das zeigt eine Umfrage des Wirtschaftsverbandes WVIB

Licht am Ende des Tunnels: Viele badische Industrieunternehmen erwarten für 2021 wieder steigende Umsätze

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Licht am Ende des Tunnels: Viele badische Industrieunternehmen erwarten für 2021 wieder steigende Umsätze

Schlechter als ursprünglich erwartet, aber weniger schlimm als befürchtet – so ist derzeit das Stimmungsbild in der badischen Industrie. Wenn man sich die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage des Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Baden (WVIB) ansieht, herrscht sogar eine gewisse Zuversicht, dass die Corona-Krise dem Ende entgegengeht.
Jedes halbe Jahr befragt der Freiburger Verband, der sich auch als Schwarzwald AG bezeichnet, seine mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und den Aussichten auf die kommenden sechs Monate. Rund 400 Unternehmen beteiligten sich dieses Mal daran. Die Corona-Krise habe die Unternehmen „hart, aber nicht frontal getroffen“, sagte WVIB-Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer am Dienstag bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Freiburg.

Zwar sind die Umsätze der badischen Industriebetriebe im vergangenen Jahr im Schnitt um fast 8,5 Prozent eingebrochen, wie die Erhebung zeigt. Doch die Lage hat sich zusehends gebessert. Der harte Lockdown in der ersten Jahreshälfte 2020 hatte noch für ein Einnahmeminus von zwölf Prozent gesorgt, bis zum zweiten Lockdown gab es dann „eine überraschend kräftige Erholung“. Auch die Erwartungen spiegeln einen zunehmenden Optimismus wider. 42 Prozent der befragten Unternehmer erwarten in den nächsten sechs Monaten steigende Umsätze, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 26 Prozent.

Trotz Umsatzverlusten hat sich die Ertragslage bei den Unternehmen nicht so stark verschlechtert wie befürchtet. 20 Prozent der Befragten berichten von einer guten Ertragslage, ein Jahr zuvor waren es noch 25 Prozent. 53 Prozent schätzen diese als befriedigend ein (2019: 52 Prozent). 27 Prozent (2019: 22 Prozent) bezeichnen sie als schlecht. „Die vergleichsweise gute Ertragslage kommt nicht zuletzt durch die hohen Einsparungen für Reisen und Messen zustande“, sagte Münzer. „Vertrieb geht in einer weltweiten Pandemie auch online, aber bitte – so sagen viele – nur als Not- und nicht als Dauerlösung.“

„Kampf wird sichnoch verschärfen“


Dass Corona auch an anderer Stelle für Marktverwerfungen sorgt, nehmen die Unternehmen der Schwarzwald AG derzeit mit Sorgen zur Kenntnis: Der globale Mangel an Halbleiterprodukten, der Autokonzerne wie Daimler derzeit zu Produktionsdrosselungen zwingt, trifft nicht nur die badischen Zulieferer, sondern auch viele andere Industriebranchen. „Dieser Kampf wird sich im Laufe des Jahres noch verschärfen“, sagte WVIB-Präsident Thomas Burger, der auch Geschäftsführender Gesellschafter des Antriebstechnik-Spezialisten Burger Group in Schonach ist.

Der WVIB steht mit seinen rund 1.000 Mitgliedern entlang des Oberrheins für zusammen rund 362.000 Beschäftigte weltweit, 250.000 von ihnen arbeiten hier in der Region. Einige der Betriebe sitzen auch in Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt.


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