Badminton: Offenburg unverhofft in Liga eins

Offenburg (mei) – Vor der abgelaufenen Saison hatte der Badminton-Club den Klassenerhalt in Liga zwei ausgegeben. Das hat nicht geklappt. Denn künftigt schlägt der BCO in der Bundesliga auf.

Voll konzentriert am Netz: Die Zwillinge Jonas (links) und Lukas Burger haben großen Anteil am Aufstieg des BC Offenburg in die Badminton-Bundesliga. Foto: Sven Heise

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Voll konzentriert am Netz: Die Zwillinge Jonas (links) und Lukas Burger haben großen Anteil am Aufstieg des BC Offenburg in die Badminton-Bundesliga. Foto: Sven Heise

Trotz der immer größer werdenden Kommerzialisierung schreibt der Sport auch ohne finanzkräftige Investoren seine eigenen (Erfolgs-)Geschichten. Ein Kapitel dazu hat in der vergangenen Saison der BC Offenburg beigetragen. Überraschend schaffte der Verein den Aufstieg und startet in der neuen Runde erstmals in der ersten Badminton-Bundesliga.

„Wir haben vor der Saison den Klassenverbleib als Ziel ausgegeben und mit einem Platz im vorderen Mittelfeld geliebäugelt. Es war nicht damit zu rechnen, dass wir am Ende aufsteigen“, sagt Jürgen Burger, Teammanager und stellvertretender Vorsitzender BC Offenburg. Während der Saison sei das Team in einen Lauf gekommen und habe die stärkeren Teams geschlagen. Dabei gelang es unter anderem, Meister TV Hofheim in beiden Spielen zu besiegen. Da der TVH auf sein Aufstiegsrecht verzichtete, profitierte der BCO und musste nicht in die Aufstiegsrunde.

BCO setzt seit Jahren auf den Nachwuchs

Der Erfolg kommt indes nicht von ungefähr. Seit Jahren setzt der Verein auf den Nachwuchs und Spieler aus der Region. Teile des aktuellen Kaders spielten bereits in der BCO-Jugend. Neben dem Aufstieg der ersten Mannschaft schaffte die Reserve den Sprung in die Baden-Württemberg-Liga, die dritte Mannschaft stieg in die Verbandsliga auf.

„Wir werden das Abenteuer Bundesliga annehmen“, freut sich Burger. Der Teammanager gibt zu, dass viele Vereine von der Bundesliga abgeschreckt sind. Um im Oberhaus mithalten zu können, müssten deutsche Top-Spieler oder Spieler aus dem Ausland verpflichtet werden. Dies werde der Verein nicht tun und weiterhin an seiner Philosophie festhalten. Bis auf den Esten Karl Kert spielt kein Ausländer beim BCO. Auch in Zukunft wolle der Verein kein Team aus zahlreichen Legionären werden. Deshalb werde der BCO mit den Spielern in die Bundesliga gehen, die sich den Erfolg erarbeitet haben. Lediglich in der Breite soll das Team verstärkt werden.

Abstieg wäre kein Beinbruch

Passend hierzu wurde die 33-jährige Französin Sashina Discher verpflichtet. Sie trainierte seit Längerem beim BCO mit, ist mit dem französischen Erstliga-Akteur Philipp Discher, Bruder der BCO-Spieler Johannes und Simon, verheiratet und passt bestens ins Konzept. „Natürlich ist es ein gewisses Risiko, das wir eingehen, aber ein Abstieg wäre kein Beinbruch für den Verein“, erklärt Burger.

Dass der BCO als Außenseiter in die Bundesliga startet und das Ziel in der kommenden Saison deshalb nur Klassenverbleib lauten kann, ist wenig überraschend. „Wir werden versuchen den einen oder anderen Punkt zu holen – und am Ende wird abgerechnet“, sagt der Teammanager.

Dabei hofft Burger auf eine größere Unterstützung der Zuschauer. Zwar sei die Stimmung bei Heimspielen immer gut, doch durchschnittlich 70 Zuschauer seien auf diesem Niveau deutlich zu wenig. Schließlich gastieren fortan Spieler wie der zweifache Europameister Mark Lamsfuß in Offenburg. Die Saison startet im September mit einem Heimspiel. Der Gegner ist noch offen.

Anfänge mit selbst gebautem Netz

1980 spielten ein paar Jugendliche mit Holzschlägern einen Plastikball über ein selbst gebautes Netz. Ein Jahr später folgte für den BC Offenburg die Aufnahme als eigenständige Abteilung beim Sportclub Offenburg. Der Verein wuchs schnell und feierte sportliche Erfolge. Nach einer kurzen Talfahrt ging es ab 2010 von der Landesliga bis in die Bundesliga. Der Verein hat fünf Mannschaften bei den Aktiven und setzt seit Jahren auf Regionalität und eine erfolgreiche Jugendarbeit. Immer wieder holen Jugendspieler, auf Landes- und Bundesebene gute Platzierungen.

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Ihr Autor

Stefan Meister

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Erstellt:
11. Mai 2022, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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