Bäderbetrieb für die nächsten zwölf Jahre sichern

Rastatt (dm) – Die Bäderentwicklung geht in eine neue Richtung. Im Zeichen von Corona sehen die Stadtwerke den Kombibad-Neubau in weiter Ferne.

Blick ins Alohra, unter dessen Oberfläche beträchtliche Schäden schlummern. Foto: Stadtwerke

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Blick ins Alohra, unter dessen Oberfläche beträchtliche Schäden schlummern. Foto: Stadtwerke

Angesichts der Corona-Krise und der damit verbundenen finanziellen Ausfälle richtet sich die Stadt Rastatt darauf ein, dass der geplante Bau des neuen Kombibads für Jahre in die Ferne rückt. Der Gemeinderat soll am Montag ein Sanierungsgutachten für Alohra und Natura in Auftrag geben, das „dringend notwendige“ Maßnahmen enthält, um den Betrieb beider Bäder für weitere zehn bis zwölf Jahre zu sichern, also bis ins Jahr 2032. (Sitzungsbeginn: 17.30 Uhr, Badner Halle).
Das heißt auch: Grundsätzlich wird der Kombibad-Bau nicht infrage gestellt. Zuletzt war die Diskussion im Februar wieder aufgeflammt, als OB Hans Jürgen Pütsch den Gemeinderat aufforderte, das bisherige Konzept abzuspecken, weil Stadt und Stadtwerke sonst finanziell überfordert wären. Als Baukostenobergrenze, bei der Schluss sein soll, wurden 40 Millionen Euro genannt (brutto: 47,6 Euro).

Doch was würde demgegenüber eine grundlegende Sanierung der beiden bestehenden Bäder kosten? Auch hier müsste man den städtischen Unterlagen zufolge von einer Verdoppelung der Ursprungsangaben ausgehen: 16,6 Millionen Euro (brutto: 19,7 Millionen) hatte im Jahr 2013 ein Gutachten genannt, als man auch noch davon ausging, ein Kombibad für rund 20 Millionen Euro bauen zu können. Summa summarum geht die Stadt inzwischen von 33,2 Millionen Euro vergleichbarer Sanierungskosten aus. Neben Preissteigerungen und einem Posten für Unvorhergesehenes müssten substanzielle Schwächen neu bewertet, neue Vorschriften (unter anderem Brandschutz) und der aktuelle Stand der Technik berücksichtigt werden. Die Verwaltung weist zudem auf bekannte technische Probleme bei einer grundlegenden Sanierung, sprich Erneuerung, hin, vor allem die Betonsanierung im Alohra sei kritisch zu sehen.

Entscheidungsprozess vor Neuordnung

Gleichzeitig stellt die Verwaltung fest, dass der Entscheidungsprozess angesichts der aktuellen Situation aber einer „Neuordnung“ bedarf. Der wirtschaftliche Kraftakt zur Bewältigung der Corona-Krise sowie Gewerbesteuer- und sonstige Ausfälle seien noch nicht zu beziffern, Entscheidungen seien daher „zu hinterfragen und möglicherweise zurückzustellen beziehungsweise zu verschieben oder zu strecken“. Daher sollen Alohra und Natura bis zu einer Haushaltskonsolidierung nach der Krise in Betrieb gehalten werden. „Es ist zu bezweifeln, dass ein Kombibad bis zum Jahr 2025 fertiggestellt sein wird“, heißt es in den Unterlagen für den Gemeinderat. An anderer Stelle wird indes betont: Erst nach dem Gutachten, das klären soll, wie der Bäderbetrieb für weitere zehn bis zwölf Jahre aufrecht erhalten werden kann, könne tatsächlich abgeschätzt werden, ob es sinnvoll erscheine, das Kombibad gleich auf den Weg zu bringen oder das Projekt zu verschieben, um Zeit zu gewinnen – etwa für einen „möglichen erneuten Projektstart in vier bis sechs Jahren“.

Das Gutachten soll Tragwerksplanung (insbesondere das Dach), Baukonstruktion im Grundwasserbereich, Brandschutz, Lüftung und die Badewasseraufbereitung inklusive hygienerechtlicher Maßnahmen ins Auge nehmen. Bei einer Umsetzung seien dann vermutlich Betriebsschließungen über Monate hinweg erforderlich. Dabei stehen auch weitere Einschnitte zur Betriebskosteneinsparung wie etwa die Öffnungszeiten oder der Weiterbetrieb des beheizten Alohra-Außenbeckens auf dem Prüfstand.

Zuletzt sah der Zeitplan vor, mit dem Kombibad-Bau im Frühjahr 2023 zu beginnen. Bislang hat der städtische Eigenbetrieb Bäder, Versorgung und Verkehr laut Verwaltung 520000 Euro in das Projekt gesteckt.

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Erstellt:
15. Mai 2020, 11:00 Uhr
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