Bäuerle: „Impulse in die richtige Richtung geben“

Rastatt (fk) – Verena Bäuerle kandidiert im Wahlkreis Rastatt für die AfD: Die aktuelle Politik hält sie für völlig falsch.

Ist stolz auf das kulturelle Erbe in Mittelbaden: Verena Bäuerle im Park von Schloss Favorite in Rastatt. Foto: Florian Krekel

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Ist stolz auf das kulturelle Erbe in Mittelbaden: Verena Bäuerle im Park von Schloss Favorite in Rastatt. Foto: Florian Krekel

Rastatt – Den Treffpunkt zum Gespräch mit dem BT am Schloss Favorite hat Verena Bäuerle nicht von ungefähr gewählt. Zum einen sei sie Rastatter Kreisrätin, zum anderen mache sie das kulturelle Erbe Rastatts stolz. Markgräfin Sibylla Augusta und ihr Stil hätten es ihr angetan, erzählt die Durmersheimerin. Und nicht zuletzt auch Sibylla Augustas Mann, der „Türkenlouis“. Der habe „sich der Islamisierung Europas erfolgreich widersetzt“.

„Der Islam gehört nun mal nicht zu Deutschland. Er war nicht identitätsstiftend und kulturprägend für unser Land; unsere Traditionen und Gesetze gründen auf dem Fundament des christlichen Glaubens“, sagt die 56-Jährige, die für die Alternative für Deutschland (AfD) im Wahlkreis Rastatt bei der Bundestagswahl kandidiert. Zuwanderung will sie entsprechend begrenzen. „Streng gläubige Muslime orientieren sich neben dem Koran auch an der Scharia, einem ganz eigenen Werte- und Rechtssystem.“ Das sei durchaus gefährlich. Zwar, sagt Bäuerle auf Nachfrage, gelte das nicht für alle Muslime, aber Linke und Grüne wollten den Islam zur dritten Glaubensrichtung in Deutschland machen, und das sei falsch.

„Müssen ein waches Auge haben“

„Da muss man ein waches Auge haben – und je mehr Muslime nach Deutschland kommen, desto mehr Antisemitismus gibt es“, nennt Bäuerle Gründe, weshalb sie die Zuwanderung streng reglementieren will. Diese Ablehnung sei kein Widerspruch zu ihrem christlichen Glauben, sagt sie auf Nachfrage. Nicht zuletzt sei das auch ein wichtiger Punkt gewesen, warum sie in die AfD eingetreten sei: Die „zunehmende Überfremdung“ ihres Landes und „manche Dreistigkeit der Zugewanderten“ – etwa dass christliche Kreuze abgehängt worden seien – hätten sie geärgert. Allgemein spüre sie in Deutschland einen Wertverlust, der auch durch „immer stärker werdende linke Ideologien“ verursacht werde.

Das sei ihr besonders aufgefallen, als sie aus dem Oman – wo sie einst als Entwicklungshelferin arbeitete – nach Deutschland zurückgekehrt sei. Dagegen wolle sie ankämpfen, sagt Bäuerle. Und dafür brauche es die AfD. Die CDU sei dafür „nicht mehr wertkonservativ“ genug.

Einst Entwicklungshelferin

Zuwanderung im Allgemeinen lehnt Bäuerle allerdings nicht ab. Man brauche Fachkräfte. Mit den Asylsuchenden seien aber „viele Wirtschaftsmigranten mitgeschwommen. Das hätte man anders machen müssen. Etwa durch Auffangzentren außerhalb Deutschlands.“ Impulse zu geben, das Land wieder in die aus ihrer Sicht richtige Richtung zu lenken, das sei Aufgabe der AfD. Dabei ist sie sich durchaus bewusst, dass das schwierig werden könnte. Denn Bäuerle hat keinen Platz auf der AfD-Landesliste, müsste also, um in den Bundestag zu kommen, schon das Direktmandat im Wahlkreis holen, was schwierig werden dürfte. Dennoch sei es ihr Ziel, in den Bundestag einzuziehen, so Bäuerle, die neben ihrer Zeit als Entwicklungshelferin auch in der Pflege gearbeitet hat und unter anderem in der evangelischen Kirche engagiert ist. Änderungen, so sagt sie, brauche es auch in der Pflege- und Wirtschaftspolitik. Die Corona-Lockdowns seien falsch gewesen und hätten dem Mittelstand nur das Leben schwer gemacht.

„Greendeal ist falsch“

Auch „ein Greendeal“ und CO2-Steuern seien deshalb nicht richtig. Das sei mit Blick auf den Klimawandel nicht notwendig, da dieser nicht durch die Industrialisierung und den Menschen verursacht worden sei, sondern aus einer natürlichen Schwankung resultiere. „Es hat auch in früheren Jahrhunderten schon wärmere Phasen gegeben.“ Beim Thema Corona ist sie der Meinung, man solle eher auf das „gottgegebene Immunsystem“ setzen, das meist „gut funktioniere“. Todeszahlen und extreme Pandemieszenarien des Robert-Koch-Instituts hält sie für falsch.

In ihrer Freizeit reist Bäuerle gerne und bricht auch zur ein oder anderen Wanderung auf. Darüber hinaus hat es ihr die Numismatik angetan.

Ihr Autor

BT-Redakteur Florian Krekel

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Erstellt:
20. September 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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