Bahn investiert Rekordsumme im Südwesten

Rastatt/Stuttgart (lsw/BT) – Mit 2,07 Milliarden Euro will die Deutsche Bahn im Südwesten Gleise erneuern, Weichen austauschen und Brücken sanieren. Auch der Bahnhof Rastatt soll erneuert werden.

230 Kilometer Gleise sollen in den kommenden Monaten im Südwesten erneuert werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archiv

© dpa

230 Kilometer Gleise sollen in den kommenden Monaten im Südwesten erneuert werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archiv

Mit einer Milliardensumme will die Deutsche Bahn im Südwesten dieses Jahr unter anderem Gleise erneuern, Weichen austauschen und Brücken sanieren. Man werde für all die Projekte zusammen rund 2,07 Milliarden Euro in die Hand nehmen, sagte eine Bahn-Sprecherin. Das sei eine Rekordsumme – so viel Geld sei in einem Jahr noch nie in die Eisenbahninfrastruktur im Südwesten geflossen.

Zu den größten Bauprojekten zählen die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Ulm und Friedrichshafen (Südbahn), die Modernisierung der Schwarzwaldbahn, die von Offenburg nach Singen führt, sowie die für Sommer geplanten Arbeiten an der Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke.

Projektübergreifend will die Bahn im laufenden Jahr in Baden-Württemberg 230 Kilometer Gleise, 290 Weichen und acht Brücken sowie 115 Haltepunkte und Bahnhöfe erneuern. Dazu zählen auch mittlere und kleinere Stationen wie Beimerstetten, Konstanz, Rastatt und Villingen.

Großbaustelle Schwarzwaldbahn

Im Rahmen der Modernisierung der Schwarzwaldbahn werden laut Bahn rund 60 Kilometer Gleise, 63.000 Schwellen und 100.000 Tonnen Schotter angepackt. „Aus dieser Menge Stahl könnten zwei Drittel des Eiffelturms nachgebaut werden“, so eine Vergleichsangabe. Insgesamt fließen rund 47 Millionen Euro in die Erneuerung der Schwarzwaldbahn.

Baubeginn ist bereits morgen Nacht. Bis Mittwoch, 28. Juli, erneuert die Bahn zwischen Hornberg und Triberg die Gleise. Zudem wird der Sommerautunnel saniert.

Von Sonntag, 12. September, bis Freitag, 26. November, wird die Strecke von Hornberg bis St. Georgen erneut gesperrt. In diesem Zeitraum erneuert die Bahn die Gleise zwischen Triberg und St. Georgen. In beiden Bauphasen finden gleichzeitig Felshangsicherungen und Vegetationsarbeiten statt. Für Fahrgäste werden Busse als Schienenersatzverkehr zwischen den Bahnhöfen Hausach und St. Georgen eingesetzt.

12,7 Milliarden Euro bundesweit

Derweil laufen auch die Vorbereitungen für den Ausbau der Rheintalbahn weiter. Der Verlauf zwischen Ebringen und Norsingen südlich von Freiburg soll verbessert werden. Zur Planung eines Bahntunnels haben dieser Tage Bohrungen rund um den Batzenberg begonnen, die bis zu 110 Meter in den Boden reichen.

Bundesweit plant der Konzern, 12,7 Milliarden Euro für die Infrastruktur auszugeben – auch das ist laut Bahn so viel Geld wie noch nie. Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hatte Anfang März betont, man brauche „ein neues Netz für Deutschland“.

Die vielen Milliarden Euro stammen vor allem aus den bereits vereinbarten Investitionsmitteln des Bundes, der Länder und der bundeseigenen Bahn AG. Rund 2,4 Milliarden Euro der Gesamtsumme steuert der Konzern eigenen Angaben zufolge zudem aus Eigenmitteln bei.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.