Bahnhofstraße Rastatt erhält Umweltspur

Rastatt (dm) – Es ist vorerst nur ein Versuch: Die Rastatter Bahnhofstraße soll vom 29. Juli bis voraussichtlich 24. September mit einer Umweltspur für Busse und Radfahrer verengt werden.

Vier Spuren durchschneiden den Bereich, das Potenzial wird laut Stadt nicht genutzt: Die Bahnhofstraße Rastatt. Foto: Frank Vetter

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Vier Spuren durchschneiden den Bereich, das Potenzial wird laut Stadt nicht genutzt: Die Bahnhofstraße Rastatt. Foto: Frank Vetter

Pläne, die Rastatter Bahnhofstraße von vier auf zwei Spuren für den Autoverkehr zurückzubauen, kursieren schon lange. Immerhin geht es ums Hauptentree zur Stadt, das dadurch aufgewertet werden könnte. Nun wird dieser Teil der Ortsdurchfahrt von Bahnhofsvorplatz bis Schlossgalerie tatsächlich für Autofahrer verengt – allerdings nur vorübergehend in Form eines Pop-up-Radwegs, der teilweise auch für den Buslinienverkehr freigegeben werden soll.

Lärmreduktion und höhere Attraktivität

Am 29. Juli – zu Beginn der Sommerferien – will man starten, voraussichtlich am 24. September endet der Test dann wieder, wie die Verwaltung am Montagabend im Technischen Ausschuss skizzierte. Als Ziele wurden im Zusammenhang mit dem geplanten Mobilitätskonzept benannt: Stärkung des Umweltverbunds, Lärmreduktion sowie Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Straße. Diese biete mit den dort vorhandenen Geschäften und Dienstleistern durchaus bislang nicht genutztes Potenzial einer „fußläufigen Einkaufsstraße“ zwischen Innenstadt und Bahnhof; in den Obergeschossen wird gewohnt. Die vier Fahrspuren erzeugen indes eine „starke räumliche Trennung“ – und Lärm, der trotz der jüngsten Temporeduzierung auf 30 km/h weiter die Werte überschreite, so die Verwaltung. Schon seit Jahren werden hingegen die Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr im Fall eines Rückbaus als gering eingestuft. Die „Reisezeit“ würde sich unter Einrechnung der Ampelwartezeiten um nur 34 bis 37 Sekunden erhöhen, wurde im Jahr 2013 prognostiziert. Bereits jetzt gibt es ein Nadelöhr am Hilberthof, wo sich die Straße von vier auf zwei Spuren verengt; dies würde sich also lediglich weiter stadtauswärts verschieben, hieß es nun am Montag nochmals auf entsprechende Bedenken.

Flankierende Aktionen geplant

Für den motorisierten Individualverkehr bleiben demnach bei der nun zeitlich befristeten Maßnahme die jeweiligen inneren Fahrspuren, während die den Häusern zugewandten äußeren weitgehend zur „Umweltspur“ werden (Radfahrer und Linienverkehr). Die Abbiegespuren an der Hilberthof-Kreuzung bleiben bestehen. Aufgrund der kurzen Dauer von acht Wochen wird dies per aufgeklebter und wieder entfernbarer Gelbmarkierung (also wie an einer Baustelle) geregelt. Sieben Parkplätze werden in dieser Zeit gesperrt, damit die Radspur möglichst wenig vom Autoverkehr gekreuzt wird. Speziell bei den Supermärkten sollen die Plätze indes erhalten bleiben, um dem Einzelhandel entgegenzukommen. Alle 25 Meter sollen Fahrradpiktogramme verdeutlichen, dass es sich hier nicht um eine Fahrspur für Autos handelt.

Flankierende Aktionen sind geplant: Frei werdenden öffentlichen Raum (etwa einzeln gesperrte Parkplätze) will man in Zusammenarbeit mit der Gemeinwesenarbeit für Verschiedenes nutzen, etwa für Stadtmobiliar oder Pflanzen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Da der Radverkehr vom Gehweg getrennt wird, entstehen dort ebenfalls Freiräume. Zudem auf der Agenda: Verkehrszählungen und -beobachtungen, um Erkenntnisse daraus zu gewinnen, wie es langfristig dort weitergehen soll.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
6. Juli 2021, 18:30 Uhr
Lesedauer:
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Michael Schneider 07.07.202109:39 Uhr

Linienbusse werden in RA nun nicht nur auf 30 km/h sondern auf RadfahrTempo abgebremst?! Wie soll denn da noch der Fahrplan eingehalten werden? Wehe dem, der mit dem Bus von Rastatt kommend noch umsteigen muss! Anschlüsse werden ja jetzt schon kaum eingehalten!!!


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