Bald drei Kreis-Kicker in Bürgermeister-Nationalelf

Bietigheim (mak) – Der Muggensturmer Dietmar Späth spielt seit 2008 in der Fußball-Nationalelf der Bürgermeister, seit 2021 auch Constantin Braun. Daniel Retsch wird wohl dieses Jahr aufgenommen.

Sportliche Vertreter Deutschlands: Die Bürgermeister Daniel Retsch, Dietmar Späth und Constantin Braun (von links). Foto: Susanne Späth

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Sportliche Vertreter Deutschlands: Die Bürgermeister Daniel Retsch, Dietmar Späth und Constantin Braun (von links). Foto: Susanne Späth

Zwei sportliche Aushängeschilder hat der Landkreis Rastatt bereits mit dem Muggensturmer Bürgermeister Dietmar Späth und seinem Bietigheimer Kollegen Constantin Braun in der Deutschen Fußball-Nationalelf der Bürgermeister (DFNB). Nun könnte mit Daniel Retsch aus Weisenbach ein dritter Spieler hinzukommen: „Das ist einzigartig, das hat sonst kein Kreis in ganz Deutschland“, betont Späth.
Die Idee zu einer Deutschen Fußball-Nationalelf der Bürgermeister entstand 2008 im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft, berichtet Gründungsmitglied Dietmar Späth: „Es hatten sich damals Hunderte gemeldet, doch am Schluss blieben noch 16 Kollegen übrig, die auch wirklich Fußball spielen konnten.“ In Österreich, wo einige Finalspiele stattfanden, sollten auch die Bürgermeistermannschaften aufeinandertreffen.

In anderen europäischen Ländern bestanden zu dieser Zeit bereits erfahrene Teams, die Italiener seien mit eigenen Masseuren und Physiotherapeuten angereist, berichtet der Muggensturmer Rathauschef im Gespräch mit unserer Zeitung. „Überraschenderweise haben wir 2008 die Europameistermeisterschaft gewonnen“, freut sich Späth im Rückblick bis heute. Die Mannschaft sei aber auch von den Positionen her sehr gut besetzt gewesen, es habe alles „perfekt geklappt“. Nach diesem vielversprechenden Auftakt ging es daran, ein Management aufzubauen und Unterstützer zu finden. Hierbei war Dietmar Späth ebenfalls engagiert.

Aktuell spielen 35 Bürgermeister in der Nationalelf, der Kader soll jedoch in diesem Jahr verjüngt und auf 25 reduziert werden. Im Vorjahr sprach Späth seinen Bietigheimer Kollegen Constantin Braun an, der gleich dabei war. Im Rahmen eines Sichtungswochenendes musste er sich dem prüfenden Blick des Trainerteams stellen. Doch sportliche Qualitäten zählen nicht allein: „Der Mannschaftsrat entscheidet, ob ein Bewerber auch menschlich ins Team passt“, erläutert Braun. Seine Premiere hatte er im August vergangenen Jahres beim Benefiz-Kick für die Flutopfer im Moselstadion in Trier. Die Bürgermeister-Auswahl musste sich gegen die DFB-Allstars beweisen, die Begegnung wurde live von Sport eins übertragen. „Mit den früheren Fußball-Legenden ins Gespräch zu kommen, das war schon etwas ganz Besonderes“, blickt Braun zurück. Mit dabei war auch sein Vater, der ihn früher trainiert habe: „Er war stolz darauf, dass es sein Sohn in die Nationalmannschaft geschafft hat – wenn auch mit Umwegen“, meint Braun augenzwinkernd.

Ein Auslandsspiel im Jahr

Der Bietigheimer Gemeinderat hat bei seiner nächsten Sitzung am Dienstag auch über die Berufung von Braun in die Nationalelf zu entscheiden. In der Sitzungsvorlage sind die Termine für dieses Jahr aufgelistet: Ende März geht es für vier Tage ins Trainingslager nach Wittenberg, Ende April findet die Jahreshauptversammlung in Crailsheim statt und im Juli besucht die DFNB die Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein.

Die Europameisterschaft der Bürgermeister findet in diesem Jahr vom 29. Mai bis 4. Juni im slowakischen Trnava statt. Hierfür nehmen die Rathauschefs Urlaub und bezahlen sämtliche Reisekosten aus eigener Tasche, wie Braun betont. Die Veranstaltungen im Inland finden in der Regel an einem verlängerten Wochenende statt und bieten ein Rahmenprogramm für die Familien. „Die Bürgermeisterfrauen sind meistens auch Mitglied und begleiten ihre Männer“, erläutert der Bietigheimer Rathauschef. Fit hält sich der 34-Jährige mit Laufen (zweimal pro Woche jeweils zehn Kilometer) und beim Training mit den Alten Herren des SV Germania.

Die DFNB ist aber auch sportpolitisch unterwegs und unterstützt mit ihren Spielen in Deutschland die SOS-Kinderdörfer, berichtet Dietmar Späth. In erster Linie spendet der Deutsche Sparkassenverband jeweils für den guten Zweck. Bei den Auslandsspielen wird ein soziales Projekt vor Ort unterstützt. Im Laufe der Jahre „erkickten“ die Bürgermeister dadurch rund 100.000 Euro an Spendengeldern. Dietmar Späth war mit der Nationalelf schon in Brasilien, Südafrika, Israel und Armenien. „Dort wurden wir neun Tage lang wie Staatsgäste behandelt. Das Länderspiel in Eriwan wurde live im Fernsehen und Radio übertragen. Das war für mich mental am bewegendsten“, blickt er zurück. Im kommenden Jahr wird Späth 60, dann will er sein Abschiedsspiel absolvieren. „Vielleicht stehe ich noch als Stand-by-Spieler zur Verfügung, doch jetzt sollen mal die jungen Kollegen ran“, findet er.

Daniel Retsch hat „sehr, sehr gute Chancen“

Hierzu zählt auch der Weisenbacher Daniel Retsch, der im Vorjahr bei einem Trainingswochenende sein Können unter Beweis stellen wollte, sich allerdings bereits nach kurzer Zeit eine Verletzung zugezogen hatte. Doch was der 39-Jährige gezeigt hatte, scheint überzeugend gewesen zu sein: „Es sieht gut aus“, meint Retsch, der bei der Seniorenmannschaft des FC Weisenbach in Übung bleibt. Und Späth pflichtet bei: „Daniel Retsch nimmt Ende März zwar noch einmal an einem Sichtungstraining teil, doch er hat sehr, sehr gute Chancen.“


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