Bald frischer Apfelsaft aus Elchesheim-Illingen

Elchesheim-Illingen (yd) – Der Obst- und Gartenbauverein Elchesheim-Illingen hat seine Kelter am Alten Wald fit für die Zukunft gemacht: Rund 15.000 Euro wurden in eine Bag-in-Box-Anlage investiert.

Die Keltersaison beim OGV Elchesheim-Illingen startet am kommenden Samstag. Foto: Yvonne Hauptmann

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Die Keltersaison beim OGV Elchesheim-Illingen startet am kommenden Samstag. Foto: Yvonne Hauptmann

Das Keltern von Most hat in Elchesheim-Illingen eine lange Tradition. Aber gerade bei der jüngeren Generation ist Apfelmost als Getränk aus der Mode gekommen. Apfelsaft aus regionalem Anbau hingegen, kommt gut an. Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Elchesheim-Illingen, der seit einigen Jahren die traditionelle Kelter am Alten Wald betreibt, hat deshalb in die Zukunft investiert. Ab dem kommenden Samstag, 11. September, wird in der Kelter auch Saft pasteurisiert.

15.000 Euro investiert


Rund 15.000 Euro hat der Verein in die Hand genommen, um fortan nicht nur Saft zu pressen, sondern um diesen im Anschluss direkt auch auf etwa 80 Grad zu erhitzen und so bis zu zwei Jahre haltbar zu machen. Eine neue Pasteurisierungsanlage macht dies möglich. Nach dem Erhitzen wird der frisch gepresste Saft vor Ort in sogenannte Bag-in-Box-Systeme abgefüllt. Der Verein, der die Kelter komplett mit ehrenamtlichen Helfern betreibt, hofft dabei ein wenig auf die Mithilfe der Anlieferer: Helfende Hände werden vor allem beim Abfüllen gebraucht.

„Seit wir die Kelter 2017 übernommen haben, haben wir einen deutlichen Rückgang beim Most bemerkt“, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Pfaff. „Um sie weiter wirtschaftlich betreiben zu können, mussten wir also neue Wege gehen.“ Der Verein folgt mit der Inbetriebnahme der Pasteurisierungsanlage dem Beispiel anderer Obst- und Gartenbauvereine der Region. In Reichental etwa wurde im vergangenen Jahr eine ganz ähnliche Anlage vom OGV aufgebaut – mit großem Erfolg, wie Pfaff berichtet.

Die Nachfrage nach Saft von heimischen, ungespritzten Äpfeln – allein in der Doppelgemeinde gibt es 800 Streuobstbäume in Gemeindeeigentum – ist groß, die Auftragsbücher der Keltereien, die Saftboxen anbieten, sind voll. „Wir sind froh, diesen Bedarf jetzt ebenfalls decken zu können“, sagt Thomas Pfaff.

Start mit Drei-Liter-Boxen

Etwa 200 Liter Saft kann die Anlage, die vor zwei Wochen aufgebaut wurde, pro Stunde verarbeiten – macht etwa 65 Boxen pro Stunde. Man habe sich entschlossen, zunächst mit Drei-Liter-Boxen zu starten. Bei Bedarf könne in den kommenden Jahren aber auch auf Fünf-Liter-Boxen umgestellt werden. Und auch, wer kein eigenes Obst zum Pressen zur Verfügung hat, wird in der Kelter fündig. „Wir haben vor, auch fertigen Saft zu verkaufen“, sagt der Vorsitzende.

Am kommenden Wochenende wird die neue Anlage ihre Feuertaufe erleben: Bis in den Oktober hinein wird dann jeweils samstags im Waldstück hinter dem Gewerbegebiet „Am Alten Wald“ (südlicher Ortsausgang) gekeltert.

Abgerechnet wird je nach Obstmenge und der Anzahl der Bag-in-Box-Sets. Wer sein Obst pressen lassen möchte oder Apfelsaft kaufen will, kann unter der Telefonnummer (01 51) 24 76 49 70 Termine vereinbaren.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Yvonne Hauptmann

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Erstellt:
8. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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