Ball statt Ballermann

Bühl (moe) – Mallorca ist auch bei Fußball-Clubs ein beliebtes Reiseziel – meist allerdings nach der Saison. Die Kicker des SC Eisental haben sich hingegen am vergangenen Wochenende auf der Baleareninsel auf die Restsaison vorbereitet.

Training unter der Sonne Mallorcas: Die Fußballer des SC Eisental. Foto: pr

© SC Eisental

Training unter der Sonne Mallorcas: Die Fußballer des SC Eisental. Foto: pr

Mallorca ist nicht nur das Sehnsuchtsziel von Millionen deutscher Pauschaltouristen, die Baleareninsel gehört auch zum festen Programm der mittelbadischen Fußballvereine. Im Bierkönig in der Schinkenstraße, wahlweise auch im Oberbayern oder dem Megapark werden Aufstiege gefeiert, Abstiege betrauert oder die sprichwörtliche goldene Ananas begossen. Dass die Kicker aber bereits Anfang März ins 17. deutsche Bundesland fliegen, ist eher ungewöhnlich. Beim SC Eisental sieht man das ganz anders.

Von Freitag bis zum vergangenen Montag weilten die Kreisliga-Fußballer aus dem Bühler Stadtteil auf der Insel im Mittelmeer, doch Sangria aus Eimern und nächtlichen Ausschweifungen an der Playa de Palma standen dabei nicht auf dem Programm. Stattdessen wurde mehrmals am Tag ordentlich geschwitzt: In einem kurzen Trainingslager holte sich das Team von Trainer Taner Sengül den Feinschliff für die Restrunde samt Abstiegskampf in der Kreisliga A Süd.

Professionelle Bedingungen in Cala Millor

„Die Jungs waren alle total begeistert“, berichtet Sengül, der mit seinem Team bereits zum dritten Mal am Ende der Winterpause schmuddeliges Wetter gegen mollig warme Temperaturen eingetauscht hat. „Trainingslager waren immer was ganz Besonderes“, erinnert sich der Coach an seine Zeit als aktiver Spieler. Aus diesem Grund wollte der Bühler für seine Schützlinge auch einen nicht alltäglichen Reiz in der Wintervorbereitung setzen. Also hat er im Internet nach geeigneten Unterkünften recherchiert, Preise verglichen – und ist letztlich in Cala Millor gelandet, an der Ostküste Mallorcas. Im dortigen Club Simo fanden die Kreisliga-Kicker ideale, ja fast professionelle Bedingungen vor. Nicht nur in Sachen Wetter, auch preislich war die Destination aus Sicht der Eisentäler deutlich attraktiver als ein Trainingslager in heimischen Gefilden.

Training in kurzen Hosen und T-Shirt

„Als wir am Freitagabend angekommen sind, habe ich zuerst Angst bekommen: Es hat gehagelt und gestürmt“, erzählt Sengül. Am Samstagmorgen war dann aber wieder alles in bester Ordnung: Sonne, 18 bis 20 Grad und zwei top gepflegte Rasenplätze. „Wir haben in kurzen Hosen und T-Shirts trainiert.“ Jeweils am Mittag wurde – bei Kaffee – die Freizeit am Strand genossen. Auch Taktik im hoteleigenen Konferenzraum stand auf dem Programm.

Sogar die Sportklamotten werden gewaschen

Insgesamt konnte die Anlage mit ihrer guten Logistik punkten: Die zwei Rasenplätze liegen nur fünf Minuten entfernt, zwei Dutzend Bälle, Trainingsleibchen, Stangen, Hütchen oder andere Utensilien – alles wird vom Hotel zur Verfügung gestellt. Sozusagen „All Inklusive“ – nicht nur bei der Verpflegung. „Es gibt sogar einen Wäscheservice“, erklärt Sengül. Am Ende des Tages gaben die Delegation aus Eisental – drei Betreuer und 25 Spieler – ihre Trainingsklamotten ab, um sie am nächsten Morgen frisch gewaschen wieder in Empfang zu nehmen. „Teilweise waren die Sachen sogar noch warm“, sagt der 39-jährige Coach und schmunzelt.

Sengül war nicht nur angesichts der Bedingungen begeistert. Da ein Großteil seiner Spieler im örtlichen Hexenverein aktiv ist, war an eine zielgerichtete Vorbereitung in den vergangenen Wochen nicht zu denken. Auf Mallorca aber „hatte ich endlich mal alle beisammen“. Das war durchaus nötig, schließlich steht dem SCE eine anstrengende Restrunde bevor. Mit zwölf Punkten steht der Club auf dem vorletzten Platz, zum Auftakt am Sonntag gegen die Kickers Baden-Baden ist ein Sieg quasi Pflicht. „Es zählt klipp und klar nur der Klassenerhalt“, so Sengül. Mallorca ist diesbezüglich ein gutes Omen, nach dem Feinschliff auf der Ferieninsel in den vergangenen Jahren, landete der Verein auf Platz elf beziehungsweise zwölf.

Neben den Mittelbadenern waren auch zwei Amateurteams aus der Schweiz auf der Anlage, zu einem Testspiel kam es aber nicht. Ohnehin musste der SCE mindestens eine Einheit Opfern, da die Flugverbindungen von Palma zurück zum Baden-Airpark im Vergleich zu den Vorjahren ungünstig ausfiel. Rund ein Dutzend SCE-Spieler hat allerdings noch eine Zusatzeinheit eingelegt und ist erst gestern in den Flieger gestiegen. Von Cala Millor ging es für einen Teil nach Arenal, das Epizentrum der insulanischen Partyareals. Auch wenn die Saison dort erst an Ostern richtig beginnt, war sich Sengül sicher: „Die Jungs geben Vollgas!“

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Erstellt:
10. März 2020, 20:30 Uhr
Lesedauer:
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