Baubeginn für DHL in Bad Rotenfels

Gaggenau (tom) – Die Bauarbeiten für den DHL-Zustellstützpunkt im Gewerbegebiet in Bad Rotenfels haben bereits begonnen.

Im Anschluss an die Hallen der Spedition Westermann wird derzeit der Oberboden abgetragen. Foto: Senger

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Im Anschluss an die Hallen der Spedition Westermann wird derzeit der Oberboden abgetragen. Foto: Senger

Der künftige DHL-Zustellstützpunkt in Bad Rotenfels soll ab 1. Juli 2021 schrittweise eröffnet werden. Dies wurde am Dienstagnachmittag bekannt – bei einer Informationsveranstaltung in der Festhalle, zu der die Stadtverwaltung Anwohner eingeladen hatte. Denn aus deren Reihen wurde bei der Stadt Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Dieser hat aber keine aufschiebende Wirkung. Die Erdarbeiten haben in dieser Woche bereits begonnen.

Falls das Regierungspräsidium den Widerspruch gegen die Baugenehmigung zurückweist, wollen die Kritiker gegen die Baugenehmigung mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht reagieren.

Weder die Deutsche Post AG, noch die Spedition Westermann, auf deren Grundstück das Logistikgebäude errichtet wird, wollten auf BT-Anfrage Auskunft erteilen.

Die Stadtverwaltung erläuterte hingegen, dass in dem neuen Zustellstützpunkt die Standorte Forbach, Gernsbach und Gaggenau zusammengeführt werden. Die Fläche hat den Status eingeschränktes Gewerbegebiet; der Betrieb des Zustellstützpunkts gilt dabei als nicht störendes Gewerbe.

Aus den Reihen der Anwohner wird allerdings das Ergebnis des Schallgutachtens angezweifelt. Nicht zuletzt, weil es von der Firma Westermann in Auftrag gegeben worden sei.

Am neuen Zustellstützpunkt werden die Ent- und Beladearbeiten voraussichtlich später beginnen als bei dem bisherigen Standort an der alten Eisenwerksiedlung in Gaggenau. Denn die anschließenden Lkw-Fahrten von Gaggenau zu den Standorten in Gernsbach und Forbach entfallen, somit ist der Zeitdruck morgens geringer. Während man in Bad Rotenfels gegen die Ansiedlung auf der grünen Wiese protestiert, ist man in Gaggenau froh, dass die Post aus dem eng besiedelten Mischgebiet wegzieht.

In der Regel Anlieferung ab 6 Uhr morgens

In Bad Rotenfels wäre die Anfahrt von bis zu vier Lkw zwischen 4 und 7 Uhr morgens denkbar, doch in der Regel werde durch die „Aus drei wird einer“-Lösung erst ab 6 Uhr aus Bruchsal angeliefert. In der Regel handele es sich um zwei Lkw. Diese werden von der Draisstraße vorwärts in das Gelände einfahren und dann zurücksetzen, um über eine abfallende Rampe an der rund 1,20 Meter tiefer liegenden Abladestation anzudocken. Der laute Piepston beim Zurückfahren gilt als unvermeidbar, um Sicherheitsbestimmungen einzuhalten. Allerdings müssen zu diesem Zeitpunkt noch keine Stützpunktmitarbeiter da sein. Die Lkw werden über eine Schleuse in der Halle entladen. Die anschließende Sortierung der Pakete und Briefe wird ebenfalls in der Halle erfolgen. Erst danach, also zwischen 8 und 10 Uhr, werden die einzelnen Zustellfahrzeuge mit kleinen Rollcontainern per Hand beladen.

Die Fahrzeuge kehren von ihren Touren an den Werktagen zwischen 15 und 17 Uhr zurück, an den Samstagen zwischen 13 und 14 Uhr. Der Lkw, der die Leerbehälter und die Retouren abholt, verlässt an den Werktagen gegen 18 Uhr das Gelände, an den Samstagen gegen 15 Uhr. Sonntags und feiertags darf nicht gearbeitet werden, sonst braucht man ein neues Genehmigungsverfahren. Die Mehrheit der Fahrzeuge soll mit Elektromotoren ausgestattet sein.

Bei dem Termin in der Festhalle waren 22 Bürger und sieben Gemeinderäte dabei sowie Vertreter der DHL, der Firma Westermann und der Stadtverwaltung. „Die Vertreter der DHL haben sehr ausführlich informiert und einzelne Punkte konkretisiert. Damit wurden aus unserer Sicht sicherlich Ängste genommen und Bedenken abgebaut“, versichert die Stadtverwaltung.

Es wurde zudem zwischen Investoren, DHL und Bürgern vereinbart, dass es ein weiteres Treffen im Herbst 2021 gibt, wenn der Vollbetrieb angelaufen ist. Der Investor sicherte zu, dass er prüfen werde, ob die geräuschemittierende Luftwärmepumpe nicht an einer anderen Stelle errichtet werden könne und ob andere lärmmindernden Maßnahmen möglich seien.


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