Baulücke am Nordtor soll sich endlich schließen

Bühl (sre) – Bebauungsplanänderung: Die Stadt Bühl unternimmt einen neuen Versuch, die Baulücke am nördlichen Stadteingang zu schließen.

Stadteinwärts klafft immer noch eine unschöne Baulücke, die provisorisch als Parkplatz genutzt wird. Foto: Sarah Reith

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Stadteinwärts klafft immer noch eine unschöne Baulücke, die provisorisch als Parkplatz genutzt wird. Foto: Sarah Reith

Die Baulücke am nördlichen Stadteingang klafft seit vielen Jahren, nun unternimmt die Verwaltung einen neuen Versuch, sie zu schließen.

Ein veränderter Bebauungsplan soll helfen, das stadteigene Grundstück, das derzeit als Parkplatz dient, zu vermarkten. Am Mittwochabend entscheidet darüber der Gemeinderat.

Um die Neugestaltung des nördlichen Eingangsbereichs zur Innenstadt zu regeln, war bereits 2006 der Bebauungsplan „Nordtor“ auf den Weg gebracht worden. Inzwischen ist dieser Bereich zum Großteil baulich entwickelt und mit dem Kreisverkehr auch verkehrstechnisch umgestaltet worden. Deshalb soll der Aufstellungsbeschluss für diesen Bebauungsplan nun aufgehoben werden.

Fläche nach wie vor unbebaut

„Eine Erforderlichkeit auf Überplanung besteht lediglich noch für die südöstliche Teilfläche“, heißt es in den Unterlagen der Verwaltung für die heutige Sitzung. Diese Fläche ist nach wie vor unbebaut und wird überwiegend als Parkplatz genutzt. Durch die Neuordnung des Straßenraums kann nun auch nicht mehr benötigte Straßenfläche dem Grundstück zugeführt werden, deshalb muss dort laut Verwaltung neues Baurecht geschaffen werden. „Der Bereich Nordtor ist städtebaulich sehr bedeutsam“, schreibt die Verwaltung. Bisher sei es nicht gelungen, für die Teilfläche eine „sinnvolle Nutzung“ zu erzielen. Die bisherigen Grundstückszuschnitte hätten einer „effektiven Eckbauung“ an der Hauptstraße und Grabenstraße entgegengestanden.

Stadtauswärts ist die Entwicklung mit dem Kreisverkehr und zuletzt der Senioren-Wohnanlage (links) abgeschlossen. Foto: Sarah Reith

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Stadtauswärts ist die Entwicklung mit dem Kreisverkehr und zuletzt der Senioren-Wohnanlage (links) abgeschlossen. Foto: Sarah Reith

Nun soll eine Bebauungsplanänderung Abhilfe schaffen: Durch neu formulierte planerische und bauordnungsrechtliche Festsetzungen soll die Fläche reaktiviert und für eine Wohn- und Geschäftsbebauung nutzbar gemacht werden. Dabei soll das beschleunigte Verfahren angewendet werden. Der technische Ausschuss hat das Thema laut Verwaltung bereits nichtöffentlich behandelt und sich einstimmig für diese Vorgehensweise ausgesprochen. Jetzt muss noch der Gemeinderat „Ja“ sagen, um das Bebauungsplanverfahren auf den Weg zu bringen. In diesem Fall würde die Verwaltung zunächst einen Entwurf ausarbeiten. Die Stadt rechnet dabei mit Kosten in Höhe von zirka 15.000 Euro für erforderliche Gutachten.

Problem existiert seit vielen Jahren

Die Brachfläche beschäftigt die Verwaltung seit vielen Jahren. Schon 2014 sagte Oberbürgermeister Hubert Schnurr, die Baulücke sei „städtebaulich nicht länger zumutbar“ und drängte auf eine zeitnahe Lösung – ohne Erfolg. Damals liefen seit Jahren Verhandlungen mit potenziellen Investoren, die auf dem Grundstück an der Ecke Hauptstraße/Grabenstraße ein Wohn- und Geschäftshaus errichten wollten. Die Stadt hatte das dort befindliche Gebäude erworben und es, wie auch das nebenstehende Anwesen in der Hauptstraße (ehemals Café Schuh), im Jahr 2009 abreißen lassen.

Geplant war, östlich der Hauptstraße ein architektonisches Pendant zum „Bühler Tor“ zu schaffen. Doch nach wie vor empfängt den Bühl-Besucher die unspektakuläre Brandmauer des nördlichen Nachbargebäudes Hauptstraße 86 („Zur Quetsch“). Der Eigentümer dieser Immobilie verfügt über Zufahrtsrechte. Mehrere Gespräche brachten in diesem Zusammenhang keine Einigung. An diesem Sachverhalt hat sich offenbar nichts geändert: „Langjährig geführte Eigentümergespräche bezüglich einer Neuordnung des Eckgebietes führten bis heute zu keinem einvernehmlichen Ergebnis“, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
19. Mai 2021, 09:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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