Baum-Vollernter in Weisenbach im Einsatz

Weisenbach (mm) – Die Sonne blitzt durch die Bäume, der Dieselmotor brummt, es kracht und knackt, Sägespäne sprühen – im Weisenbacher Gemeindewald „Links der Murg“ ist ein Harvester im Einsatz.

Mühelos greift der Harvester die Baumstämme, entastet sie und sägt sie auf verschiedene Längen ab. Foto: Markus Mack

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Mühelos greift der Harvester die Baumstämme, entastet sie und sägt sie auf verschiedene Längen ab. Foto: Markus Mack

Mühelos, fast als wären es überdimensionale Zahnstocher, werden die Baumstämme mit der Vollerntemaschine aus dem Steilhang geholt, entastet und auf unterschiedliche Längen zugeschnitten.

Uwe Schillinger versteht sein Geschäft. Der Eigentümer und Fahrer des Dreiachsers beherrscht die Technik problemlos. In der halben Bundesrepublik ist der Alpirsbacher mit seinen Forstmaschinen im Einsatz, in Weisenbach hat er „fast ein Heimspiel“.

Revierleiter Dietmar Wetzel hat die zu fällenden Bäume in diesem „Schwachholzhieb“ in steiler Lage ausgewählt. Sie wurden zunächst von Forstarbeitern gefällt und mit Rückschleppern an den Wegrand herangezogen.

Dreiachser mit 250 PS

„Die Bestände sind zwischen 40 und 60 Jahren alt“, erläutert der Förster. Jetzt müssen sie ausgelichtet werden. Etwa eine Woche lang ist der Harvester im Einsatz. Rund 1.000 Festmeter Holz werden in dieser Zeit aufgearbeitet, auf verschiedene Längen zugeschnitten und danach mit Rückefahrzeugen an Sammelplätze gebracht. Die Stämme werden zu Poldern aufgeschichtet und können von dort aus abgefahren werden. Etwa 15 Hektar Steillage auf Auer Gemarkung im Bereich Oberer Heiderückweg, oberhalb des Kolpinghauses, sind mit der Durchforstung an der Reihe.

250 PS Leistung hat die Maschine, rund 450.000 Euro kostete der Dreiachser, erzählt Schillinger. Bis zu 40 Prozent Steigung schafft das Fahrzeug mit den grobstolligen Ballonreifen. Zwölf Meter lang ist der Kranausleger. An dessen Ende sitzt der hydraulisch gesteuerte Sägekopf.

Effektive Holzaufarbeitung

Der Harvester-Einsatz sei zwar teuer, aber bei der Schwachholz-Aufarbeitung deutlich effektiver als Forstarbeiter mit Motorsägen. Außerdem gebe es nicht mehr so viele Facharbeiter, die diese Aufgaben bewerkstelligen könnten, ergänzt Schillinger.

Rund 3.700 Festmeter Jahreseinschlag auf den 485 Hektar Gemeindewald sind laut Hiebsplan vorgesehen, erläutert Revierleiter Wetzel. Wegen der Steillage könne der Harvester allerdings nicht direkt ins Gelände hineinfahren. Das Fahrzeug bleibt auf den Wirtschafts- und Maschinenwegen und arbeitet von dort aus. So werde der Waldboden geschont, und für die Umweltverträglichkeit wird nur noch biologisch abbaubares Hydrauliköl in der Maschine verwendet. Mit einem freundlichen Gruß schließt Schillinger wieder die Tür der Fahrerkabine. Der Dieselmotor brummt, der Kranausleger bewegt sich, der Greifer schnappt sich den nächsten Stamm – die Sägespäne fliegen wieder.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
11. November 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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