Baumknospen mit Verkleidung und lustige Blattnarben

Baden-Baden (BT) – Im Februar scheint die Natur noch zu schlafen; das Gegenteil ist der Fall. Die Naturparkdetektive erklären, wie Kinder die winzigen Kunstwerke der Natur unter die Lupe nehmen.

Ganz schön lecker: Rehe haben die jungen Knospen zum Fressen gern. Doch die Bäume im Wald wissen sich gut zu schützen, damit sie bald wachsen können. Foto:  Lubos Chlubn/Shutterstock/Naturparkdetektive

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Ganz schön lecker: Rehe haben die jungen Knospen zum Fressen gern. Doch die Bäume im Wald wissen sich gut zu schützen, damit sie bald wachsen können. Foto: Lubos Chlubn/Shutterstock/Naturparkdetektive

Kahl und schaurig schunkeln sie im kalten Februarwind: Die hölzernen Riesen, die ihre Arme nach den vorbeifliegenden Krähen ausstrecken. Einige von ihnen tragen ein violettes Gewand, ein paar kleinere leuchten orangegelb, doch die meisten verkleiden sich in tristem Grau. Sie tun ganz unscheinbar, so, als würden sie Geheimnisse hüten, die keiner entdecken soll. Wer ihre Rätsel lüften will, muss ganz nah herankommen.

Der letzte Sturm hat die Baumgespenster ordentlich durchgebeutelt. Am Boden verstreut liegen viele ihrer Zweige. Hebt sie auf und schaut sie euch einmal genau an! Sie tragen ganz besondere Wunderpäckchen: Kleine, wertvolle und gut behütete Schätze, in denen der Frühling auf seinen Auftritt wartet.

Auf engstem Raum ist alles vorbereitet

Einige sind rund, andere lang und spitz, wieder andere sitzen in Grüppchen eng beieinander. Manche von ihnen sind klebrig, andere sind ganz glatt, rau oder samtig behaart. Viele tragen ein Kleid aus wenigen oder vielen kleinen Schuppen, andere sind in eine einzige Haut gehüllt. Was sich wohl in diesen winzigen Kunstwerken verbirgt? Ganz genau: die pure Lebenskraft mit dem Bausatz für die neuen Jungtriebe, Blüten und Blätter. Auf engstem Raum ist in den kleinen Knospen alles vorbereitet, was in wenigen Wochen sprießen will. Doch wozu haben die Bäume so viel Mühe in die unterschiedlichen Verpackungen gesteckt? Findet es heraus: Sammelt von herumliegenden, abgebrochenen Zweigen ein paar unterschiedliche Knospen und untersucht sie mit der Lupe. Packt sie ganz vorsichtig Schuppe für Schuppe aus ihrem engen Winterkleid aus.

Das neue Leben trocknet nicht aus

Gar nicht so leicht? Bestimmte Knospen sind zusätzlich mit Harz versiegelt – so dringt von außen nichts ein, und das neue Leben im Inneren trocknet nicht aus. Manche Knospen schützen sich dagegen mit einem flaumigen Pelz auf der Außenseite gegen das Austrocknen. Einige Knospen haben dagegen im Inneren eine dicke, wattige Flaumschicht – eine hervorragende Wärmedämmung, ungefähr so wie eine Daunenjacke. So hat jede Baumart ihre eigene Strategie, ihr kostbarstes Gut vor Winterkälte und hungrigen Mäulern zu schützen. Und noch etwas könnt ihr jetzt im Februar gut entdecken: die Parade der Narbengesichter! Die Blätter, die im letzten Herbst von den Zweigen gefallen sind, haben dort ganz typische „Gesichter“ hinterlassen, die Blattnarben.

So ähnlich wie ein Personalausweis

Manche von ihnen sehen lustig aus, andere grimmig. Diese Blattnarben-Gesichter sind so ähnlich wie ein Personalausweis: An ihnen und den Knospen können Profis die Baumart erkennen. Besonders Bäume mit großen Blättern hinterlassen auch große Blattnarben-Gesichter, wie zum Beispiel der Berg-Ahorn.

Wenn ihr versuchen wollt, die Baumarten im Winter wie richtige Detektive zu erkennen, dann besucht die Seite der Naturpark-Detektive. Dort findet ihr nicht nur Baumarten- und Knospenerkenner-Leporellos, sondern auch einiges über Rehe, die die Knospen zum Fressen gern haben.

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Erstellt:
19. Februar 2022, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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