Bauruine in Steinbach sorgt weiter für Ärger

Baden-Baden (cn) – Im Umfeld der bekannten Steinbacher Bauruine mitten im Städtl tut sich etwas: Der Platz rechts neben der Ruine hat sich von einer Geröllhalde in eine Schotterfläche verwandelt.

•Bürgermeister Alexander Uhlig nennt den derzeitigen Anblick des ältesten Hauses Steinbachs ein „öffentliches Ärgernis“.  Foto: Christina Nickweiler

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•Bürgermeister Alexander Uhlig nennt den derzeitigen Anblick des ältesten Hauses Steinbachs ein „öffentliches Ärgernis“. Foto: Christina Nickweiler

Einige Eigentümer haben sich zusammengetan und versuchen unabhängig vom Bauträger, der Firma Vario, der Baustelle zu einem ansehnlicheren Erscheinungsbild zu verhelfen. Vor den Hauseingangstüren der fertiggestellten Häuser fehlen zwar noch befestigte Pflastersteine, aber ansonsten scheinen die Hausbewohner zuversichtlich, dass nach mehr als vier Jahren wenigstens ein Teil der unvollendeten Wohnanlage fertiggestellt wird. Die Eigentümer der einzelnen Wohnungen seien untereinander in regelmäßigem Kontakt, seien am Beraten und Organisieren, wie das Projekt vorangebracht werden könne, äußert sich eine Mieterin gegenüber dem Badischen Tagblatt, die schon vier Jahre in einem der beiden Gebäude wohnt. Die Vermieter würden auf eigene Kosten die notwendigen Arbeiten ausführen lassen, sodass die Wohnanlage direkt neben dem Rathaus allmählich Form annehmen könne. Während sich das Erscheinungsbild im direkten Umfeld der bewohnten Gebäude als Teil des historischen Häuserensembles in kleinen Schritten verbessert, gammelt das älteste Haus Steinbachs aus der Mitte des 17. Jahrhunderts immer noch vor sich hin. Die Planen, mit denen das Gebälk des ersten Obergeschosses notdürftig abgedeckt worden war, sind längst vom Wind zerrissen.

Wasser steht im Keller

Besonders problematisch: Im Kellergeschoss der Bauruine ist die zentrale Versorgung für Strom, Wasser und Heizung der bereits bewohnten Gebäude untergebracht. Bei Regen stehe das Wasser im Keller knöchelhoch, berichtet ein weiterer Bewohner. Eine andere Mieterin teilt mit, dass, obwohl inzwischen Unrat aus der Ruine beseitigt worden sei, sich Ratten im Innern der Ruine tummeln würden.

Im August vergangenen Jahres zeigte sich Bürgermeister Alexander Uhlig noch optimistisch, dass die Baumaßnahme am Gebäude, an dem das Mansarddach ohne Genehmigung abgetragen worden war, bald fortgesetzt werde. Der Bauherr verfügt laut Uhlig über die Baugenehmigung und die Baufreigabe.

Die Hoffnung, dass der Eigentümer das Bauprojekt rasch fertigstellt, hat sich bei Uhlig mittlerweile aber zerschlagen. „Ich kann meinen Optimismus leider nicht aufrecht erhalten“, räumt Uhlig im Gespräch mit dem BT ein. Es gebe auch keinen Kontakt mit dem Eigentümer mehr. „Schlimmer kann es nicht sein. Das ist eine äußerst unglückliche Konstellation“, gesteht Uhlig.

Baurechtliche Maßnahmen werden geprüft

Allerdings will Uhlig nun baurechtliche Maßnahmen ergreifen. „Wir werden prüfen, ob im derzeitigen Zustand eine Gefahr von der Baustelle ausgeht und Zwangsmaßnahmen eingeleitet werden können“, kündigt der Baubürgermeister an. Dass sich im Umfeld der beiden anderen, bereits fertiggestellten Gebäude etwas tut, begrüßt Uhlig. Er stehe mit den Eigentümern der Eigentumswohnungen in Kontakt. „Ich finde das klasse, dass diese nun einen Teil der Außenarbeiten selbst in die Hand genommen haben“, lobt er die Initiative.

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Erstellt:
17. Februar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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