Beachhandballer Krauth: Standbein auf Sand

Bühl (moe) – Das Training in der Halle ruht derzeit coronabedingt. Nur gut, dass Tim Krauth einen Plan B hat: Beachhandball. Mit dem Nationalteam ist der 18-Jährige seit Samstag im Einsatz.

Spektakel auf Sand: Tim Krauth (links) will mit dem DHB-Team im Juni zur WM nach Portugal. Foto: Privat

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Spektakel auf Sand: Tim Krauth (links) will mit dem DHB-Team im Juni zur WM nach Portugal. Foto: Privat

Ein zweites Standbein ist in vielen Bereichen ratsam, auch während oder nach einer Sportlerkarriere. In Einzelfällen ist es dabei gar nicht schlimm, wenn man sein Alternativprogramm auf Sand baut, Tim Krauth ist dafür das beste Beispiel. Während der Kappelwindecker als Hallenhandballer bei der SG Pforzheim/Eutingen seit Monaten nicht mehr auf ein Tor geworfen hat, geht es für den 18-Jährigen seit Samstag mit der Beachhandball-Nationalmannschaft rund: Mit der DHB-Auswahl pflügt der Linkshänder bei der „German Beach Trophy“ in Düsseldorf durch den Sand.

„Endlich wieder Wettkampfcharakter“, freut sich der drahtige Kappler auf das Event, für das 350 Tonnen Sand in eine Düsseldorfer Indoor-Arena gekarrt worden sind. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Nationalteams in diesen schwierigen Zeiten eine Möglichkeit haben, sich auch im Wettkampf weiterzuentwickeln“, sagt DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Ursprünglich sollten sich in der NRW-Metropole die besten deutschen Vereinsteams zum Kräftemessen treffen, aufgrund der Corona-Beschränkungen musste aber umdisponiert werden. Nun sind ausschließlich Kaderathleten – auch die Junioren – am Start, die durch einen Spitzensport-Passus der aktuellen Verordnung spielberechtigt sind.

Einladung zum Nationalmannschaftslehrgang

Altersübergreifend werden mehrere Teams gebildet, die in Hin- und Rückspielen gegeneinander antreten. Nach Trainingseinheiten stehen am Wochenende dann auch „Trickshot-Wettbewerbe“ auf dem Programm. Ohnehin spielt auch beim regulären Beachhandball das Spektakel eine große Rolle. „Das Spiel in der Halle und das im Sand sind komplett anders. Es gibt mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten“, hatte Krauth schon vor rund anderthalb Jahren im BT gesagt. Damals feierte er die ersten größeren Erfolge auf körnigem Terrain: Mit der Junioren-Nationalmannschaft setzte er – entgegen der Bedeutung im übertragenen Sinn – bei der EM in Polen vielversprechende Auftritte in den Sand, mit seinem damaligen Team „Beach and Da Gang“ wurde er obendrein deutscher Vizemeister bei den Senioren.

In der Folge wurde der Youngster aus dem Bühler Stadtteil von Nationalcoach Konrad Bansa in den Perspektivkader des Männerteams berufen. Weil sich wiederum ein anderer Linkshänder aus dem A-Kader schwerwiegender verletzte, flatterte wenig später die erste Einladung zum Nationalmannschaftslehrgang ins Haus. Weitere folgten. „Ich habe mich wohl gar nicht so dumm angestellt“, sagt Krauth und grinst, der schon über dieses Wochenende hinaus denkt: Vor allem die vom vergangenen Jahr in den Juni 2021 verlegte WM in Portugal hat er im Kopf: „Das ist mein Ziel!“ Dafür werden zwölf der aktuell 18 DHB-Kadermitglieder ausgewählt. Obendrein steht im Juli die regulär geplante EM in Bulgarien auf dem Plan.

Und auch über seine Karriere in der Halle macht sich Krauth, der in zwei Wochen 19 wird, so seine Gedanken. Ob der Linkshänder nach seinem letzten A-Jugend-Bundesligajahr bei der Goldstadt-SG bleibt oder zurück zu seinem Heimatverein SG Steinbach/Kappelwindeck wechselt, ist noch nicht entschieden. Auch andere ambitionierte Clubs haben den Youngster auf der Rechnung. Krauths Kommentar: „Noch ist alles offen.“

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Erstellt:
17. Januar 2021, 14:00 Uhr
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