Beachhandballer Tim Krauth will zur EM

Bühl (moe) – Beachhandball-Nationalspieler Tim Krauth aus Bühl hat für den Sommer ein klares Ziel vor Augen: Die EM in Bulgarien. Dafür hat er jüngst drei Tage bei einem DHB-Lehrgang geschwitzt.

„Ich zeige einfach meine Leistung und dann schauen wir, ob es reicht“: Tim Krauth (links). Foto: Privat

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„Ich zeige einfach meine Leistung und dann schauen wir, ob es reicht“: Tim Krauth (links). Foto: Privat

Angesichts schneebedeckter Osterglöckchen ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich aktuell in etwas wärmere Gefilde wünscht. Im Fall von Tim Krauth heißt der Sehnsuchtsort Gran Canaria. Es ist aber weniger die mollige Wärme auf der Kanareninsel, die den 19-Jährigen lockt, sondern vielmehr die Tatsache, dass dort nach einem Lehrgang Ende Mai ein Vorbereitungsturnier mit der Beachhandball-Nationalmannschaft ansteht.

„Da will ich auf jeden Fall dabei sein“, sagt der junge Mann aus Kappelwindeck, der Handballer-Schmiede Bühls. Das Turnier unter der Sonne Spaniens ist allerdings nur ein Etappenziel, denn sollte Krauth es in den Kader für das Kräftemessen – bei entsprechender Pandemie-Lage ist ein Leistungsvergleich gegen Spanien, Portugal und Katar geplant – schaffen, hat der Linkshänder auch seinen Platz für die Europameisterschaft sicher, die vom 13. bis 18. Juli im bulgarischen Sand von Varna über die Bühne gehen soll.

Ursprünglich wäre Krauth auch ein Kandidat für die Auswahl des Deutschen Handballbunds (DHB) bei der Weltmeisterschaft in Portugal gewesen. Diese sollte eigentlich bereits im vergangenen Jahr ausgetragen werden, das Virus machte den Titelkämpfen aber einen Strich durch die Rechnung. Und auch in diesem Jahr waren die Planungen auf Sand gebaut: Die WM wurde jüngst komplett abgesagt.

Dreitägiger Lehrgang in Witten

„Das ist natürlich sehr schade, eine WM ist immer etwas Besonderes. Aber in diesen Zeiten ist es sicher nicht das Wichtigste, eine WM auszutragen, bei der so viele Teams aus unterschiedlichen Ländern zusammenkommen“, findet Krauth: „Ich hoffe einfach, dass ich noch viele Chancen haben werde, eine WM zu spielen.“ Zunächst will der drahtige Kappler aber die Gelegenheit nutzen, um sich in den EM-Kader zu werfen. Im Gegensatz zur WM geht Krauth davon aus, dass die kontinentalen Titelkämpfe ausgetragen werden: „Die EHF will das unbedingt durchziehen!“ Am Ostermontag wurden daher auch die Gruppen ausgelost. Deutschland bekommt es in der Vorrunde mit den Niederlanden, Portugal und der Schweiz zu tun.

Für eine gute Platzierung wurde in der vergangenen Woche mächtig geschwitzt: bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft auf überdachtem Sand in Witten. „Mit dem Lehrgang an Ostern beginnt – quasi traditionell – der Countdown für den Sommer und die Europameisterschaft“, hatte Bundestrainer Konrad Bansa im Vorfeld der dreitägigen Maßnahme bis zum Karsamstag gesagt. „Es hat richtig Spaß gemacht, war aber sehr anstrengend“, lautet Krauths Fazit. Auch Nationalcoach Bansa war zufrieden, „er hat gesagt, dass es ein sehr, sehr guter Lehrgang war. Und dass wir auf dem richtigen Weg sind“, berichtet Krauth.

Zweitjüngster Akteur im Beach-Kader

Das gilt freilich auch für den Linkshänder selbst. Krauth, der aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Rettungsdienst des Roten Kreuzes absolviert, gehört nunmehr zum festen Kreis der DHB-Auswahl. Sein Ticket für die EM hat er indes noch nicht sicher. 18 Spieler waren für den Lehrgang in Witten nominiert, zwölf dürfen letztlich mit nach Gran Canaria und später nach Bulgarien. Krauth, der in der Halle – sofern denn gespielt werden darf – seit geraumer für die SG Pforzheim/Eutingen in der Jugendbundesliga aufläuft, ist zwar der zweitjüngste Akteur im DHB-Kader, macht sich aber berechtigte Hoffnungen: „Ich denke schon, dass es nach Leistung geht.“ Und die hat der 19-Jährige auf dem feinkörnigen Untergrund erbracht – beispielsweise bei der EM mit der Jugendnationalmannschaft, aber auch mit seiner Heimmannschaft, den „12 Monkeys“ aus Köln, mit der bei entsprechender Corona-Lage im andalusischen Torrox im Juni auch noch das Finale der European Beachhandball Tour (EBT) ansteht, ein Turnier für die besten Teams Europas.

„Ich kann auf jeden Fall Wettkampferfahrung vorweisen“, gibt sich Krauth selbstbewusst. Ein Stück weit Lockerheit schwingt aber auch mit: „Ich zeige einfach meine Leistung und dann schauen wir, ob es reicht.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
6. April 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 55sec

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