Bebauungsplan Lichtenau vor der Offenlage

Lichtenau (ar) – Der Vorentwurf des Bauprojekts „Östliche Schulstraße“ soll vom 10. Mai bis 11. Juni öffentlich ausgelegt werden. Seit 2019 wehren sich Anwohner aus Lichtenau gegen das Neubaugebiet.

Insgesamt soll Wohnraum für 53 Wohneinheiten geschaffen werden: Das Baugebiet „Östliche Schulstraße“ erhitzt weiter die Gemüter.  Foto: Anne-Rose Gangl

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Insgesamt soll Wohnraum für 53 Wohneinheiten geschaffen werden: Das Baugebiet „Östliche Schulstraße“ erhitzt weiter die Gemüter. Foto: Anne-Rose Gangl

Rund 1,5 Hektar oder rund zwei Fußballfelder groß ist das Plangebiet zwischen Schwarzacher Straße, Schulstraße und Seniorenzentrum, auf dem 15 Einzelhäuser, sechs Doppelhäuser und fünf Mehrfamilienhäuser im Ortsteil Ulm entstehen könnten. Insgesamt soll Wohnraum für 53 Wohneinheiten geschaffen werden. Wie der Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros Zink aus Lauf informierte, soll das Plangebiet über eine Ringstraße von der Schulstraße erschlossen werden. Drei Mehrfamilienhäuser sind entlang der Schwarzacher Straße geplant, zwei weitere sollen gegenüber dem Seniorenwohnheim entstehen. In einem könnten Multifunktionsräume angeboten werden, die als Arztpraxen genutzt werden könnten, wie Bürgermeister Christian Greilach sagte.

Viele Anwohner machen sich Sorgen

Während die Stadt sich bei der Aufstellung des Bebauungsplanes „Östliche Schulstraße“ dem Paragrafen 13b des Baugesetzbuches bedient, um neuen Wohnraum zu schaffen, machen sich viele Anwohner Sorgen um die zunehmende und jetzt schon oftmals gefährliche Verkehrssituation in der Schulstraße, in der Seniorenheim und Kindergarten ansässig sind. Doch auch die Streuobstwiesen und Obstbaumbestände sowie das vom NABU nachgewiesene Steinkauzbrutgebiet liegen ihnen am Herzen. Immer wieder tragen sie ihre Anliegen vor, haben eine Bürgergemeinschaft gegründet, sich mit Flyeraktionen an Ortschaftsrat und Gemeinderat gewandt, doch nie das Gefühl gehabt, mit ihren Sorgen ernst genommen zu werden. Rund 40 besuchten am Donnerstag die Gemeinderatssitzung, um ihre Bedenken zum wiederholten Male vorzutragen.

„Sie erleben heute einen Tag der Demokratie. Da geht mir das Herz als Bürgermeister auf. Wir leben nicht in einer Diktatur, wir haben eine Bürgerfragestunde, die Sie ausnutzen können“, sagte Bürgermeister Christian Greilach zu Beginn der Sitzung, pünktlich um 19 Uhr, wohlwissend, dass noch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor der Tür sich in Anwesenheitslisten eintragen mussten.

„Wir alle, die hier sitzen, haben die Verantwortung, uns mit allen Argumenten für und gegen den Bebauungsplan auseinanderzusetzen und die bestmögliche Entscheidung zu treffen“, so Greilach weiter, der unter den Anwesenden auch Befürworter und Bauinteressenten begrüßte. Alle während der vierwöchigen Auslegungszeit eingehenden Stellungnahmen und Anregungen sollen im Planentwurf aufgenommen und in öffentlicher Sitzung behandelt werden, versprach der Rathauschef.

Bürger können ihre Bedenken äußern

Wie Bauamtsleiter Andreas Ludwig informierte, sei die jetzt durchgeführte vorzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung bei Anwendung von Paragraf 13b nicht zwingend erforderlich. Vielmehr könnte der Entwurf sofort in die Offenlage. Man wolle jedoch den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit geben, ihre Bedenken vorzutragen. Das Gleiche gelte für die Träger öffentlicher Belange und die verschiedenen Gutachten, die eingeholt werden.

„Es gebe genügend Argumente gegen das Baugebiet“, sagte Margot Schneider-Söllner (Grüne). Ihre Fraktion stimme zu, sei aber der Meinung, es wäre logischer, das Verfahren erst dann weiterzuführen, wenn alle Berichte und Gutachten auf dem Tisch lägen. „Es ist unser Abwägungsprozess, den wir machen müssen, wenn alle Infos da sind“, bemerkte Gerhard Meier (CDU/SPD).

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Erstellt:
4. Mai 2021, 14:00 Uhr
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