Beeinträchtigungen durch Arbeiten am Lärmschutzwall

Sinzheim (cn) – Lärmbeeinträchtigungen werden unvermeidlich sein bei den Arbeiten am Lärmschutzwall an der B3 neu. Sie sollen laut Regierungspräsidium Karlsruhe am kommenden Sonntag beginnen.

Die alten Betonelemente werden abschnittsweise ausgebaut und durch neue Lärmschutzwände aus Aluminium ersetzt. Hierfür müssen zusätzliche Pfosten mit Rammrohren in den Boden getrieben werde.  Foto: Christina Nickweiler

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Die alten Betonelemente werden abschnittsweise ausgebaut und durch neue Lärmschutzwände aus Aluminium ersetzt. Hierfür müssen zusätzliche Pfosten mit Rammrohren in den Boden getrieben werde. Foto: Christina Nickweiler

Ein pastell-violett farbiger Sockel, graugrün getünchte Oberflächen mit Streifen in Altrosa – wie künftig die Schallschutzelemente zwischen den Gleisen und der neuen B3 aussehen werden und welche Baumaßnahmen bis dahin erfolgen sollen, das erfuhr die Öffentlichkeit am Montag. Bei einer Online-Veranstaltung des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe hatten sich mehr als 30 Interessierte zugeschaltet und Informationen aus erster Hand erhalten.

Beginn der Maßnahme ist am kommenden Sonntag in den Abendstunden. Derzeit wird das Baustellenlager auf dem „Park & Ride“-Platz errichtet. Gearbeitet wird dann Tag und Nacht auf einer Länge von rund 2,7 Kilometern. Bis Mitte Dezember werden zehn Monate lang Nachtarbeiten stattfinden, die mit Beeinträchtigungen durch Lärm verbunden sind, erfuhren die Zuhörer. Allerdings wird laut Martin Reichert vom beauftragten Büro nicht jeden Tag an der gleichen Stelle gearbeitet, da eine Wanderbaustelle eingerichtet würde.

Bei den Arbeiten werden zunächst die bestehenden Betonwände samt Sockelwände ausgebaut – und zwar abschnittsweise. Für die Arbeiten neben den Bahnschienen hat die Deutsche Bahn sogenannte Sperrpausen eingerichtet. Das heißt, auf den insgesamt vier bestehenden Gleisen ist das Schnellgleis Richtung Basel, für die Zeit der Bauphase komplett gesperrt. Auf dem direkt benachbarten Schnellgleis Richtung Karlsruhe gilt für die Züge reduziertes Tempo von 120 Stundenkilometern. Dort verkehren von 22 bis 6 Uhr rund 37 Züge, vorwiegend Gütertransporte. Die übrigen beiden Schienen können normal befahren werden. Der Autoverkehr wird auf der neuen B3 einspurig mit 50 Stundenkilometern unterwegs sein.

Rammrohre am lärmintensivsten

Sobald die alten Betonwände in einem Abschnitt entfernt sind, bestehe Reichert zufolge erhöhte Lärmbeeinträchtigungen durch den Schienenverkehr. Weitaus stärker werden die Anwohner aber das Einbringen der Rammrohre in den Boden wahrnehmen. „Das sind die lärmintensivsten Arbeiten“, sagte Beatrice Gottlöber vom beauftragten Ingenieurbüro. Sie erklärte, dass das Einbringen der Rammrohre, in denen später die zusätzlichen Pfosten eingebaut werden, mit Vibrationen verbunden sein werde. Denn zwischen den bestehenden 350 Pfosten (bei einem Abstand von rund 7,5 Meter) müssen zusätzliche 380 Pfosten installiert werden. Anfang April beginnen diese Arbeiten in Höhe der Holzbaufirma Gille und der B500.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Derzeit wird das Baustellenlager mit vorübergehender Strom- und Wasserversorgung eingerichtet. Foto: Christina Nickweiler

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Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Derzeit wird das Baustellenlager mit vorübergehender Strom- und Wasserversorgung eingerichtet. Foto: Christina Nickweiler

Reichert ergänzte mit Blick auf die Lärmemissionen und die Wanderbaustelle, dass die Belastung durch das Anbringen der Rammrohre auf einzelne Stellen und wenige Nächte beschränkt sei. Außerdem würden mittlerweile geräuscharme Baumaschinen verwendet. „Über die lärmintensiven Arbeiten werden wir die Anwohner vorab informieren“, sagte Reichert.

Weiter werden die bestehenden Pfosten mit Korrosionsschutz präpariert. Hierfür werden die Pfähle in sogenannte Einhausungen eingepackt. Alleine 26 Wochen Zeitaufwand sind hierfür vorgesehen, daher laufen die Rostschutzarbeiten parallel. Sobald die neuen Pfosten einbetoniert sind, werden die bestehenden Betonpfosten verlängert und anschließend der Sockel eingebaut. Bis Ende Juni sollen die Pfostenarbeiten beendet sein. Die neuen Lärmschutzwände bestehen aus Aluminium und werden sodann ab Mitte Juni nach und nach installiert.

„Es gibt eine Lieferzusage“

Ein Zuhörer fragte, ob die Wand länger aufbleiben werde, wenn es Lieferengpässe gäbe. Jürgen Genthner vom Regierungspräsidium teilte mit, dass die Stahlträger regelmäßig von Herstellern gefertigt würden. „Es gibt eine Lieferzusage“, sagte Genthner. Laut Hersteller habe sich die Situation entspannt. „Ich betrachte das nicht sehr kritisch“, ergänzte er. Dennoch gäbe es die beiden Unbekannten, die Pandemie und den Krieg in der Ukraine, die die Gefahr von Materialengpässen entstehen lassen könnten. Rosa Flaig vom RP fasste zusammen, dass trotz Krisen die Fristen eingehalten werden könnten. Falls es Probleme gäbe, müsse zeitnah informiert werden.

Sobald dann die Lärmschutzwand komplett fertiggestellt ist, wird laut Genthner der Knotenpunkt L80 und B3 neu umgesetzt. Schräg gegenüber des Parkplatzes zur Stadtbahnhaltestelle ist in südlicher Richtung derzeit noch eine große Anhäufung von Erdaushub zu sehen. Es sei Wunsch der Gemeinde Sinzheim gewesen, diesen 300 Meter langen Knotenpunkt erst zum Schluss zu bauen, sagte Genthner mit Verweis auf Bürgermeister Erik Ernst. Im Oktober 2024 soll dann auch diese letzte Straßenbaumaßnahme beendet sein.

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Erstellt:
8. März 2022, 16:30 Uhr
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