Bei Dieben im Raum Bühl sind Fahrräder besonders begehrt

Bühl (nof) – Mit Blick auf andere Städte vergleichbarer Größenordnung macht der Leiter des Bühler Polizeireviers, Rolf Fritz, Mut: In Bühl könne man „sehr ruhig leben“ sagte er bei der Vorstellung der Kriminalstatsistik für 2019.

237 Fahrräder sind 2019 im Raum Bühl entwendet worden. Die Polizei setzt hier einen Ermittlungsschwerpunkt.  Foto: Gentsch/dpa

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237 Fahrräder sind 2019 im Raum Bühl entwendet worden. Die Polizei setzt hier einen Ermittlungsschwerpunkt. Foto: Gentsch/dpa

Der neue Leiter des Polizeireviers Bühl ist sich sicher: Trotz gestiegener Fallzahlen in der Kriminalstatistik für 2019 können die Bürger in der Zwetschgenstadt und der Umgebung „sehr ruhig leben. Da mache ich mir keine Sorgen“, sagt Rolf Fritz im BT-Gespräch mit Blick auf andere Städte vergleichbarer Größenordnung. Doch ein Delikt bereitet ihm und seinen Kollegen Kopfzerbrechen: Die Zahl an Fahrraddiebstählen ist weiter gestiegen.

Wie viele Straftaten wurden im Bereich des Polizeireviers Bühl aktenkundig?

Mit 2680 rund 300 mehr als im Vorjahr (2312), erläutert der Polizeichef. Vor allem die große Zahl an Fahrraddiebstählen und die Einbruchsserie in Kappelwindeck habe sich da ausgewirkt. „Das hat in die Statistik reingehauen“, sagt Fritz. Durch intensive Anstrengungen – mit Unterstützung der Kriminalpolizei, den benachbarten Polizeirevieren und der Bereitschaftspolizei – sei es gelungen, mehrere Einbrecher festzunehmen. Trotzdem sei für eine große Anzahl der Einbrüche in Kappelwindeck noch kein Täter ermittelt worden. Ein Tatverdächtiger wurde anhand einer DNA-Spur ermittelt, die Ermittlungen, inwieweit er für weitere Taten in Frage kommt, laufen noch. „Die Einbruchsserie hat aufgehört.“

Wie gliedern sich die Delikte auf?

Für den Hauptanteil der Fallzahlen sind Diebstahlsdelikte (979 Fälle/36,5 Prozent; Vorjahr 790 Fälle/34,7 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte mit 506 Fällen (18,9 Prozent; Vorjahr 442 Fälle/19,1 Prozent) verantwortlich. Positiv wertet Fritz, dass die Zahl der Körperverletzungsdelikte (195 Fälle) im Vergleich zu 2018 (212 Fälle) zurückgegangen ist. Im Bereich Gewaltkriminalität gab es 69 Fälle (2018: 69), bei der Straßenkriminalität 592 (2018: 501 Fälle). Gewalt gegen Polizeibeamte wurde in sieben Fällen (2018: neun Fälle) zur Anzeige gebracht.

Wie lässt sich das Phänomen der Fahrraddiebstähle erklären?

„Wir wissen es noch nicht, ich gehe aber davon aus, dass es zu einem gewissen Teil organisiert ist“, sagt Fritz. Die Zahl der entwendeten Fahrräder ist in Bühl von 142 auf 237 gestiegen. „Das bleibt einer unserer Schwerpunkte“, kündigt Fritz an. Es seien bereits besondere Einsatzkonzepte entworfen, eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und zusammen mit den Kollegen der Bereitschaftspolizei Einsätze in großer Zahl gefahren worden. Kontrolliert werde zum Beispiel an Schulen und am Bahnhof. Vergangene Woche sei auch ein Fahrraddieb ertappt worden. Fritz ruft die Bürger zur Mithilfe auf. Wer Verdächtiges wahrnehme, der möge sofort die Polizei rufen. Außerdem mahnt er dazu, den Drahtesel immer mit einem sehr guten Schloss zu sichern – auch wenn man ihn nur kurz abstellen möchte. So sei es einer Seniorin gegangen, die ihr hochwertiges E-Bike nur kurz aus den Augen gelassen habe, „um noch schnell was aus dem Haus zu holen. Als sie zurückkam, was das Rad weg.“ Sie habe gleich die Polizei gerufen, der Dieb wurde geschnappt.

Wie verteilen sich die Straftaten auf die Kommunen?

In Bühl gab es vergangenes Jahr 1604 Fälle (2018: 1344), der Fünfjahresschnitt liegt laut Statistik bei 1615. In Bühlertal gab es 151 Fälle, (2018: 126), trauriger Ausreißer dabei ein Tötungsdelikt, das demnächst wieder vor dem Landgericht Baden-Baden verhandelt werden soll. In Lichtenau wurden 133 Straftaten verzeichnet (2018: 166), in Ottersweier 152 (2018: 124), in Rheinmünster 455 (2018: 365). Die Steigerung der Gesamtfallzahlen sei bedingt durch ausländerrechtliche Verstöße auf dem Baden-Airport. Im Rebland gab es 185 Straftaten, (2018: 237).

Wie schätzt die Polizei die Sicherheitslage ein?

Die teilweise ansteigende Anzahl von Straftaten seien weder im Bereich Bühl, noch in den Umlandgemeinden besorgniserregend. Betrachte man den Fünfjahresschnitt, relativierten sich die Zahlen. Mit einer Aufklärungsquote von 60,8 Prozent aller Fälle könne sich das Polizeirevier Bühl im Landesvergleich sehr gut sehen lassen.

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Erstellt:
13. April 2020, 11:00 Uhr
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