Bei Plan B sind die Familien mit gefordert

Rastatt (manu) – Wie läuft die Vorbereitung auf die Erstkommunion in Corona-Zeit? Die Seelsorgeeinheiten haben sich verschiedene Konzepte einfallen lassen.

Die Erstkommunionkinder als Speichen am Rad der Kirchengemeinde Durmersheim: Jesus ist die Mitte, der Glaube als Reifen hält alles zusammen. Foto: Manuela Behrendt

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Die Erstkommunionkinder als Speichen am Rad der Kirchengemeinde Durmersheim: Jesus ist die Mitte, der Glaube als Reifen hält alles zusammen. Foto: Manuela Behrendt

„Wir sind überzeugt, dass wir trotz Pandemie fröhliche und festliche Erstkommuniongottesdienste feiern“, sagt Gemeindereferentin Claudia Renz aus der katholischen Seelsorgeeinheit (SE) Vorderes Murgtal. Im anhaltenden Lockdown ist laut Renz „die Situation sowohl für die Eltern als auch für uns nicht befriedigend“

Gruppenstunden in Präsenz zur Erstkommunionvorbereitung sind nicht möglich. Als „Plan B“ stehen jede Woche Papiertaschen zur Abholung in der Kirche bereit. Der Inhalt in Form von Rätseln, Geschichten und Bastelideen bietet Familien die Möglichkeit, „sich einmal pro Woche mit einem Thema unseres Glaubens zu beschäftigen“. Eine „wesentliche Dimension von Kommunionvorbereitung“ sei das Erleben und Hineinwachsen in die Gottesdienstpraxis der Kirche. In jeder der sechs Pfarrgemeinden der SE bietet man deshalb katechetische Gottesdienste für die Erstkommunionfamilien an. Zudem gibt es einen Kinderkreuzweg sowie einen Versöhnungstag auf Abstand unter Beachtung der geltenden Hygienemaßnahmen. Insgesamt plant die SE 13 kleine Festgottesdienste, „sodass jede Gemeinde für sich bleiben kann“. Das Motto der Erstkommunion lautet: „Wenn der Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont; wir fangen an zu leben, weil der Himmel in uns wohnt.“

Ein Experiment

In der SE Durmersheim/Au am Rhein wagt Gemeindereferent Dieter Janikovits „ein Experiment“. Er bedauert: „Dass die Kinder persönlich als gleichaltrige Gruppe mit dem Glauben in Verbindung kommen und sich im kirchlichen Bereich sozialisieren, ist ein bedeutender Aspekt, der jetzt wegfällt.“ Janikovits entschied sich deshalb, „das Ganze virtuell und mit Hilfe der Familien daheim durchzuführen“. Wöchentliche Online-Gottesdienste für die Kids gehören zu seinem Aktionsplan. Eltern erhalten zum Ausarbeiten mit ihren Kindern 14-tägig schriftliches Material sowie einen Songtext. Dieses Vorgehen lehne sich im weiteren Sinn an die ursprüngliche Kirche an, als Großeltern zusammen mit Mama und Papa die Kids auf ein Leben mit Gott vorbereiteten. In zwei bis vier Gottesdienstschichten gibt es zwei Erstkommunionssonntage. Die Kinder, für die im Jahr 2020 das Fest ausfiel, feiern am 18. April unter dem Leitsatz „Jesus bewegt uns“. Die diesjährigen Kommunionkinder haben ihren großen Tag am 25. April unter dem Motto „Mit Jesus kommt Farbe ins Leben“.

Auf die Familie als „in der Pandemiesituation sichere Gemeinschaftsform“ setzen auch Manuela und Georg Bovenkerk in der SE Rastatt. Das Gemeindereferentenduo erarbeitete eine Mappe mit zwölf Modulen. „Einfache und leichte Aufgaben“ bearbeiten die Kinder alleine zu Hause, aber auch das Miteinander in der Familie habe man im Blick. Lieder gehören als „wichtiges Element“ zu den Modulen. In Videomeetings singt man vor dem Bildschirm. Bibelstellen könne man in der mitgegebenen Kinderbibel anschauen oder als abwechslungsreich aufgemachte Filmchen erleben. Man habe „eine Menge eigene Videos gedreht“, informiert Georg Bovenkerk. Die Clips stellen die Verantwortlichen in der Gemeinde sowie die Kirche vor Ort vor. In Rastatt ist man darauf eingestimmt, dass die Erstkommunion eventuell nur im engsten Familienkreis stattfinden kann.


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