Beim „Ochsen“ sind noch viele Fragen offen

Gaggenau (bk) – Nach jahrelangem Stillstand soll die Traditionsgaststätte „Ochsen“ in Hörden bald wieder zum Schmuckstück werden.

Eine Genehmigung für den Umbau des „Ochsen“ konnte bislang noch nicht erteilt werden, da noch Planänderungen erforderlich seien, heißt es seitens der Stadt Gaggenau. Foto: Bernd Kappler

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Eine Genehmigung für den Umbau des „Ochsen“ konnte bislang noch nicht erteilt werden, da noch Planänderungen erforderlich seien, heißt es seitens der Stadt Gaggenau. Foto: Bernd Kappler

Viele Jahrzehnte das Herz der Fastnacht im Murgtal und eine gute Adresse für Familienfeiern, dann zum Schandfleck geworden, könnte der „Ochsen“ in Hörden nach jahrelangem Stillstand jetzt doch bald wieder zum Schmuckstück werden, vielleicht auch mit einer kleinen Gastronomie.

Aber: Gut Ding braucht Weile, wie sowohl der Investor Arne Schlechter als auch der Bevollmächtigte der Anwohner, Rechtsanwalt Mathias Albrecht, im BT-Gespräch mitteilen. „Wir führen miteinander sehr gute Gespräche“, sagen beide übereinstimmend. Auch mit dem Baurechtsamt der Stadt habe man sehr gute Kontakte knüpfen können und finde sich im positiven Austausch.

Aber: Der Teufel steckt im Detail, nämlich unter anderem in ungelösten Fragen der Zutritts- und Überfahrtsrechte im „Ochsenhof“ und auf beiden Seiten des Gebäudes. Der frühere Hördener Ortsvorsteher Mathias Albrecht: „In den vergangenen 500 Jahren ist da nichts eindeutig geregelt worden.“

Auch der Ortschaftsrat ist mit im Boot

Das will er jetzt im Zuge des beabsichtigten Umbaus der Hördener Traditionsgaststätte ändern. Albrecht ist zuversichtlich, für alle eine gute Lösung hinzukommen. Über ein halbes Dutzend Anrainer müssen unter einen Hut gebracht werden. Noch im Juli soll es ein weiteres gemeinsames Gespräch geben. Aber: Es gebe noch sehr viel zu tun, sagt Albrecht. Laufe alles gut, dann könnte es noch in diesem Jahr eine Lösung und dann auch für den Investor die seit langem ersehnte Baugenehmigung geben.

Im schwebenden Verfahren wollen weder Arne Schlechter noch Mathias Albrecht auf Einzelheiten eingehen. Beim Blick auf die Rechtslage kann es aber nur eine einvernehmliche nachbarschaftliche Lösung geben. Ob das eine sogenannte „Widmung“ oder eine für alle Beteiligten kostengünstigere Übernahme von Baulasten sein wird, muss zum Beispiel noch geklärt werden. Ob für das Gesamtprojekt auch Mittel aus Förderprogrammen des Landes für den ländlichen Raum flott gemacht werden können, scheint ebenfalls noch eine ungelöste Frage zu sein. Albrecht: „Auch der Ortschaftsrat ist mit im Boot.“

Lob hat der Vertreter der Anwohnerinteressen für den wegen der Stagnation des Projekts im Flößerdorf viel gescholtenen Investor. Er habe den Eindruck, dass Arne Schlechter in Hörden Gutes tun wolle, betont Mathias Albrecht. Schlechter fühle sich mit dem Ort verbunden und sei zu vielen Zugeständnissen bereit, so seine Einschätzung.

Unter anderem sind noch Fragen der Zutritts- und Überfahrtsrechte im „Ochsenhof“ und auf beiden Seiten des Gebäudes zu klären. Foto: Bernd Kappler

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Unter anderem sind noch Fragen der Zutritts- und Überfahrtsrechte im „Ochsenhof“ und auf beiden Seiten des Gebäudes zu klären. Foto: Bernd Kappler

„Ochsenhof“ soll für alle offen bleiben

Arne Schlechter, der den „Ochsen“ 2018 erworben hatte, gibt sich im Moment zum Gesamtprojekt zurückhaltend, auch weil er die Ungeduld versteht, warum augenscheinlich nichts vorangeht. Offenbar sind auch noch viele Fragen des Denkmalschutzes offen. Ob es bei den ursprünglich zehn bis zwölf geplanten Wohnungen bleiben wird, ist im Moment offen. Schlechter: „Darüber sprechen wir noch.“ Am Gesamtziel, überwiegend Wohnungen schaffen zu wollen, hält er aber fest.

Für Mathias Albrecht ist es wichtig, dass der „Ochsenhof“ offen bleibt für alle. Allein schon der Hördener Weihnachtsmarkt, der sich vom Haus Kast bis zum „Ochsen“ erstreckt und – falls Corona keinen Strich durch die Rechnung macht – jedes Jahr eine Attraktion ist, würde das erfordern. Aber, so ist sich Mathias Albrecht sicher: „Das alles geht nur gemeinsam.“

Bei der Stadt heißt es, dass eine Genehmigung bislang noch nicht erteilt werden konnte, da noch Planänderungen erforderlich seien. Auch die Erschließung der dahinterliegenden Grundstücke sei noch zu klären.


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