Beim Wandern platzt der Knoten

Gaggenau (tom) – Eigentlich würde Patrick Hertweck in diesen Tagen gerne seinen neuen Kinderroman „Tara und Tahnee“ präsentieren. Doch die Corona-Krise kam dazwischen.

Arbeitsplatz Kneipe: Wie hier im Freiburger Café Atlantik oder im Bistro 8 in Rastatt tackert Patrick Hertweck seine Manuskripte in den Laptop. Foto: Jens Dörre

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Arbeitsplatz Kneipe: Wie hier im Freiburger Café Atlantik oder im Bistro 8 in Rastatt tackert Patrick Hertweck seine Manuskripte in den Laptop. Foto: Jens Dörre

Es war ja alles schon so gut wie eingetütet: Im April eine Präsentation in Gaggenau mit der Buchhandlung Bücherwurm. Lesungen unter anderem auf der Buchmesse in Leipzig, in Hamburg und Österreich waren für Patrick Hertweck ebenfalls gebucht. Aber dann kam Corona – und damit das Aus für alle Veranstaltungen. Dabei wollte Hertweck doch sein neues Buch vorstellen. Denn der aus Gaggenau stammende Kinderbuchautor hat vor kurzem „Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes“ vorgelegt. Es ist am 14. Februar im renommierten Verlag Thienemann-Esslinger erschienen – kurz bevor die Einschränkungen wegen Corona wirksam wurden.

Es ist sein zweiter Kinderroman – nach der erfolgreichen Premiere „Maggie und die Stadt der Diebe“ von 2015. Dieser ist mittlerweile bereits in der zehnten Auflage.

Wie „Maggie“ handelt „Tara und Tahnee“ von den Abenteuern junger Menschen im Nordamerika des 19. Jahrhunderts. Diesmal aber nicht in New York, sondern in Kalifornien. „In wechselnden Perspektiven erzähle ich die Geschichte von zwei elfjährigen Mädchen, deren Schicksale auf mysteriöse Weise miteinander verknüpft sind“, verrät Patrick Hertweck.

Immer wieder im Murgtal unterwegs

Der Autor (Jahrgang 1972) wohnt mit seiner Frau – sie arbeitet als Ärztin in Basel – und den drei Söhnen mittlerweile in Freiburg. Gleichwohl ist er immer wieder in seiner alten Heimat im Murgtal unterwegs – nicht zuletzt dann, wenn es beim Schreiben nicht so richtig vorwärtsgehen will. So erzählt er schmunzelnd von einer kleinen Wanderung von Hörden hinauf auf den Bernstein: „Während dieser Stunden ging der Knoten plötzlich auf, und noch am selben Abend habe ich in einer Rastatter Kneipe die ersten zwei Kapitel von ,Tara und Tahnee‘ in die Tasten gehauen.“ In den folgenden Monaten wurde der Besuch im „Bistro 8“ zu einer Art Ritual. „Regelmäßig habe ich meine alte Heimat besucht. Während meine Kinder bei den Großeltern in Beinheim waren, bin ich dann im Murgtal gewandert oder über das Laufbachtal nach Loffenau gejoggt und habe mich dann nachmittags bis in die Nachtstunden in meine ,Schreibkneipe‘ im Rastatter Bahnhofsviertel zurückgezogen.“

Dort ist es schon ein gewisser Kontrast zum beschaulichen Idyll der Murgtäler Wanderpfade und zur liberal-bürgerlichen Nachbarschaft in der Freiburger Altstadt, aber genau das ist es, was ihn beim Schreiben beflügelt.

Die Idee zum neuen Buch hatte er allerdings im Wartezimmer seines Hausarztes: In einer Zeitschrift fand er einen Artikel über San Francisco und alte Schiffswracks aus der Zeit des Goldrauschs: „Da wusste ich, ich habe den perfekten Schauplatz für einen fesselnden und stimmungsvollen Roman gefunden, der nicht nur von einem spannenden Abenteuer handelt, sondern zugleich einen Blick auf ein hochinteressantes Kapitel der amerikanischen Historie wirft.“

Entstanden ist nun ein Buch, für alle ab zehn Jahren, „die Spaß an spannenden Geschichten haben und sich während der Lektüre in eine fremde und atmosphärisch dichte Welt entführen lassen wollen, die komplett anders ist als unsere heutige“.

Die heutige Welt, sie ist schwierig für Autoren. „Ich hoffe natürlich, dass viele der Lesungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und viele Leseratten in dieser Zeit die Angebote der Buchhändler nutzen. Viele wissen nämlich nicht, dass sie auch beim Buchladen um die Ecke ihre Wunschbücher bestellen und kostenlos nach Hause liefern lassen können.“

„Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes“; 304 Seiten, gebunden, Thienemann-Esslinger Verlag; ISBN: 978-3-522-18467-0. 15 Euro.

Die zwei jungen Heldinnen erleben in Kalifornien viele Abenteuer.  Foto: pr

© red

Die zwei jungen Heldinnen erleben in Kalifornien viele Abenteuer. Foto: pr


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