Bekannter Arzt aus Gernsbach geht in Ruhestand

Gernsbach (ueb) – Fariborz Ilkhanipur, Facharzt für Innere Medizin, Naturheilverfahren und Schmerztherapie aus Gernsbach, beendet Ende September seine Praxiszeit.

Fariborz Ilkhanipur. Foto: Dagmar Uebel

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Fariborz Ilkhanipur. Foto: Dagmar Uebel

Viele Gernsbacher werden ihn vermissen, wenn Fariborz Ilkhanipur seine Praxis in der Gottlieb-Klumpp-Straße Ende September nach 32 Jahren aufgeben wird. Seine Patienten schätzten die verständnisvolle und freundliche Art ihres Hausarztes, dem in den Jahren als praktizierender Facharzt für Innere Medizin kaum etwas Menschliches verborgen bleiben konnte. Genau diese Wertschätzung war der Grund für die Auszeichnung „Freundlichster Arzt Baden-Württembergs“, die ihm 2011 durch die Gemeinde Dobel verliehen wurde.

Wer dem drahtigen Mann gegenübersitzt, kann nur schwer glauben, dass der klassisch ausgebildete Humanmediziner, der sich darüber hinaus auf Naturheilverfahren und Schmerztherapie spezialisierte, im kommenden Jahr seinen 80. Geburtstag feiern wird. Obwohl die Erkenntnis, „ein jegliches hat seine Zeit“, auch für Ilkhanipur gilt, will er sein Stethoskop noch nicht ganz an den berühmten Nagel hängen. Ganz aufzuhören könne er sich momentan noch nicht vorstellen, wie er im BT-Gespräch andeutete. „Vielleicht in kleinerer Form“ und innerhalb der Praxisräume seiner Frau Ina, die im selben Haus eine Gynäkologische Praxis führt.

1942 im Iran geboren

1942 im Iran als Sohn des Politikers Ezatollah und seiner Frau Khanombozorg geboren, galt Fariborzs Interesse nach Abitur und dem Besuch eines internationalen Colleges in Teheran zunächst der Landwirtschaft und Europa. Noch während er 1963 das Studienkolleg in Heidelberg besuchte und in Hohenheim Landwirtschaft studierte, entschied sich Ilkhanipur um. Es folgten acht Studienjahre der Humanmedizin an der Universität Freiburg im Breisgau und im September 1972 schließlich das Staatsexamen. Erste berufliche Sporen verdiente sich Ilkhanipur in sechsjähriger Tätigkeit als Assistenzarzt in Forbach, Bad Peterstal und im Theresien-Krankenhaus Mannheim. Bevor er 1987 seine Approbation als Arzt erhielt, war er ab 1978 als Oberarzt in der Fachklinik für Innere Erkrankungen und Physikalische Medizin Bad Peterstal und von 1980 bis 1989 im Gernsbacher Krankenhaus (Innere Medizin) tätig.

Obwohl so weit herumgekommen, entschied sich Fariborz Ilkhanipur für das Murgtal als Wohnort und Gernsbach 1989 als Niederlassungsort als Internist mit eigener Praxis. Bedenken, dass Patienten wegen befürchteter sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten wegbleiben könnten, erfüllten sich nicht. Im Gegenteil, nicht jeden Terminwunsch kann „ihr Doc“ ganz kurzfristig erfüllen. Obwohl diese lange Zeit nun dem Ende zugeht, bekommen seine Augen immer noch einen begeisterten Glanz, wenn er feststellen kann, welch großen Anteil seine speziellen therapeutischen Behandlungen am Wohlbefinden schmerzgeplagter Menschen haben können. Die dafür nötigen Voraussetzungen erwarb sich der Mediziner in den Bereichen Akupunktur, Hypnose und seiner Hinwendung zu Naturheilverfahren, soweit sie erfolgversprechend für die Patienten sind.

Fit durch Tennisspielen und Golfen

Wie fast von selbst drängt sich im Gespräch die Neugier nach einem Geheimrezept auf, so aktiv alt zu werden. Fariborz Ilkhanipur scheint es für sich gefunden zu haben. Zunächst sei es die Ernährung, die zwar „alles erlaubt, aber nur in Maßen“, bevor er zu seinen Aktiv-Hits kommt: Tennisspielen und Golfen, um „dem Altern durch Bewegung im Grünen davon zu laufen“, und Kraftsport, um seine Rückenmuskulatur zu stärken.

Beim Zusammenspiel aller medizinischen Bereiche des „Gesamtkunstwerks Mensch“ spielten jedoch auch die Pflege von Freundschaften und das positive Denken eine nicht zu unterschätzende Rolle. Beides scheint Ilkhanipur zu beherrschen, wenn er von Plänen für die Zeit nach dem endgültigen Abziehen seines Praxisschlüssels erzählt. Wie er sich schon jetzt darauf freut, bald mehr Zeit für seinen Garten zu haben. Von seiner Freude, nicht nur spätabends Werke iranischer Philosophen lesen zu können und sich in seinem Hobby, dem Malen vor allem floraler und landschaftlicher Motive, an neuen Techniken zu versuchen.

Aktiv im „Aktionskreis Flüchtlinge“

Als Mensch mit so breit gefächerten Hobbys und mit immer noch großem Interesse an seiner Umwelt ist Fariborz Ilkhanipur nicht bange um die nächsten Jahre. Immer noch wird der Mediziner gerne seine Erfahrungen und Kenntnisse an jüngere Kollegen weiterbildend vermitteln und sich auch weiterhin im „Aktionskreis Flüchtlinge“ um das Wohl anderer kümmern. Und sollte es seine Zeit erlauben, gerne seine Tipps auch an Nicht-Mediziner weitergeben. Dass diese durchaus gefragt sind, beweist die redaktionelle Mitarbeit am Buch „Großmutters Hausmittel, Wenn’s wo weh tut“.


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