Berghof-Prozess: Schimmelschäden Thema

Baden-Baden (nie) – Um deutlich sichtbare Schimmelschäden geht es derzeit beim Berghof-Prozess. Die Frage ist: Wie und wann ist der Schaden entstanden?

2016 sind deutliche Schimmelspuren in den Zimmern des Berghofs zu sehen. Aber wie war es im Jahr 2013? Foto: Bernhard Margull/Archiv

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2016 sind deutliche Schimmelspuren in den Zimmern des Berghofs zu sehen. Aber wie war es im Jahr 2013? Foto: Bernhard Margull/Archiv

Das Hauptthema des Verhandlungstages am Montag vor dem Baden-Badener Amtsgericht in Sachen Berghof-Brand war Schimmel. Welche Ausmaße hatte dieser schon vor der Brandnacht im Juni 2013?

Denn darum geht es bei dem Prozess, der seit Anfang März läuft: In welchem Zustand befand sich das Gebäude der ehemaligen Berghof-Klinik, bevor dort das verheerende Feuer gewütet hatte? Der Angeklagte, der Eigentümer des Gebäudes, behauptet, die ehemalige Klinik habe kurz vor der Eröffnung als Hotel gestanden. Die Versicherung übernahm damals aber die geforderte Schadensregulierung nicht, da sie Zweifel an den Aussagen des Angeklagten hegte. Dieser muss sich darum nun wegen versuchten Versicherungsbetrugs verantworten.

Zeuge berichtet von „Schimmelteppichen“

Am Montag sagte nun der Zeuge aus, der Mitte März unverrichteter Dinge seinen Heimweg hatte antreten müssen. Zum damaligen Verhandlungstag war der Angeklagte nicht erschienen, da er auf schneebedeckter Straße von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet war. Der Zeuge berichtete, dass er fünf Tage nach dem Brand im zerstörten Gebäude war. Die Versicherung hatte ihn beauftragt, den Brandschaden aufzunehmen, er sei für chemisch-toxikologische Untersuchungen zuständig gewesen – also die Einwirkungen von chemischen Substanzen in der Immobilie. Speziell in vier Zimmern habe er auch Schimmel festgestellt. Auf mehrfaches Nachhaken von der Richterbank und auch vom Verteidiger blieb der 66-jährige Zeuge nach ausführlichen Schilderungen bezüglich Schimmel, seiner Entstehung und Ausbreitung dabei: Die großen „Schimmelteppiche“, die er damals gesehen habe, könnten sich nicht innerhalb weniger Tage bilden, also nicht nur vom Löschwasser produziert worden sein. Natürlich könne auch ein Vorbesitzer einen Schimmelbefall nicht sachgemäß entfernt haben, der dann wieder ausgebrochen sei, sagte der Zeuge auf Drängen des Verteidigers.

Grundsätzlich seien die Räume des „Hotels“ eingerichtet gewesen, einige hätten wohl als Lager- beziehungsweise Serviceräume gedient. Die Heizung sei „museumsreif“ gewesen und man habe klar Spuren von Vandalismus erkennen können. Am Donnerstag, 9 Uhr, geht es weiter.

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Erstellt:
19. April 2021, 18:00 Uhr
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