Berliner Büro siegt mit Parkidee für Staatstheater-Platz

Karlsruhe (cl) – Grüne Inseln für den Theaterplatz: Die Berliner Architekten von bbz haben den Wettbewerb für die künftige Neugestaltung des Staatstheater-Platzes gewonnen. 17 Büros gaben Entwürfe ab.

Bezug zum Theaterbau, Spiel- und Ruheplätze: Das Landschaftsarchitekten-Büro bbz aus Berlin und Freiburg hat den Hermann-Levi-Platz als vielfältig nutzbaren Ort für alle konzipiert. Dafür gab es den ersten Preis der Jury.  Foto: bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh

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Bezug zum Theaterbau, Spiel- und Ruheplätze: Das Landschaftsarchitekten-Büro bbz aus Berlin und Freiburg hat den Hermann-Levi-Platz als vielfältig nutzbaren Ort für alle konzipiert. Dafür gab es den ersten Preis der Jury. Foto: bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh

Aus der aschgrauen Betonfläche des Karlsruher Theaterplatzes mit viel Baustellencharme soll ein einladender Stadtraum zum Verweilen werden, den künftig alle Bürger auf vielfältige Weise nutzen können, nicht nur die Zuschauer des Badischen Staatstheaters. Den Wettbewerb zur Umgestaltung des Hermann-Levi-Platzes hat jetzt das Landschaftsarchitektur-Büro bbz aus Berlin und Freiburg gewonnen, mit seiner großzügigen, auch klimagerechten Freiraumplanung, die durch ihre polygonale Formensprache Bezug nimmt auf die bereits begonnene Modernisierung des Mehrspartenhauses unter einer dann riesigen alles überspannenden Dachfläche.

Insgesamt haben sich 17 Büros an dem Realisierungswettbewerb für die Theaterplatz-Gestaltung beteiligt. Drei Entwürfe erhielten Preise, drei weitere Würdigungen durch Ankäufe. Die Planungen sind bis 24. November in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Staatstheaters ausgestellt.

Die Entscheidung der Fachjury soll einstimmig erfolgt sein, wenngleich die Entwürfe der Zweitplatzierten (Hutterreimann Landschaftsarchitektur, Berlin) und Drittplatzierten (Topotek, Berlin) mit grüner Mitte und nachempfundenen Hardtwaldinseln sowie einem Ruheraum aus einem Patchwork von Hochbeeten ebenfalls spannende gestalterische Ideen entwickelt haben.

Das Konzept des Siegerentwurfs nun sieht große blühende Bauminseln in einer großzügigen polygonalen Anordnung vor, ein bodengleiches Wasserspiel, das von Regenwasser gespeist wird, und eine großformatige Anordnung von Plattenflächen. All das soll dem Hermann-Levi-Platz ein komplett neues Erscheinungsbild verleihen. Nun ist das Ergebnis des Planungsprozesses für die Theaterplatz-Umgestaltung als zweiten wichtigen Schritt im Planungsverfahren des neuen Staatstheaters vor Ort vorgestellt worden. „Die Grundidee war ein multifunktionaler Platz, grün und urban“, erläuterte Architekt Timo Hermann den Gestaltungsvorschlag, den er zusammen mit seinem Büropartner Christian Bauer unterbreitet hat. Die Bestandsbäume sollen in den geplanten Baumkarrees erhalten bleiben, wenngleich die darunter liegende Tiefgarage einen allzu groß wachsenden Baumbestand nicht erlaubt. Die Gestaltungsfläche ist mit rund 19.300 Quadratmetern riesig.

Realisierung könnte zehn Jahre dauern

„Es ist eine besondere Situation, dadurch, dass wir das Staatstheater in drei Phasen über zehn Jahre umbauen“, erläuterte Karlsruhes Stadtplanerin Anke Karmann-Woessner die Vorgehensweise beim Gesamtprojekt. Es gebe noch keinen endgültigen Vertrag mit den bbz-Architekten. Die letzten Aspekte könnten tatsächlich erst in zehn Jahren realisiert werden. Im Hinblick auf die Realisierung gebe es durchaus noch Entwicklungsspielräume, wies auch Ursula Orth, Baudirektorin des Karlsruher Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg, im BT-Gespräch hin. Wie teuer die Platzgestaltung wird, wurde nicht kommuniziert; sie werde auf jeden Fall wirtschaftlich umgesetzt und sich an die in gut zehn Jahren geforderten Klimakonzepte anpassen, so Orth. Es sei die letzte Realisierung, die stattfinden werde.

Land und Stadt Karlsruhe arbeiten dabei Hand in Hand – genauso wie bei der Gesamtfinanzierung des momentan auf über 500 Millionen Euro taxierten Projekts um die Sanierung und Erweiterung des 1975 eröffneten Theaterbaus von Helmut Bätzner. Der Grund und Boden gehört dem Land. Das Staatstheater-Projekt samt Levi-Platz-Gestaltung befindet sich zudem mitten im Stadtumbau Karlsruhes, mit U-Strab und Tieferlegung breiter Durchfahrtsstraßen. Die Vorgaben für die Ausschreibung des Wettbewerbs folgte deshalb auch einem städtebaulichen Leitbild, betonte Stadtplanerin Karmann-Woessner. So könne man die Platzgestaltung weiterdenken entlang der „Via Triumphalis“ (Ettlinger Straße/Karl-Friedrich-Straße) mit Architekturensembles aus den 1960er und 70er Jahren, den gründerzeitlichen Bauten bis zur historischen Achse zum Schloss hin.

Auch an den alten Musengaul, der einst vor dem Eingang zum Staatstheater stand, wurde gestern gedacht. Ob er zurückkehren kann, muss aber noch geklärt werden. So richtig Platz will er im Siegerentwurf nicht mehr finden.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
11. November 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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