Berufliche Schulen erweitern ihre Angebote

Rastatt/Murgtal (mak) – Der Schulausschuss im Kreistag befürwortet die Einführung von Schulversuchen. An der Elly-Heuss-Knapp-Schule wird das vierjährige Berufskolleg in Teilzeit eingeführt.

An der Anne-Frank-Schule werden ab dem Schuljahr 2022/23 neue Bildungsgänge eingeführt. Foto: Archiv

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An der Anne-Frank-Schule werden ab dem Schuljahr 2022/23 neue Bildungsgänge eingeführt. Foto: Archiv

Der Ausschuss für Schulen und Kultur hat am Dienstag einstimmig die Neueinrichtung von Schulversuchen und Bildungsgängen an der Josef-Durler-Schule und der Anne-Frank-Schule in Rastatt sowie an der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Bühl beschlossen.

Lysann Jakob, Sachgebietsleiterin Schulverwaltung beim Amt für Finanzen, Gebäudewirtschaft und Kreisschulen, stellte die neuen Angebote vor.

An der Josef-Durler-Schule wird als Schulversuch die einjährige Berufsfachschule Ausbildungsvorbereitung ab dem Schuljahr 2022/23 eingeführt. Damit wird das Übergangssystem von der Schule in den Beruf modernisiert. Dabei wird Jugendlichen eine berufliche Orientierung angeboten, sie werden auf eine duale Ausbildung hingeführt und bekommen berufsbezogene Kompetenzen vermittelt. Zudem wird eine individuelle Förder- und Berufswegplanung erstellt.

MINT-Fächer fördern

Am Technischen Gymnasium (TG) der Josef-Durler-Schule wird der Schulversuch Naturwissenschaftliches Experimentieren bereits ab dem Schuljahr 2021/22 eingeführt. Am TG, das vier Profile bietet, lernen aktuell 275 Schüler. Mit dem neuen zweistündigen Wahlpflichtfach wird das Angebot in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik erweitert, das naturwissenschaftliche Arbeiten soll praxisnah gefördert werden.

An der Anne-Frank-Schule wird als Versuch die „dreijährige Berufsfachschule sozialpädagogische Assistenz – praxisintegriert“ ab dem Schuljahr 2022/23 eingeführt. Ziel ist es hierbei, weitere Zielgruppen zu finden und die Ausbildung attraktiver zu gestalten. Mit diesem praxisorientierten Modell wird die bisherige Ausbildung zur Kinderpflegerin weiterentwickelt.

Als neuer Bildungsgang an der Anne-Frank-Schule wird die zweijährige Berufsfachschule zum Erwerb von Zusatzqualifikationen Ernährung, Erziehung und Pflege ab dem Schuljahr 2022/23 eingerichtet. Dieser Bildungsgang ist eine Zusatzqualifikation für Erzieherinnen und Erzieher und richtet sich an Praxisanleiter in Kindertageseinrichtungen. Damit reagiere die Schule auf den erhöhten Qualitätsanspruch im Erzieherberuf, verdeutlichte Lysann Jakob.

Vierjähriges Berufskolleg

An der Elly-Heuss-Knapp-Schule wird das vierjährige Berufskolleg praxisintegrierte Erzieherausbildung in Teilzeit ab dem Schuljahr 2022/23 eingeführt.

Die praxisintegrierte Vollzeitausbildung absolvieren aktuell 65 Schüler. Auch bei der Teilzeitvariante erhalten die Auszubildenden eine Vergütung. Die Teilzeitform wird auch in der klassischen Erzieherinnenausbildung angeboten und derzeit von 25 Schülern in Anspruch genommen.

Reiner Dehmelt (CDU) begrüßte die Neuausrichtung der Schulversuche. „Das vierjährige Berufskolleg in Teilzeit könnte ein Erfolgsmodell werden“, urteilte er. Arne Pfirrmann (FW) meinte: „Das naturwissenschaftliche Experimentieren ist absolut zu begrüßen.“

Horst Fritz (SPD) regte an, die neuen Angebote auch den Unternehmen in der Wirtschaftsregion Mittelbaden vorzustellen. Dr. Volker Kek (AfD) meinte, dass man in den MINT-Fächern besser werden müsse: „Die erfahren nicht so den Zuspruch.“ „Das naturwissenschaftliche Experimentieren am TG ist das i-Tüpfelchen. Wir reagieren damit auf Ideen, die von den Schulen eingebracht werden“, sagte Lysann Jakob.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Koch

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Erstellt:
18. Juni 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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