Berufsweg beginnt auf dem Kaltenbronn

Gernsbach (ueb) – Anna Finke und Elischa Mannal absolvieren ein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Infozentrum – und finden dabei ihren Berufsweg.

Für Anna Finke und Elischa Mannal geht auf dem Kaltenbronn eine Etappe zu Ende. Für sie kommen nun zwei Neue zum Freiwilligen Ökologischen Jahr ans Infozentrum. Foto: Dagmar Uebel

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Für Anna Finke und Elischa Mannal geht auf dem Kaltenbronn eine Etappe zu Ende. Für sie kommen nun zwei Neue zum Freiwilligen Ökologischen Jahr ans Infozentrum. Foto: Dagmar Uebel

Zwölf Monate ist es her, dass die 2020er Abiturienten Anna Finke und Elischa Mannal erstmals als Mitarbeiter zum Kaltenbronn kamen. Sie hatten sich entschlossen, in einem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) herauszufinden, ob ihre Begeisterung für Natur, Umwelt und den Wald für einen ökologischen Berufsweg ausreichen würden. Im Rückblick als fast zu kurz empfunden, sei es für beide doch „ein super Jahr“ gewesen, wie beide versichern.

Zum einen, weil sie sich auf diese Weise noch ein bisschen mehr Zeit nehmen konnten, um nicht übergangslos von der Schulbank zum Studium oder zur Ausbildung zu wechseln. Anderseits „bekamen wir hier einen Einblick in die Arbeitswelt, die sich doch ziemlich vom Schulalltag unterscheidet“. Sie erlebten im nun zu Ende gehenden Jahr auf dem Kaltenbronn hautnah Situationen, die ihnen woanders vielleicht nie begegnet wären. Anna Finke und Elischa Mannal erhielten Einblicke in Ursachen, Wirkungsweisen und Auswirkungen von Klimawandel und menschengemachter Eingriffe in die Natur. Sie lernten Flora und Fauna auf dem Kaltenbronn kennen und wertschätzen. Und sie überlegten, wie sie dieses Wissen den Besuchern des Infozentrums in Sonderausstellungen und an Familienwochenenden vermitteln könnten.

Eigene Hürden überwinden

Dabei wurden sie von den Mitarbeitern des Infozentrums fachlich unterstützt, dachten sie sich besonders für besuchende Kinder Spiele und Beschäftigungen im Innen- und im Außenbereich aus, standen ihnen beim Rätseln, Basteln und Werkeln hilfreich zur Seite. Dank ihrer im Infozentrum erworbenen Kenntnisse und ihres in Gruppen-Seminaren (wegen Corona derzeit online) vermittelten fachlichen Wissens brauchten sie auch erwachsenen Ausstellungsbesuchern kaum eine Antwort schuldig zu bleiben.

Anders war das manchmal, wenn Kinder in ihrer Direktheit und natürlichen Naivität Dinge fragten, über die die beiden vielleicht noch nie zuvor nachgedacht hatten. Dabei lernten sie ihre Persönlichkeiten mit all ihren Stärken und Schwächen besser kennen, mussten im Umgang mit anderen Menschen eigene Hürden überwinden. Sicher war ihre Jugendlichkeit im Umgang mit Kindern im Infozentrum sowie bei Gängen im Außenbereich ein Plus. Aber auch ein Zugewinn für die in der Einrichtung Tätigen.

Gegen die Gefahr einer gewissen Betriebsblindheit stelle die Unverkrampftheit und das spontane Herangehen bei Planung und Durchführung von Ausstellungen und Familientagen stets eine Bereicherung dar, resümierte Kristina Schreier, die Leiterin des Infozentrums, im BT-Gespräch. Als Försterin, Wald-, Umwelt- und Erlebnispädagogin sowie Certified Interpretive Guide (Natur- und Kulturvermittlung) hat sie den jährlich wechselnden Jugendlichen zwar einiges Wissen voraus, profitiert aber gern von deren manchmal überraschenden, vorurteilsfreien Herangehensweise, wenn es um die altersspezifische Gestaltung waldpädagogischer Veranstaltungen gehe. Nicht zu vergessen dabei seien ihre Tätigkeiten im Haus, die von telefonischen Auskünften, der Beantwortung von E-Mails, ihren aktiven Bemühungen um das Erscheinungsbild des Infozentrums bis hin zu Recherchen im Internet reichten.

Besondere Erlebnisse mit den „Mooronauten“

Ein Leuchten kam in Annas und Elischas Augen, als die beiden Jugendlichen von besonders schönen Erlebnissen berichteten. Das war für Anna der Baumsägekurs unter fachlicher Anleitung und Elischas Erinnerung, wie er zusammen mit „Mooronauten“ Pizzen schlemmte und alle Kinder am offenen Feuer zusammensaßen. Finke und Mannal haben in ihrem FÖJ auf dem Kaltenbronn ihren Berufsweg gefunden. Für Anna beginnt in wenigen Tagen ihr Studium der Forstwirtschaft in Rottenburg, für Elischa in Kalmbach die Ausbildung zum Forstwirt.

Da sind die Neuen auf dem Kaltenbronn schon da, Ronja und Nina treten an ihre Stelle. „Wir freuen uns auf die Verstärkung“, versichert Kristina Schreier. Und sie verweist auf das umfangreiche und vielseitige Jahresprogramm des Infozentrums. Das reicht von der geplanten Sonderausstellung „Moor muss nass“, über eine Wildniswoche für Kinder, das Kennenlernen der dunklen Seite des Moores, Basteln von Adventsdeko bis hin zur Silvesterwanderung, um nur einiges zu nennen.


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