„Bescherung“ für Wohnsitzlose

Rastatt (up) – Der Hospizdienst Rastatt muss die offene Tür an Heiligabend ausfallen lassen. Stattdessen wurden nun Obdachlose beschenkt.

Wärmende Suppe und ein Schlafsack: Hospizdienst-Koordinatorin Iris Pinkinelli bei der Ausgabe im Caritas-Gebäude. Foto: Ulrich Philipp

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Wärmende Suppe und ein Schlafsack: Hospizdienst-Koordinatorin Iris Pinkinelli bei der Ausgabe im Caritas-Gebäude. Foto: Ulrich Philipp

Mitarbeiter der Caritas haben gestern an wohnsitzlose Menschen Geschenke verteilt. Die etwa 15 Empfänger kamen nach einem festen Zeitplan in die Räume des Verbands im Dörfel, nur so konnten die pandemiebedingten Versammlungsverbote eingehalten werden.
„Das Spendenaufkommen ist in diesem Jahr wegen Corona höher als in den vergangenen Jahren“, erklärte Paul Hnas, der Ressortleiter Soziale Dienste beim Caritasverband Rastatt, gegenüber dem Badischen Tagblatt. Unter anderem hatte die Organisation „Round Table“ aus Baden-Baden für Bedürftige kochen wollen, was nicht genehmigt werden konnte.

Wegen der Kontaktbeschränkungen hatte der Hospizdienst Rastatt auch seine traditionelle Offene Tür an Heiligabend absagen müssen, bei dem sonst alle Jahre wieder für 120 bis 130 Menschen ein mehrgängiges Menü serviert und ein weihnachtliches Unterhaltungsprogramm auf die Beine gestellt wird.

Auch für leibliches Wohl gesorgt

Stattdessen entschloss sich der Verein, in diesem Jahr hochwertige Schlafsäcke, die auch bei Minusgraden wärmen, zu kaufen – dazu Isomatten, die auch im Winter eine Übernachtung im Freien ermöglichen (wir berichteten). „Der Bergsport- und Outdoor-Ausrüster Kolb in Kuppenheim hat uns bei der Beschaffung der Sachen sehr unterstützt“, sagte Hospizdienst-Koordinatorin Iris Pinkinelli. Caritas-Mitarbeiterin Kirsten Pompeuse-Schnepf, die den Kontakt zu den Wohnsitzlosen hält, übergab die Outdoor-Utensilien an diejenigen, die Bedarf angemeldet hatten.

„So ein Schlafsack hat mir schon einmal das Leben gerettet“, sagte ein Obdachloser und zeigte sich dankbar für die erstklassige Ausrüstung. T-Shirts sowie Unterwäsche sollen demnächst noch eintreffen und werden dann zunächst von Kirsten Pompeuse-Schnepf in der hauseigenen Kleiderkammer aufbewahrt, um sie dann bei Bedarf ausgeben zu können.

Auch für das leibliche Wohl war durch Spenden gesorgt: Marco Wittmann, Betreiber der Schloss-Gaststätte, brachte einen Kartoffel-Gemüseeintopf mit Rindfleisch zum Mitnehmen, den sich die Anwesenden teilweise in aller Ruhe und mit Abstand im Aufenthaltsraum der Einrichtung schmecken lassen konnten.

Weitere Spenden erhalten die Bedürftigen in den kommenden Tagen, beispielsweise von der Caritas, die Geschenktüten gepackt hat, unter anderem mit Real-Gutscheinen und Tabak.


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