Besinnliche Zeit mit Bildern und Liedern

Loffenau (ueb) – Vom Laufbachweg über den Emmaus-Weg zum Wander-Vogel-Weg: Die evangelische Kirchengemeinde weiht ein neues Angebot in den Kirchwiesen ein.

Florian Lampadius und Rahel Wieland weihen den neuen Weg durch die Kirchwiesen musikalisch ein. Foto: Dagmar Uebel

© ueb

Florian Lampadius und Rahel Wieland weihen den neuen Weg durch die Kirchwiesen musikalisch ein. Foto: Dagmar Uebel

Pfarrer Florian Lampadius und Pfarrsekretärin Rahel Wieland waren dieser Tage mit einem Bollerwagen auf den Kirchwiesen unterwegs. Im Wagen ein blitzendes Waldhorn, eine schwarz-hölzerne Klarinette und das großformatige Bild eines Grünspechts. Das, was sie nicht sahen, waren laminierte Notenblätter, farbenfrohe Bilder, von Kindern gemalt, aber auch Hammer, Zange und Nägel. Wer geduldig genug war, konnte die Umgestaltung des österlichen Emmaus-Wegs in den Wander-Vogel-Weg erleben.

Und auf dem ersten Schild, gleich hinter dem Pfarramt, eine Erklärung für diese Aktion lesen. „Da wir im Moment nicht zusammen singen können, kann man hier besinnliche Zeit mit Bildern und verschiedenen Liedtexten verbringen und ganz einfach für sich selbst singen und summen. Der Weg beginnt am Pfarrhaus und führt entlang des Bachs über die Kirchwiesen bis hin zur Kirche. Die letzte Station ist in der Kirche.

Wer sich am Dienstag noch etwas mehr Zeit nehmen wollte, erlebte auch eine Generalprobe. An jeder der zehn Stationen des Weges stoppte der Wagen, Lampadius und Wieland tauschten Bilder zum Thema Emmaus gegen fantasievoll gemalte Bilder und biblische Texte gegen laminierte Notenblätter aus.

Nasenflöte, Kazoo und Maultrommel

Doch damit nicht genug: Im Anschluss daran erklärte, sang oder spielte der Loffenauer Pfarrer die ausgehängten Lieder. Von Nasenflöte, Kazoo und Maultrommel abgewechselt, blieb das Waldhorn nicht das einzige Instrument, das er beherrschte. Dabei reicht das Spektrum von den bekannten Titeln „Morgenlicht leuchtet“, „Geh auf, mein Herz“, „Viel Glück und viel Segen“, dem Kanon „Wenn einer allein träumt“, über Volkslieder wie „Alle Vögel sind schon da“, „Nun will der Lenz uns grüßen“, „Kein schöner Land“, dem Kirchenlied „Laudato si“ aus dem Buch von Papst Franziskus, dem afrikanischen „Ssum, ssum, sorre“ bis hin zu „Wir wollen alle fröhlich sein“ aus dem evangelischen Gesangbuch, an der zehnten Station in der Kirche im Vorraum der Kirche ausgehängt.

Am Sonntag, 16. Mai, folgt dieser Generalprobe die Eröffnung des Wander-Vogel-Weges auf den Kirchwiesen. Für 10 Uhr hat Florian Lampadius zur musikalischen Wanderandacht eingeladen. Dabei wird diese wunderbare Möglichkeit zur corona-konformen Kontaktaufnahme zu Mitbürgern, besonders zu Kindern, deutlich werden. Und vielleicht wird der Pfarrer auch die Gründe für die Namensfindung erklären.

Dieser Name drückt die Lust am Wandern, am gemeinsamen Erleben der Natur und der Lust am Singen aus. Auch der 125. Jahrestag der Wandervogelbewegung, 1896 gegründet, um sich von den engen Vorgaben des schulischen und gesellschaftlichen Umfelds zu lösen und eine eigene Lebensart zu entwickeln, sei namensgebend gewesen sein, wie der Loffenauer Pfarrer im BT-Gespräch betont.

Auch von Bedeutung ist das Mitführen des großformatigen Bildes eines Grünspechts. Eilt doch diesem Vertreter der Buntspechte der Ruf voraus, „an die teils verschlossene Tür des Herzens zu klopfen, um uns ins Gewahrsein zu holen“.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.