Besondere Atmosphäre im Baden-Badener Wandelgang

Baden-Baden (up) – Hervorragende Jazzmusik mit dem Bassface Duo ist am Wochenende im Wandelgang der Baden-Badener Trinkhalle erklungen. Jeweils mehr als 200 Besucher spendeten begeistert Applaus.

Die Zuhörer genießen mit Abstand zu den Sitznachbarn und praktisch im Freien ein einmaliges Musikerlebnis.  Foto: Ulrich Philipp

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Die Zuhörer genießen mit Abstand zu den Sitznachbarn und praktisch im Freien ein einmaliges Musikerlebnis. Foto: Ulrich Philipp

Die Trinkhalle als Konzertsaal – dieses Konzept ist am Wochenende gleich zweimal voll aufgegangen. Jeweils mehr als 200 Besucher kamen am Freitag und Samstag zu den Konzerten „Jazz im Wandelgang“.
Das Bassface Duo Thilo Wagner am Flügel und Jean-Philippe Wadle mit dem Kontrabass begrüßten bei ihren Konzerten nach und nach neben den Zuhörern auch ihre musikalischen Gäste. Und das Publikum kam mit den abwechselnd rot, gelb und blau angestrahlten korinthischen Säulen des historischen Gebäudes in den Genuss einer ganz besonderen Atmosphäre. Weder heftiger Regen noch vorbeifahrende Autos konnten dem etwas anhaben, woran die einmalige Akustik in der Wandelhalle entscheidenden Anteil hatte.

Langer Applaus als Dank

„Normalerweise würde es hallen, aber wir haben erstklassige Tontechniker“, erklärte Produktionsleiter Ralf Schlichter im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Und so kamen die Gäste – auch die in den hintersten Reihen – vollkommen entspannt mit Abstand zu den Sitznachbarn und praktisch im Freien zu einem einmaligen Musikerlebnis. Wie ein Schwamm das Wasser schien das Publikum die Songs förmlich aufzusaugen, schließlich lag hinter den meisten eine lange Zeit ohne kulturelles Leben. Einige der Zuhörer nutzten offenbar die Gelegenheit und besuchten neben dem Konzert am Freitag auch das am Samstag.

Nach und nach füllt sich die Bühne in der Wandelhalle mit erstklassigen Musikern. Foto: Ulrich Philipp

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Nach und nach füllt sich die Bühne in der Wandelhalle mit erstklassigen Musikern. Foto: Ulrich Philipp

Nach und nach betraten mehr Musiker die Bühne, zuerst der Schlagzeuger Gregor Deck, dann die Sängerin Barbara Bürkle, der Trompeter Axel Schlosser und der Klarinettist und Saxofonspieler Oliver Leicht. Melancholische, aber auch heitere und schnelle Stücke hatten sie im Repertoire, so das bekannte „What a Difference a Day makes“ von Dinah Washington, in dem es passender Weise in der ersten Strophe heißt: „24 little Hours brought the Sun and the Flowers, where there used to be Rain“.

Außerdem spielte die Band ebenso virtuos wie mitreißend Stücke wie „Caravan“ von Duke Ellington oder „Night in Tunisia“ von Charlie Parker und Dizzy Gillespie. Immer wieder spendete das dankbare Publikum Zwischenapplaus, etwa nach perfekt dargebotenen Soloeinlagen.

Ein Höhepunkt war sicherlich die Interpretation von „The Shadow of your Smile“, das im Original von Tony Bennet stammt. „Das ist nicht irgendjemand, der hier spielt, das ist die Elite dieser Musik“, erklärte gegen Ende der Veranstaltung Überraschungsgast Marc Marschall dem Publikum. Alle zusammen spielten anschließend den Louis Armstrong Klassiker „What a wonderful World“, die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem und begeistertem Applaus für einen zauberhaften Abend.

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Erstellt:
12. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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